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Black Butler 01  Drucken E-Mail
Comics: Manga Fantasy & Sci-Fi
Geschrieben von Konstanze Tants   
Samstag, 1. Januar 2011

Black Butler 01

Autor: Yana Toboso
Zeichner: Yana Toboso

Originaltitel: Kuroshitsuji vol. 1
bersetzt von: Claudia Peter

Reihe: Black Butler
1. Band der Reihe

Verlag: Carlsen Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Juni 2010
ISBN: 978-3-551-75303-8
Preis: 6,95 EUR

194 Seiten
Inhalt
5.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
6.7

Wertung:
6.7
von 10
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Zum Inhalt:

"Als Butler der Phantomhives sollte ich so etwas schon beherrschen". So lautet das Motto von Sebastian, dem Butler der alteingesessenen englischen Adelsfamilie Phantomhives. Ob es nun um Wissen geht oder um Wrde, um Tanzunterricht, Kochen oder Kampfknste ... in allem ist er perfekt! Und in Gegenwart seines gerade mal zwlfjhrigen Herren flattern seine Fracksche beflissen hin und her.

Meinung:

"Black Butler" von Yana Toboso fngt erst einmal gemchlich an, da sich die Mangaka Zeit nimmt, um die einzelnen Figuren vorzustellen. Die Geschichte spielt im viktorianischen England und dreht sich um den Butler Sebastian, der in den Diensten der Familie Phantomhive steht. Genauer gesagt dient er Ciel Phantomhive, der trotz seines jungen Alters die Geschfte der Familie fhrt. Doch eine so groe Rolle spielen diese Familienangelegenheiten in den ersten Kapiteln nicht, dafr beschleicht den Leser nach und nach der Verdacht, dass der unglaublich talentierte Butler mehr als die blichen Aufgaben zu verrichten hat.

Dabei hat Sebastian mit der Leitung des Phantomhiveschen Haushalts mehr als genug zu tun, denn ihm zur Seite stehen nur der schon etwas ltere Tanaka, der enthusiastische Grtner Finnian, der lssige Kchenchef Bard und das tollpatschige Hausmdchen Maylene. Keiner von ihnen ist wirklich fr seinen Job qualifiziert und wrde Sebastian nicht regelmig einen Teil ihrer Arbeit bernehmen und jeden Schritt der anderen kontrollieren, gbe es nur noch Chaos im Anwesen der Phantomhives.

So kommt es in den ersten Kapiteln zu vielen Slapstick-Einlagen rund um das Hauspersonal und die unglaublich berzogene Unfhigkeit dieser Angestellten, whrend man nur sehr gemchlich mehr Details ber Ciel Phantomhive erfhrt. Der Junge ist nicht nur das Oberhaupt seiner Familie, sondern auch ein erfolgreicher Geschftsmann - vor allem, da er sich mit seinen Geschften an die Dinge hlt, mit denen er sich auskennt: Spielzeug und Sigkeiten. So wirkt "Black Butler" auf den ersten Blick lustig (manchmal sogar etwas zu albern) und nur gegen Ende dieses Auftakt-Bandes kommt es zu Szenen, in denen deutlich wird, dass man es hier nicht mit reinem Humor zu tun hat.

Denn die Phantomhives haben eine ganz besondere Aufgabe, bei der Sebastian Ciel mehr oder weniger freiwillig zur Seite steht. Diese Ttigkeit ist mit vielen Gefahren, Kmpfen und einigem Blutvergieen verbunden, sodass der Manga fr empfindlichere (oder jngere) Leser auf keinen Fall zu empfehlen ist. Erst nach den "lustigen" Anfangskapiteln entfaltet die Geschichte ihr Potenzial und macht neugierig auf eine Fortsetzung, in der man hoffentlich deutlich mehr ber die Hintergrnde sowie Ciels und Sebastians Verhltnis zueinander erfhrt.

Zeichnerisch ist der Manga hingegen eine Augenweide - allerdings wieder mit der Einschrnkung, dass die verschiedenen Angestellten auch hier in den Slapstick-Einlagen nicht durchgehend berzeugen knnen. Doch Sebastian, Ciel und diverse Nebenfiguren sind Yana Toboso sehr gut gelungen. Jeder einzelne Charakter ist unverwechselbar und selbst Personen, die nur einen kurzen Auftritt haben, prgen sich dem Betrachter ein. Auch die eher brutalen Szenen sind immer noch geschmackvoll geraten und trotz Blut und Gewalt von einer ansprechenden sthetik.

Ein kleiner Wermutstropfen sind die immer mal wieder in der Handlung auftauchenden Unstimmigkeiten, die einem ins Auge fallen. So benutzt Sebastian in einer Szene zum Beispiel eine Art Mobiltelefon, was den Leser in einem viktorianischen Umfeld doch etwas irritiert. Diese Freiheiten knnte man einem so "vielseitigen" Butler vielleicht verzeihen, Yana Toboso htte aber zugunsten eines stimmigen Umfelds besser darauf verzichten sollen. Ansonsten sind die wenigen Hintergrnde sehr atmosphrisch geraten und zeigen stimmungsvolle Zimmer im Herrensitz der Familie oder viktorianische Straenszenen.

Fazit:

Der erste Band von "Black Butler" zeigt zu Beginn sehr viele Szenen, die slapstickhaft berzogen sind. Nur langsam lernt man den Butler Sebastian, seinen Dienstherrn Ciel Phantomhive und die restlichen Dienstboten des Anwesens kennen, wobei Yana Toboso viel Wert auf berzogene und amsante Momente legt, die in keiner Weise auf die eher brutalen Szenen vorbereiten, die am Ende des Manga zu sehen sind. Dabei liegt der Reiz der Geschichte gerade in diesen gewaltttigen Szenen, in denen deutlich wird, dass Ciel Phantomhive und sein Butler einer sehr gefhrlichen Nebenbeschftigung nachgehen. Auch zeichnerisch glnzt Yana Toboso besonders in diesen letzten Szenen, wobei es ihr von Anfang an gelingt, jeder Figur ein unverwechselbares ueres mit passender Mimik und Gestik zu verleihen. Auf jeden Fall machen die Andeutungen am Ende dieses Bands groe Lust auf die weitere Entwicklung der Geschichte, in der die "humorvollen" Szenen hoffentlich etwas dezenter gehalten sind.
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