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Anas Geschichte  Drucken E-Mail
Bücher: Sachbuch Biografien
Geschrieben von Ramona Böhm   
Sonntag, 23. November 2008

Anas Geschichte - Ein Stück Hoffnung

Originaltitel: Ana's Story: A Journey of Hope
Übersetzt von: Christa Broermann

Verlag: dtv
Erschienen: November 2008
ISBN: 978-3-423-62372-8
Preis: 9,95 EUR

296 Seiten
Inhalt
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Zum Inhalt:

Anas Geschichte beginnt schon sehr früh, denn sie wird - durch ihre Mutter angesteckt - mit dem HI-Virus geboren. Mit drei Jahren verliert sie ihre Mutter, die an Aids stirbt. So wächst Ana gemeinsam mit ihrer kleinen Schwester Isabel bei ihrer Großmutter auf, ohne wirklich eine Erinnerung an ihre Mutter zu haben. Seit ihrer Kindheit weiß Ana, dass sie mit HIV infiziert ist. Ihre Großmutter hat ihr Tag für Tag eingeschärft, es niemandem zu verraten - selbst ihre Schwester Isabel weiß nichts davon.

Meinung:

Jenna Bush machte 2004 ihren Hochschulabschluss im Fach Englisch und unterstützte ihren Vater George W. Bush bei seiner Präsidentschaftskandidatur. 2006 arbeitete sie für ein halbes Jahr an der Elsie Whitlow Stokes Community Freedom Public Charter School in Washington, DC. Seit 2007 unterrichtet sie im Rahmen eines UNICEF-Projekts in Panama. Jenna Bush traf Ana bei einer Gruppensitzung von HIV- und AIDS-Kranken. Sie war tief beeindruckt von dieser jungen Frau, die eine kleine Tochter im Arm hielt. Ana und Jenna trafen sich über Monate hinweg, in denen Ana von ihrer Kindheit und Jugend berichtete. In diesem Buch schildert Jenna Bush ihre Arbeit in Lateinamerika und ein Schicksal, das vielen Mädchen dort widerfahren ist.

Ana hat ihr ganzes Leben noch vor sich. Mit gerade einmal siebzehn Jahren ist sie Mutter und eine starke, kämpferische Frau geworden, die sehr viel in ihrem bisherigen Leben gelernt hat. Aufgewachsen mit dem HI-Virus, war sie gezwungen, früh erwachsen zu werden. Sie lebt heute in zwei Welten: In der eines jungen Mädchens, das gerne flirtet und sein Leben genießt, und in der einer Mutter, die sich liebevoll um ihre Tochter kümmert.

Anas Leben beginnt unter harten Bedingungen. Sie wird HIV-positiv geboren. Ihre Mutter stirbt an AIDS, als Ana drei Jahre alt ist. Gemeinsam mit ihrer Schwester Isabel lebt sie bei ihrer Großmutter, die die Kinder streng erzieht. Immer darauf bedacht, ihr Geheimnis - ihre HIV-Erkrankung - nicht zu verraten, um nicht von anderen als Außenseiterin behandelt zu werden, lebt sie in einem Umfeld, das aus Schlägen, Misshandlungen und wenig Liebe besteht. Als ihr Vater, den sie über alles liebt, ebenfalls an AIDS stirbt, verschlechtert sich das Verhältnis zu ihrer Großmutter. Ana wird - zusammen mit ihrer Schwester - zu ihrer Großtante geschickt. Dort muss sie ebenfalls unter Schlägen und Demütigungen leiden, woraufhin Ana in eine Besserungsanstalt kommt.

Die Zeit dort tut Ana gut. Die Psychologin María kümmert sich um sie und bringt ihr bei, über ihren Schmerz und ihre Vergangenheit zu reden. Das Mädchen berichtet von den Misshandlungen des Stiefgroßvaters Ernesto, von den Schlägen der Großmutter und Großtante und von den Sorgen um seine Schwester Isabel, die immer noch bei der Großtante lebt. Ana schließt Freundschaft mit Berto, dessen Schicksal dem ihren ähnelt. Ihm verdankt sie es, dass sie mit fünfzehn Jahren in ein Wohnheim für HIV-/AIDS-Kranke ziehen kann, wo sie sich sehr wohl fühlt. Sie wird akzeptiert und freundlich behandelt.

"Anas Geschichte" ist ein Jugendbuch, das von Anas schwerem Leben erzählt. Es ist in einfacher Sprache geschrieben, sodass es auch für jüngere Leser sehr geeignet ist. Das Buch besticht nicht dadurch, dass es großartig auf Emotionen setzt. Doch trotz des sachlichen und nüchternen Stils stehen Anas Gefühle nicht im Hintergrund, sondern werden dem Leser unmittelbar weitergegeben. Die grausamen Erlebnisse, die das Mädchen durchmachen muss, vermitteln dem Leser durchaus ihre Tragweite. Schläge und Misshandlungen gehen an keinem Kind spurlos vorbei, sondern prägen es für seine gesamte Zukunft. Ana haben sie dadurch zu einer Frau gemacht, die sich gegen Ungerechtigkeiten wehrt und niemals aufgibt: "Wir sterben nicht an AIDS, wir leben damit. Wir sind Überlebende."

Unterstützt durch zahlreiche farbige Bilder, die auch ohne Text sehr ausdrucksstark sind, erfährt der Leser von Anas Leben und ihrem steinigen Weg zu einer selbstbewussten Frau, die ihr Schicksal mit dem tödlichen Virus meistert. Dieses Leben berührt und gewährt dem Leser einen kleinen Einblick, was es bedeutet, mit HIV zu leben und an AIDS zu erkranken.

Fazit:

Jenna Bushs Jugendbuch "Anas Geschichte" erzählt die Wahre Geschichte eines Lebens mit HIV. Der Leser erfährt von Anas Kindheit und Jugend, ihren Geheimnissen, die sie wahren muss, um von ihrer Umwelt nicht als Aussätzige behandelt zu werden, und von ihrem Weg hin zu einer starken, kämpferischen Persönlichkeit. Ana steht für viele andere junge Frauen, die ein ähnliches Schicksal durchleben mussten. Ihre Geschichte ist ein Aufruf an jeden, nicht wegzusehen, sondern sich zu engagieren, um Menschen mit HIV und AIDS zu helfen und die Welt ein Stückchen besser zu machen.
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