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Der Ja-Sager  Redaktionstipp Drucken E-Mail
Bcher: Sachbuch Erlebtes & Reiseberichte
Geschrieben von Jano Rohleder   
Samstag, 24. Oktober 2009

Der Ja-Sager

Originaltitel: Yes Man
bersetzt von: Jrn Ingwersen

Untergenre: Humor
Verlag: Goldmann
Erschienen: Februar 2009
ISBN: 978-3-442-47013-6
Preis: 8,95 EUR

576 Seiten
Inhalt
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Preis/Leistung
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Zum Inhalt:

Was passiert, wenn man einfach zu jeder Frage, zu jedem Angebot, auf jede Bitte "Ja" sagt? Danny Wallace hat es getan und sich damit in die absurdesten Situationen gebracht: Er gewinnt 25000 Pfund - und verliert sie kurze Zeit spter wieder; er trifft buddhistische Mnche, von Alien besessene Menschen und den einzigen hypnotisierten Hund der Welt. Er strandet in Singapur, Amsterdam, Stonehenge und einem kleinen Bergarbeiterdorf in Sdwales - und pltzlich ist sein Leben alles Mgliche, nur nicht langweilig.

Meinung:

Danny Wallace ist eigentlich kein Trauerklo. Doch als ihn seine Freundin verlsst, schottet sich der BBC-Radiomitarbeiter immer mehr von der Auenwelt ab. Statt sich mit seinen Freunden im Pub zu treffen, schaut er sich lieber Shows im Fernsehen an. Doch eines Tages hat Danny ein entscheidendes Erlebnis, das sein Leben auf den Kopf stellen soll: Als der Londoner U-Bahnhof, von dem aus er nach Hause fahren will, aus Sicherheitsgrnden gesperrt wird, muss er im Regen einen Bus nach Hause nehmen. Dort sitzt neben ihm ein Mann, der auch bereits am Bahnhof auf den Zug gewartet hatte. Sie kommen ins Gesprch und in dessen Verlauf gibt der Fremde Danny einen einfachen Rat: "Sagen Sie fter mal ja!"

Zunchst denkt Danny nicht weiter darber nach, doch als er sich spter das nicht ganz alltgliche Gesprch noch mal durch den Kopf gehen lsst, wird ihm klar, dass der Mann im Bus eigentlich Recht hat. Warum immer nur negativ eingestellt sein? Warum nicht wirklich fter mal ja sagen? Zunchst schreibt er seinem kompletten Freundeskreis und bittet um Entschuldigung fr das Vernachlssigen in den letzten Monaten, dann trifft er sich mit allen einzeln zum Kaffee- oder Biertrinken. Doch bald schon sagt Danny nicht einfach nur "fters" ja, sondern wirklich zu allen Wahlmglichkeiten, die ihm in seinem Leben begegnen. Eine Spam-Mail fragt, ob er nicht gern gnstige Potenzpflaster bestellen mchte - klar, warum nicht!? Oder aber sich mit Friedensaktivisten auf der Strae ber die Rettung der Welt unterhalten und dann selbst Flyer verteilen - Danny ist dabei! So wirklich richtig berzeigt ihn das "JA!" allerdings erst, als es ihm ber diverse Umwege einen Gewinn von 25000 britischen Pfund beschert. Dass Danny diese wegen seiner eigenen Bldheit gleich wieder verliert, ist dabei fr ihn vllig nebenschlich.

So wird aus dem kurzfristigen Experiment schnell eine Lebenseinstellung, die das ganze restliche Jahr so weitergehen soll. Seine Absichten stellt Danny sogar in einem "Ja-Manifest" (das mangels qualitativ hochwertigeren Schreibutensilien auf einer Papierserviette festgehalten wird) zusammen und macht mit seinem Kumpel Ian ab, dass dieser ihn mit einer frei whlbaren Strafe belegen darf, wenn er sich nicht daran hlt. Ian ist auch der Einzige, den Danny in die Angelegenheit eingeweiht hat, denn wenn seine Umgebung wsste, dass er nicht immer wirklich hundertprozentig freiwillig ja sagt, knnte das leicht zu unangenehmen Situationen fhren.

Bald schon erlebt Danny die kuriosesten Abenteuer ... beispielsweise trifft er auf einen Club von Hobbyforschern, die sich mit allen mglichen bersinnlichen Dingen beschftigen. Dort erfhrt er auch, dass der Mann im Bus durchaus Maitreya gewesen sein knnte - eine Art inkognito auf der Erde wandelnder zurckgekehrter Jesus, der der Menschheit unauffllig bei ihren Problemen hilft. Ob an der Sache wirklich etwas dran ist?

Problematisch wird das Ja-Sagen fr Danny, als der mysterise "Challenger" auftaucht, der ganz offensichtlich von seinem Ja-Manifest wei und ihn per E-Mail stndig aufs Neue auffordert, die seltsamsten Aktionen durchzufhren. Beispielsweise soll Danny nach Stonehenge fahren. Doch gibt es immer wieder auch positive Effekte. So wird ihm unter anderem durch einige Verwicklungen ein toller Job bei der Fernsehsparte der BBC angeboten. Und auch seiner heimlichen Liebe Lizzie, die aus Australien stammt und vor Kurzem dorthin zurckgekehrt ist, kommt er wieder nher ...

"Der Ja-Sager" ist nicht nur wegen der teilweise schon absurd komischen Erlebnisse von Danny lesenswert, sondern vor allem auch wegen des wunderbar selbstironischen Humors, mit dem der Autor diese aufschreibt. Immer wieder muss man ber die naive Sturheit, mit der Danny seinen Plan verfolgt, sehr schmunzeln. Kstlich sind beispielsweise die Szenen, wenn er nach Holland reist, weil dort ein vermeintlicher Lotterie-Millionengewinn auf ihn warten soll. Eigentlich hat in der E-Mail ja gestanden, dass er zunchst ein paar Tausend Euro an einen Verwalter berweisen soll, der sich um die Unterlagen kmmert. Doch warum das Ganze nicht selbst in die Hand nehmen, sich die "Verwaltungsgebhren" sparen und den Millionengewinn persnlich in Empfang nehmen? Natrlich ist dieser eine reine Erfindung - was Danny, wie dem Leser sofort klar wird, auch ganz genau wei -, doch auf Grundlage des Ja-Manifests knnte es zumindest mglich sein, dass tatschlich ein Gewinn wartet ... und zu dieser (wenn auch sehr kleinen) Chance darf natrlich nicht nein gesagt werden.

Dadurch, dass das Buch auf tatschlichen Erlebnissen von Danny Wallace beruht, die dieser whrend eines Jahres in seinem Tagebuch festgehalten hat (mehrere Male werden auch Tagebuchpassagen direkt zitiert) bekommt das Ganze zudem einen sehr starken Grad an Authentizitt, der den Leser umso mehr bei den Ja-Abenteuern des Autors mitfiebern lsst. Die Handlung ist wirklich sehr unterhaltsam und mitreiend - und im Verlauf der Lektre wird sich sicherlich jeder Leser die Frage stellen, ob nicht auch er dem "Ja" mal die eine oder andere zustzliche Chance geben sollte.

"Der Ja-Sager" erschien bereits 2007 mit gleichem Inhalt unter dem Titel "JA - Die Geschichte eines Mannes, der nicht mehr Nein sagen wollte" bei Goldmann (ISBN 978-3-442-46240-7). Die vorliegende Version kostet genauso viel und unterscheidet sich lediglich im Coverdesign von der alten Ausgabe. Zudem wurde der Titel an den in diesem Jahr in den Kinos gelaufenen Film "Der Ja-Sager" mit Jim Carrey angepasst. Der ist brigens ebenfalls sehr zu empfehlen, auch wenn er nur in sehr lockeren Grundzgen auf der Buchvorlage basiert.

Fazit:

"Der Ja-Sager" ist ein herrlich komisches Buch, das die Erlebnisse von BBC-Redakteur Danny Wallace beschreibt, der rund ein Jahr lang zu jeglichen sich ergebenden Gelegenheiten (ganz gleich, welcher Form auch immer) nur noch "Ja!" gesagt hat. Die Geschichte ist nicht nur sehr unterhaltsam, sondern auch beraus sympathisch und authentisch ... und regt den Leser dazu an, vielleicht selbst hin und wieder einfach mal "Ja!" zu sagen, ohne sich zu viele Gedanken ber die Konsequenzen zu machen. Die sind nmlich fters deutlich positiver, als man vielleicht erwarten wrde.
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