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Blood+ Yako Joshi  Drucken E-Mail
Comics: Manga Horror & Mystery
Geschrieben von Konstanze Tants   
Freitag, 19. Mrz 2010

Blood+ Yako Joshi

Zeichner: Hirotaka Kisaragi

Originaltitel: Blood+ Yako Joshi
bersetzt von: John Schmitt-Weigand

Verlag: Carlsen Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: November 2009
ISBN: 978-3-551-77785-0
Preis: 6,95 EUR

152 Seiten
Inhalt
6.0
Zeichnungen
6.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
6.3

Wertung:
6.3
von 10
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Zum Inhalt:

Hongkong, 1993. Eine Reihe von rtselhaften Morden hlt die Stadt in Atem: Die Opfer scheinen keinen einzigen Tropfen Blut mehr in sich zu haben. Als einer der Ermittler den letzten Tatort noch einmal aufsucht, wird er von einem geflgelten Monster berrascht und kann nur durch den Einsatz von Haji, der das Monster ohnehin zu verfolgen schien, gerettet werden. Es zeigt sich, dass es hier um viel mehr geht, als um einen einfachen Mordfall ...

Meinung:

Nach "Blood+" und "Blood+ Adagio" bringt der Carlsen-Verlag den Einzelband "Blood+ Yako Joshi" auf den Markt, in dem eine Hintergrundgeschichte zu der Figur des Haji erzhlt wird. Verantwortlich fr den Band ist dieses Mal der Mangaka Hirotaka Kisaragi, der vor allem fr seine "Brother x Brother"-Reihe bekannt wurde und dessen Erzhl- und Zeichenstil sich deutlich von anderen Blood+-Manga unterscheidet.

Chronologisch ist "Blood+ Yako Joshi" vor "Blood+" angeordnet - doch nur mit dem Hintergrundwissen aus der fnfteiligen Reihe kann man die Geschichte wirklich genieen. Im Jahr 1993 kommt es in Hongkong zu einer Reihe ungewhnlicher Morde, bei denen die Opfer fast blutleer am Tatort zurckbleiben. Whrend in der Stadt das Gercht umgeht, dass Vampire fr die Toten verantwortlich sind, macht sich der Polizist Nishi (nach der chinesischen Lesung seines Namens auch "Sai" genannt) auf die Suche nach dem wahren Tter.

Nishi glaubt nicht an bernatrliche Wesen, denn in seinen Augen tten nur Menschen andere Menschen. Doch als er noch einmal den Tatort des letzten Mordes in Augenschein nimmt, wird er von einem Chiropteran berrascht. Dem blutrnstigen Monster gelingt es, den Polizisten zu berwltigen, und nur das Eingreifen eines unbekannten Mannes rettet Nishi das Leben. Der Fremde ist Haji, der auf der Suche nach seiner Herrin Saya ist. Durch Haji und Isaac von der Organisation "Red Shield" erfhrt Nishi mehr ber die Chiropteran - und dass eine Verbindung zwischen diesen vampirischen Wesen und dem Tod seines lteren Bruders bestehen knnte.

So verfolgt der Leser auf der einen Seite die Hintergrnde des Auftauchens der Chiropteran in Hongkong und auf der anderen Seite bekommt er mehr Informationen ber Haji und seine Gefhle gegenber Saya, die die einzige Waffe gegen die Chiropteran darstellt. Dabei stehen aber vor allem Nishi und sein Verhltnis zu Haji, der ihn an seinen groen Bruder erinnert, im Vordergrund.

Im Vergleich zu den anderen Blood+-Geschichten fehlt es "Blood+ Yako Joshi" eindeutig an Tiefgang. Die Handlung ist unterhaltsam und spannend, bewegt den Leser aber bei Weitem nicht so sehr, wie es die anderen Reihen getan haben. Nishi ist zwar eine interessante und sympathische Figur, aber sein Hintergrund wirkt im Vergleich zu den anderen Schicksalen doch etwas banal. Vor allem hat er ein Problem damit, dass sein lterer Bruder als Militrseelsorger an den Persischen Golf ging und dort gettet wurde.

Allerdings bewirkt dieser Abstand zu dem restlichen Geschehen, dass der Polizist einen etwas objektiveren Blick auf die Chiropteran hat, als es Haji und Isaac mglich ist - und so hilft er den beiden zusammenzuarbeiten. Doch obwohl Nishi einen positiven Einfluss auf den Chevalier hat, bleiben die Figuren insgesamt recht profillos und die Geschichte kratzt gerade mal an der Oberflche der Blood+-Hintergrnde. Dabei htte die Grundidee deutlich greres Potenzial geboten, um die Figur des Haji auszuarbeiten.

Auch zeichnerisch kann Hirotaka Kisaragi nicht an das Niveau von Kumiko Suekane ("Blood+ Adagio") oder gar an die Leistung von Asuka Katsura ("Blood+") heranreichen. Obwohl er insgesamt eine gute Leistung abliefert, sind seine Figuren deutlich weniger markant, als man es sonst von den Blood+-Titeln gewohnt ist, und man merkt dem Mangaka an, dass er sich sonst vor allem im Bereich der Boys-Love-Manga bewegt. Die Charaktere wirken fr eine solch ungewhnliche Geschichte voller Horrorelemente viel zu glatt und hbsch. Trotzdem muss man Hirotaka Kisaragi zugestehen, dass es ihm gelingt, die feineren Emotionen der Figuren berzeugend dazustellen, und auch die Actionszenen sind nicht schlecht - wenn auch etwas unbersichtlich - geraten.

Fazit:

Mit "Blood+ Yako Joshi" liefert Hirotaka Kisaragi eine solide und ansprechende Geschichte ab, auch wenn der Mangaka mit diesem Einzelband leider nicht das hohe Niveau der "Blood+"-Serie erreicht. In diesem Manga bekommt der Leser einen kurzen Einblick in das Leben von Sayas Gefolgsmann Haji, der kurz vor den Begebenheiten in "Blood+" spielt. Dabei erlebt man diese Episode aus den Augen des Polizisten Nishi, dessen eigener Hintergrund verhltnismig banal aufgebaut wurde. Auch die Zeichnungen von Hirotaka Kisaragi sind im Vergleich zu anderen Mangareihen zwar sehr gut gelungen, knnen aber nicht an die Leistungen von Asuka Katsura ("Blood+") heranreichen, was vor allem an dem etwas beliebigen Charakterdesign liegt. Fr sich genommen ist "Yako Joshi" eine interessante und gut gezeichnete Geschichte, aber im Vergleich mit den anderen "Blood+"-Manga fllt dieser Band leider deutlich ab.
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