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Erebos (Hörbuch)  Redaktionstipp Drucken E-Mail
Hörbücher: Unterhaltung Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Mittwoch, 16. Juni 2010

Erebos

Gelesen von: Jens Wawrczeck
Art der Lesung: gekürzt
Medienanzahl: 6 CDs

Erschienen: Januar 2010
ISBN: 978-3-86717-571-5
Preis: 19,95 EUR
Inhalt
9.0
Sprecher
7.0
Bearbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.2

Wertung:
8.2
von 10
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Zum Inhalt:

In einer Londoner Schule wird ein Computerspiel herumgereicht, und wer es spielt, kommt nicht mehr davon los. Auch der 16-jährige Nick beginnt, Erebos zu spielen, und ist fasziniert. Das Spiel kennt seine Ängste und erfüllt seine Wünsche. Doch es stellt auch Forderungen. Um ein Level weiter zu kommen, soll er eines Tages seinen Lehrer vergiften. Nick bekommt Angst und will aussteigen. Doch als er vor die U-Bahn gestoßen wird, erkennt er, dass aus dem Spiel tödlicher Ernst geworden ist ...

Meinung:

Mit "Erebos" legt der Hörverlag die Hörbuchumsetzung des gleichnamigen Romans von Ursula Poznanski vor. Die österreichische Schriftstellerin entwirft mit dieser Geschichte eine spannende Handlung rund um den sechzehnjährigen Nick Dunmore, an dessen Schule ein geheimnisvolles Computerspiel die Runde macht. Anfangs fragt sich der Junge nur, was es mit dem seltsamen Verhalten seiner Mitschüler auf sich hat, doch dann bekommt er selber die Chance, "Erebos" zu spielen, und ist schnell fasziniert.

Dieses Computerspiel ist mehr als nur ein gewöhnliches fantastisches Rollenspiel. Hier kann der Junge nicht nur seinen Charakter ausbauen, sich mit anderen Spielern austauschen und verschiedene Missionen bewältigen. "Erebos" scheint seine geheimsten Wünsche zu kennen - und in der Lage zu sein, diese zu erfüllen. Dabei besteht ein besonderer Reiz dieses Spiels darin, dass die Handlung greifbare Auswirkungen auf Nicks reales Leben hat. So bekommt der Schüler die Chance, seinen Charakter nach einer besonders schweren Schlacht heilen zu lassen, wenn er dafür eine kleine Schachtel von einem Ort in London zu einem anderen bringt.

Aber auch die Dialoge im Spiel fesseln den Jungen, da ganz eindeutig zu erkennen ist, dass hier keine vorher festgelegten Antworten gegeben werden, wie es sonst bei Rollenspielen der Fall ist. So entstehen richtige Gespräche innerhalb der Spielwelt, was die Faszination, die von "Erebos" ausgeht, nur verstärkt. Das komplexe Spielsystem zieht Nick so sehr in seinen Bann, dass er lange Zeit nicht bemerkt, was für gefährliche Auswirkungen das Spiel auf ihn und seine Mitspieler hat. Obwohl sich unangenehme Vorfälle an der Schule häufen, wird Nick die Macht, die "Erebos" auf die Spieler ausübt, erst bewusst, als es zu lebensbedrohlichen Taten kommt. Bevor die Situation endgültig eskalieren kann, versucht der Junge zusammen mit ein paar Freunden, mehr über die Hintergründe dieses Spiels herauszufinden.

Mit "Erebos" hat Ursula Poznanski eine überaus faszinierende Geschichte geschrieben, der auch die für das Hörbuch notwendigen Kürzungen nicht die Spannung nehmen konnten. Allerdings wirken die Passagen, die in der virtuellen Welt spielen, beim Hören noch etwas länger als beim Lesen des Romans, sodass dieser Teil für einen Nicht-Spieler wohl etwas zu ausführlich dargestellt sein könnte. Denn um die Suchtwirkung dieses Spiels auch wirklich realistisch darzustellen, lässt die Autorin anfangs einen großen Teil der Geschichte in "Erebos" stattfinden.

Der Hörer, der mit diesen Passagen kein Problem hat, ist sich die ganze Zeit über bewusst, dass hinter diesem Spiel mehr steckt als ein einfaches Freizeitvergnügen. Schritt für Schritt lässt sich mitverfolgen, wie sich die Stimmung an Nicks Schule verändert, wie die Jugendlichen sich gegenseitig beobachten und wie das Spiel Daten über die verschiedenen Nutzer sammelt. So macht man sich die ganze Zeit über Gedanken darüber, welches Ziel mit diesem Spiel nun verfolgt werden soll. Auch gelingt es der Autorin, die verschiedenen Charaktere so stimmig darzustellen, dass man nicht den Eindruck erhält, Klischeejugendliche präsentiert zu bekommen. Sie alle haben Stärken und Schwächen, die sie realistisch wirken lassen und die dafür sorgen, dass sie dem Hörer ans Herz wachsen.

Der Sprecher Jens Wawrczeck ist hauptsächlich durch seine Arbeit bei den "Drei ???"-Hörspielen bekannt geworden, wo er seit vielen Jahren die Rolle des Peter Shaw mit Leben erfüllt. Dank seiner jugendlichen Stimme kann er auch als der sechzehnjährige Nick Dunmore überzeugen - vor allem, wenn er die verschiedenen Emotionen, die den Jungen bewegen, zum Ausdruck bringt. Einzig die wenigen Passagen, die aus Sicht eines Unbekannten erzählt werden, irritieren bei der Hörbuchversion ein wenig, da man erst nach einem Moment an der Wortwahl erkennt, dass hier von Nicks Perspektive abgewichen wird. Obwohl der Roman für die Hörbuchfassung gekürzt wurde, wurden diese Eingriffe in den Text so geschickt vorgenommen, dass die Veränderungen selbst dem Kenner des Buches nicht auffallen.

Fazit:

Mit "Erebos" bringt der Hörverlag eine wirklich gelungene Umsetzung des Buches von Ursula Poznanski auf den Markt. Dabei wurden die für das Hörbuch notwendigen Kürzungen so behutsam vorgenommen, dass die Geschichte auch in dieser Version zu überzeugen weiß. Die Autorin schildert hier aus der Sicht des sechzehnjährigen Nick Dunmore, wie ein faszinierendes Computerspiel, das an seiner Schule weitergereicht wird, erschreckende Auswirkungen auf das Leben der Spieler hat. Voller Spannung verfolgt der Hörer, wie Nick anfangs seine ersten Schritte in der virtuellen Welt "Erebos" macht, nur um dann für das Spiel immer unheimlichere Aufträge in der realen Welt ausführen zu müssen. Auch mit Jens Wawrczeck hat der Verlag ein gutes Händchen bewiesen, da der Sprecher mit seiner jungen Stimme als Teenager durchgehend überzeugen kann. Ihm gelingt es, Nicks verschiedene Emotionen passend auszudrücken und die wachsende Angst vor den Auswirkungen, die das Spiel auf die Umgebung des Schülers hat, real wirken zu lassen.
Weiterführende Infos

Hörprobe:

 
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