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Verstummt (Hörbuch)  Drucken E-Mail
Hörbücher: Unterhaltung Krimi & Thriller
Geschrieben von Konstanze Tants   
Mittwoch, 1. Juli 2009

Verstummt

Gelesen von: Nina Petri
Originaltitel: Triptych
Art der Lesung: gekürzt
Medienanzahl: 6 CDs

Erschienen: September 2008
ISBN: 978-3-86604-895-9
Preis: 24,95 EUR
Inhalt
4.0
Sprecher
8.0
Bearbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.2

Wertung:
6.2
von 10
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Zum Inhalt:

Ein Serienmörder treibt in Atlanta sein Unwesen. Brutal ermordet und verstümmelt er seine weiblichen Opfer. Zusammen mit dem Special Agent Trent ermittelt Detective Michael Ormewood in diesen Fällen, da sein üblicher Partner gerade im Krankenhaus liegt. Und mit jedem neuen Detail wird deutlich, dass weit mehr hinter den Morden steckt, als die beiden Polizisten anfangs ahnen können.

Meinung:

"Verstummt" ist der erste Roman von Karin Slaughter, der nicht zur Grand-County-Reihe mit den Hauptfiguren Sara Linton und Jeffrey Tolliver gehört. Diese Geschichte wird - wie schon im englischen Originaltitel "Triptych" (Triptychon) angedeutet - in drei Teilen erzählt. Zuerst lernt man den Ermittler Michael Ormewood kennen, der zu einem Mord an einer Prostituierten gerufen wird. Doch neben den Ermittlungen beschäftigt den Mann vor allem sein Privatleben.

Sein Sohn ist behindert zur Welt gekommen und seit der Geburt kriselt es in Michaels Ehe. Doch vorerst wirkt er wie ein fürsorglicher Ehemann und Vater, der alles versucht, damit es seiner Familie gut geht. Da ist es umso schlimmer, dass seine Schwiegermutter ständig seine Frau gegen ihn aufhetzt. Als auch noch Michaels Nachbarin Cynthia von dem Serientäter ermordet wird, gegen den der Detective gerade ermittelt, wird der Fall für ihn zu einer persönlichen Angelegenheit.

Schnell gerät John Shelley in den Verdacht, der Mörder zu sein. Er wurde als Fünfzehnjähriger zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, weil er im Drogenrausch die Nachbarstochter auf die gleiche brutale Art ermordet hatte, wie es der aktuelle Serienmörder tut. Mit 35 Jahren kommt John aus dem Gefängnis, gezeichnet von einem Leben unter Schwerverbrechern und doch immer noch irgendwie unschuldig. Ihn verwirrt die Welt außerhalb der Gefängnismauern - und ihn verwirren seine ersten zaghaften Versuche, mit Frauen Kontakt aufzunehmen.

Zuletzt springt man in die Perspektive des zweiten Ermittlers in diesem Fall: Special Agent Will Trent. Ihm ist bewusst, wie widerwillig Michael Ormewood mit ihm zusammenarbeitet, aber daran ist er als Mitglied einer Einheit zur Verbrechensfrüherkennung und -bekämpfung gewöhnt. Neben der Suche nach dem Mörder versucht Will immer noch, mit einigen Problemen fertig zu werden, die auf seine harte Jugend voller Misshandlungen zurückzuführen sind. Aber auch seine Beziehung zu der Polizistin Angie Polaski, die er schon seit seiner Kindheit kennt, sorgt für so einigen Kummer bei dem Sonderermittler.

Karin Slaughter hat sich schon früher nicht zurückgehalten, wenn es um abstoßende Details bei der Beschreibung von Verbrechen ging. Aber bei einem Roman, in dem eine Gerichtsmedizinerin eine Hauptrolle spielt, halten sich solche Darstellungen in der Regel noch in einem wissenschaftlichen - und somit für die Handlung relevanten - Rahmen. In "Verstummt" hingegen bekommt man schnell das Gefühl, dass die Autorin für den Erfolg der Geschichte mehr auf den Ekelfaktor gesetzt hat als auf einen interessanten Inhalt.

Die verschiedenen Perspektiven üben eine gewisse Faszination auf den Hörer aus und trotz der Vorhersehbarkeit vieler Wendungen gelingt es Karin Slaughter sehr schön zu beschreiben, wie sehr der erste Eindruck bei einem Charakter täuschen kann. Einen Großteil der Handlung hindurch versucht sie, ihr Publikum darüber im Unklaren zu lassen, wer nun zu den "Guten" und wer zu den "Bösen" gehört. Doch die dabei verwendete Sprache ist ebenso abstoßend wie die detaillierten Beschreibungen der Verletzungen der unterschiedlichen Opfer.

Normalerweise reicht es, wenn man bestimmte Elemente eines Verbrechens andeutet. Die Fantasie des Hörers ist in der Lage, die fehlenden Beschreibungen zu ergänzen, ohne dass ihm dabei von den Details übel wird. Karin Slaughter hingegen ergötzt sich in "Verstummt" geradezu an diesen Misshandlungen in allen ekelerregenden Einzelheiten. Diese Ausführungen ziehen sich durch das gesamte Hörbuch und zeugen nicht von schriftstellerischem Können, sondern sind eher der stümperhafte (und leider erfolgreiche) Versuch, eine durchschnittliche Geschichte auf diese Weise zu einem Verkaufsschlager zu machen.

Immerhin kann man dem Hörbuch zugute halten, dass durch die für diese Fassung erfolgten Kürzungen auch die schlimmsten Beschreibungen wegfallen. Vor allem muss aber die Leistung von Nina Petri hervorgehoben werden, deren warme Stimme das Beste aus der Handlung macht. Ihr gelingt es, die verschiedenen Abschnitte deutlich voneinander abzusetzen und den Charakteren mehr Profil zu verleihen. Ihre gute Leistung ist eindeutig die größte Empfehlung für dieses Hörbuch.

Fazit:

Karin Slaughters Anstrengungen, einmal eine Geschichte außerhalb ihrer Grand-County-Reihe zu schreiben, endeten nicht gerade auf dem gewohnten Niveau der Autorin. Die Handlung in "Verstummt" ist trotz der reizvollen Perspektivwechsel und des Versuchs, den wahren Charakter einer Figur im Dunklen zu halten, überaus vorhersehbar geworden. Zusätzlich würzt Karin Slaughter die Suche nach dem Serienmörder mit so vielen überdetaillierten, ekelhaften Beschreibungen und verwendet dabei eine so ordinäre Sprache, dass die eigentliche Handlung fast schon zur Nebensache degradiert wird. Immerhin ist bei diesem Hörbuch die gelungene Leistung der Sprecherin Nina Petri herauszustreichen. Ihr gelingt es nicht nur, das Beste aus der zweifelhaften Vorlage zu machen, sondern sie verleiht auch jedem der drei Teile, in die die Geschichte gegliedert wurde, eine eigene Grundstimmung.
Weiterführende Infos

Hörprobe:

 
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