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Fünf Miss-Marple-Krimis (Hörbuch)  Redaktionstipp Drucken E-Mail
Hörbücher: Unterhaltung Krimi & Thriller
Geschrieben von Konstanze Tants   
Mittwoch, 10. Dezember 2008

Fünf Miss-Marple-Krimis

Art der Lesung: gekürzt
Medienanzahl: 15 CDs

Erschienen: Mai 2008
ISBN: 978-3-86717-269-1
Preis: 29,99 EUR
Inhalt
8.0
Sprecher
8.0
Bearbeitung
8.0
Preis/Leistung
10.0
Gesamtwertung
8.3

Wertung:
8.3
von 10
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Zum Inhalt:

Ein selbstgerechter Oberst wird ermordet, eine Dame beobachtet einen Mord in einem vorbeifahrenden Zug, der beliebte Stammgast eines Hotels verschwindet, eine Unbekannte wird tot in einer Bibliothek aufgefunden und eine nette alte Dame vergiftet - Miss Marple hat alle Hände voll zu tun, die Fäden der trickreichen Verbrecher zu entwirren und die kniffligen Fälle zu lösen.

Meinung:

Mit diesem Schuber erhält man die Hörbücher der fünf Miss-Marple-Krimis "Mord im Pfarrhaus", "Fata Morgana", "Die Tote in der Bibliothek", "16 Uhr 50 ab Paddington" und "Bertrams Hotel". Agatha Christie selbst hat es zwar immer bedauert, dass sie eine ihrer beliebtesten Romanfiguren so betagt gestaltet hat, aber gerade die Lebenserfahrung und Abgeklärtheit der alten Dame aus St. Mary Mead machen den Charme der Miss-Marple-Geschichten aus - und diese Eigenschaften werden auch in den vorliegenden Hörbüchern ganz wunderbar umgesetzt.

"Mord im Pfarrhaus" wird von Hans Kremer gelesen und bietet den ersten Auftritt Jane Marples. Noch scheint sie nicht mehr zu sein als eine sehr neugierige, wenn auch ebenso reizende, alte Dame, doch schnell erkennt der Pfarrer - aus dessen Perspektive die Geschichte um den ermordeten Oberst Protheroe erzählt wird -, dass hinter den kleinen Verdächtigungen seiner Nachbarin mehr steckt als nur das Bedürfnis, über die Dorfbewohner zu tratschen.

Hans Kremer gelingt es wundervoll, den Pfarrer darzustellen und den verschiedenen Figuren einen ganz eigenen Charakter zu verschaffen, allerdings versagt der Sprecher ausgerechnet bei Miss Marple, die bei ihm doch etwas sehr fiepsig klingt. Es ist eben nicht einfach für einen gestandenen Mann, eine kleine alte Dame darzustellen, doch dieses Manko nimmt dem Hörbuch leider eine Menge Charme.

"Fata Morgana" (gelesen von Katja Brügger) führt Miss Marple zu ihrer alten Freundin Carrie Lousie, die anscheinend langsam von einem Unbekannten vergiftet wird. Erst nach mehreren Morden kommt die clevere alte Dame dahinter, was an dem ganzen Szenario so unglaubwürdig ist - und wer der wirkliche Mörder sein muss. Auch in "Die Tote in der Bibliothek" (Sprecherin Traudel Sperber) muss Miss Marple einer Freundin und Nachbarin zu Hilfe eilen, als im Haus der Bantrys die Leiche einer rätselhaften jungen Frau gefunden wird.

"16 Uhr 50 ab Paddington" und "Bertrams Hotel" werden beide von Beate Himmelstoß gelesen. In der ersten Geschichte will die Polizei einer Freundin von Miss Marple nicht glauben, dass diese einen Mord in einem vorbeifahrenden Zug beobachtet hat. Also nimmt die betagte Jane Marple die Ermittlungen mit etwas Hilfe von einer energischen jungen Dame selbst in die Hand. "Bertrams Hotel" hingegen führt sie in eine Umgebung zurück, die sie an ihre Jugend erinnert. Doch zu ihrem Bedauern muss Miss Marple feststellen, dass sich der Charme der "guten alten Zeit" nur mit bedenklichen Mitteln erhalten lässt.

Die drei Sprecherinnen machen ihre Arbeit - jede auf ihre Weise - wirklich sehr gut und geben den einzelnen Geschichten den wunderbaren altmodischen Touch, den man mit einem Agatha-Christie-Krimi verbindet. Miss Marple wirkt bezaubernd zögerlich und viel zu gut erzogen, um unverblümt mit ihrer Meinung herauszurücken, und auch die restlichen Charaktere werden glaubwürdig und lebendig dargestellt. Doch auch ein paar kleine Kritikpunkte fallen dem Hörer auf: Während Beate Himmelstoß' Aussprache des Namens Pennyfather in "Bertrams Hotel" ein klein wenig irritiert, kann Traudel Sperber vor allem bei der Figur des kleinen Jungen in "Die Tote in der Bibliothek" in keiner Weise überzeugen. Auch ihre unkorrekte Aussprache des Ortsnamen St. Mary Mead lässt den Hörer hin und wieder zusammenzucken.

Doch insgesamt kann man mit dem Kauf dieser Sammlung von Miss-Marple-Hörbüchern nur dann etwas falsch machen, wenn man diese CDs schon zwischen 2005 und 2007 einzeln gekauft hat. Der Preis ist für die vielen Stunden wunderbarer Unterhaltung schlichtweg sehr gut - und auch die technische Bearbeitung überzeugt durchgehend. Vor allem aber muss man sagen, dass die für diese Fassung nötigen Kürzungen so glücklich vorgenommen wurden, dass man auch als Liebhaber der Romane kaum eine Szene wirklich vermisst. So kann man sich einfach hinsetzen und die Geschichten um die neugierigste und liebenswerteste alte Dame der Kriminalgeschichte genießen.

Fazit:

Mit diesen fünf Miss-Marple-Krimis bietet der Hörverlag viele Stunden Unterhaltung zu einem mehr als fairen Preis. Die vertrauten Krimis von Agatha Christie haben durch die Überarbeitung zum Hörbuch - trotz der Kürzungen - nichts von ihrem Charme verloren und bieten auch dem Kenner der Romane einen beinahe ungetrübten Genuss. Auch die Leistungen der Sprecher muss man - abgesehen von ein paar kleineren Patzern - durchgehend als gut bewerten. Ihre Arbeit unterstreicht die Eigenheiten der verschiedenen Charaktere und trägt so zur Qualität der CDs bei.
Weiterführende Infos

Hörprobe:

 
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