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Buffy-Chroniken 1: Der erste Stich 
Comics: Amerika Horror & Mystery
Geschrieben von Konstanze Tants   
Donnerstag, 3. Juni 2010

Buffy-Chroniken 1: Der erste Stich

Originaltitel: Buffy the Vampire Slayer: The Origin 1-3 / Buffy the Vampire Slayer 51-54
Übersetzt von: Claudia Kern

1. Band der Reihe

Verlag: Panini Comics
Format: Softcover
Erschienen: Juli 2009
ISBN: 978-3-86607-082-0
Preis: 16,95 EUR

168 Seiten
Inhalt
6.0
Zeichnungen
7.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.8

Wertung:
6.8
von 10
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Zum Inhalt:

Die Buffy-Chroniken sind noch zu Zeiten der TV-Serie erschienen und schließen dort vorhandene Lücken oder vertiefen Geschehnisse. Chronologisch fängt dieser erste Band bei den Ursprüngen an: "Wie alles begann ..." ist eine werkgetreue Adaption von Joss Whedons Originaldrehbuch zum Film "Buffy - Der Vampir-Killer", die außer der Story nichts mit dem Machwerk zu tun hat, das 1992 herauskam. "Viva Las Buffy" schließt direkt daran an - ebenfalls ein Abenteuer aus der Zeit, bevor Buffy nach Sunnydale kam, und mit den ersten Auftritten von Angel und Giles!

Meinung:

Nach dem Erfolg der achten "Buffy"-Staffel bringt Panini Comics nun mit den "Buffy-Chroniken" weitere Comics rund um die Vampirjägerin auf den Markt. In dem Auftakt-Band mit dem Titel "Der erste Stich" bekommt der Leser zwei Geschichten präsentiert: "Wie alles begann" und "Viva Las Buffy". "Wie alles begann" entstand noch während die "Buffy"-Fernsehserie lief und basiert auf dem Originaldrehbuch, das von Joss Whedon für den Fernsehfilm geschrieben wurde. Der Leser, der die Teenie-Horror-Komödie "Buffy - Der Vampir-Killer" kennt, die nach dieser Grundidee geschaffen wurde, wird erleichtert feststellen können, dass Dan Brereton und Christopher Golden nach Joss Whedons Vorlage eine Geschichte geschaffen haben, deren Grundstimmung der "Buffy"-Fernsehserie deutlich näher kommt.

Hier erfährt man, wie Buffy ihren ersten Wächter Merrick kennenlernte und welche Entwicklungen dazu führten, dass wenige Monate später ihre Mutter nach Sunnydale zog. Auch wenn - wahrscheinlich aufgrund der Tatsache, dass diese Comicreihe nur drei Hefte umfassten - Buffys Wandlung von der gedankenlosen und verwöhnten High-School-Cheerleaderin zur wild entschlossenen Jägerin etwas schnell verläuft, ist es doch schön, diese Veränderung zu verfolgen. Doch vor allem das Schicksal von Merrick sorgt für einen ernsten Unterton, während die Einblicke in Buffys Familienleben einige Dinge näher beleuchten, die man während des Schauens der Fernsehserie nur vermuten konnte.

Joe Bennets Zeichenstil ist dabei sehr typisch für die späten 90er Jahre und sorgt dafür, dass die Charaktere eher an Barbie-Puppen als an die beliebten Schauspieler aus der Fernsehserie erinnern. Auch bedient er sich eines sehr uninspirierten Bildaufbaus, in dem sich Kästchen an Kästchen reiht, ohne dass er die Gelegenheit nutzt, durch die Panelaufteilung die Action in der Handlung darzustellen. Ebenso ist die Kolorierung von Jeromy Cox und Guy Major recht typisch für die Zeit, in der die Hefte entstanden sind, da die Farben zwar routiniert mit dem Computer gesetzt wurden, aber das Ergebnis durch den Mangel an Experimentierfreude langweilig wirkt.

Die zweite Geschichte "Viva Las Buffy" bezieht sich auf eine kleine Nebenbemerkung in der Fernsehserie, in der die Vampirjägerin auf Erlebnisse in Las Vegas anspielte. Entstanden sind die vier Originalhefte 2002 und 2003 und die Autoren Brian Horton und Paul Lee nutzten diese Gelegenheit nicht nur, um zu zeigen, wie die Beziehung zwischen Buffy und ihrem Freund Pike weitergeht, sondern auch dazu, eine Rolle für Angel einzubauen. All das ist zwar sehr nett mitzuerleben, aber wohl nur für Leute interessant, die grundsätzlich alles aus dem "Buffy"-Universum lesen wollen - wobei jedoch anzumerken ist, dass die "Buffy-Chroniken" für Neueinsteiger einen schönen Einblick in Buffys Welt bieten.

Zeichnerisch ist der zweite Teil von "Der erste Stich" hingegen wesentlich gelungener. Cliff Richards bedient sich deutlich feinerer Linien als Joe Bennet, was zu ausdrucksstarken Gesichtern führt, und auch seine Seitenaufteilung ist erheblich dynamischer. Ihm gelingt es, der Action in der Geschichte gerecht zu werden und die Zeitsprünge in der Handlung durch dezente Details deutlich zu machen.

Fazit:

Die "Buffy-Chroniken" bieten Neueinsteigern und Fans einen schönen Einblick in die Anfänge dieser Geschichte. Mit den beiden Episoden in "Der erste Stich!" präsentiert Panini dem Leser die Comicumsetzung des Original-Filmdrehbuchs von Joss Whedon sowie eine Episode, die zwischen Buffys ersten Erlebnissen als Jägerin und ihrer Zeit in Sunnydale (wo die Handlung der Fernsehserie stattfindet) spielt. Leider können die Zeichnungen von Joe Bennet, der für "Wie alles begann" verantwortlich ist, nicht überzeugen, während Cliff Richards mit "Viva Las Buffy" einen deutlich gefälligeren Stil präsentiert.
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