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Grimmiger Dienstag (Hörbuch) 
Hörbücher: Unterhaltung Kinder & Jugend
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Mittwoch, 20. August 2008

Grimmiger Dienstag

Gelesen von: Oliver Rohrbeck
Originaltitel: Grim Tuesday
Art der Lesung: gekürzt
Medienanzahl: 4 CDs

2. Teil der Reihe

Label: Lübbe Audio
Untergenre: Fantasy
Erschienen: Mai 2007
ISBN: 978-3-7857-3316-5
Preis: 16,95 EUR
Inhalt
8.0
Sprecher
9.0
Bearbeitung
6.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.0

Wertung:
8.0
von 10
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Zum Inhalt:

Arthur Penhaligon war eigentlich dem Tod geweiht. Doch man ließ ihn nicht sterben, sondern erlegte ihm eine schier unlösbare Aufgabe auf: Er soll sieben Schlüssel besorgen ... für ein Königreich. Arthur hätte nicht gedacht, dass er noch einmal in das seltsame Haus zurückkehren müsste, dass ihn am Montag beinahe umgebracht hätte: Das Haus, das ein finsteres Reich birgt. Nun steht er vor einer neuen Herausforderung. Ein Unhold namens Grimmiger Dienstag bedroht Arthurs Familie und den Rest der Welt. Für Arthur beginnt ein Abenteuer, bei dem er an Bord eines Sonnenschiffs gehen, sich mit einem Sonnenbären anfreunden und finstere Nichtlinge bekämpfen muss.

Meinung:

Garth Nix "Grimmiger Dienstag" ist der zweite von sieben Teilen aus der Reihe "Die Schlüssel zum Königreich". Held dieser Serie ist der Junge Arthur Penhaligon, der an Asthma leidet. Durch Zufall gerät er an einen Montag in das "Haus", ein gigantisches Gebäude, das das Zentrum des Universums bildet. Dieses Haus ist in mehrere Domänen unterteilt, die wiederum von den sieben Tagen beherrscht werden.

Das Haus und das Universum wurden von der Architektin erschaffen, die ihre Schöpfung verlassen und die Kontrolle darüber ihrem Testament überlassen hat. Dieses wurde jedoch von den Tagen überwältigt und in mehrere Teile zerbrochen, die über das gesamte Haus verstreut sind. Arthur wird zum Erbe des Hauses bestimmt und muss den Tagen jeweils ihren Teil des Testaments abtrotzen. Dies ist jedoch nicht so einfach, da jeder der sieben sehr an der Macht hängt, die damit verbunden ist. Doch mit Glück und der Hilfe seiner im Haus gewonnenen Freunde konnte Arthur bereits den Herrn Schwarzer Montag besiegen.

Der in dem vorliegenden Hörspiel adaptierte Roman "Grimmiger Dienstag" setzt nun direkt nach dem Ende von "Schwarzer Montag" ein. Es ist inzwischen der nächste Tag, der Grimmige Dienstag, der versucht, seinen bösen Plan gegen den Jungen umzusetzen. Er bedroht die finanzielle Existenz von Arthurs Familie, sodass dieser wieder in das Haus zurück muss. Im Reich von Grimmiger Dienstag tritt der Junge gegen den Tag an, der durch seine Gier das ganze Universum in Gefahr bringt.

Man muss Garth Nix dafür loben, dass er es geschafft hat, die Buchvorlage so zu schreiben, dass selbst Neueinsteiger perfekt in das von ihm kreierte Universum hineinfinden. Er setzt an keiner Stelle zu viele Vorkenntnisse voraus und liefert benötigtes Wissen sofort nach. Hier zeigt sich die Routine, die der Autor besitzt - ist er doch schließlich bereits seit 1988 als Schriftsteller aktiv.

Seine Figur Arthur Penhaligon kann man nicht gerade als typischen Held beschreiben. Er agiert nur äußerst widerstrebend, möchte am liebsten seine Ruhe haben und seine normale beschauliche Existenz weiterführen. Arthur ist von schwächlicher Verfassung und auch etwas weinerlich veranlagt. Doch die Umstände verlangen von ihm, dass er die Konfrontation sucht, auch wenn eigentlich alles gegen ihn spricht. Daher ist es kein Wunder, wenn der Junge im Laufe des Abenteuers Schaden nimmt.

Denn Arthur bleibt eigentlich ein Fremdkörper in der Welt des Hauses. Garth Nix baut hier geschickt einen interessanten Gegensatz auf, indem er Arthur als durchschnittlichen Jungen auf die bizarre Welt treffen lässt, die die Architektin erschaffen hat. In dem Haus, bzw. in den unteren Regionen, wo die Geschichte stattfindet, trifft er nicht nur auf alte Freunde, sondern auch auf die Nichtlinge (Verkörperungen des Nichts, das für jeden bedrohlich werden kann). Hier fordert der Autor deutlich die Fantasie der Zuhörer heraus.

Die Umsetzung für das Hörbuch hält sich recht nahe an die Romanvorlage. Es scheint so, als ob das Buch nahezu 1:1 umgesetzt wurde, wenn man mal von der finalen Konfrontation zwischen Arthur und Grimmiger Dienstag absieht. Diese verläuft im Hörbuch etwas anders als in der Buchvorlage. Bei der Hörversion wird der Konflikt zwischen den beiden Kontrahenten viel zu einfach aufgelöst und es fehlt dadurch das gewisse Etwas, das die Konfrontation in der Buchvorlage ausgezeichnet hat.

Die einzelnen Passagen sind mit im Schnitt 15 bis 20 Minuten etwas lang geraten. Und ob man in einem Hörbuch wirklich dramatische Musik und Soundeffekte hören muss, darüber lässt sich streiten. Eigentlich stören sie eher, als dass sie den Hörgenuss steigern, da sie vom Sprecher ablenken. Das ist sehr bedauerlich, denn Oliver Rohrbeck liefert eine gelungene Arbeit ab. Er erzählt die Geschichte sehr flüssig und verleiht jeder Figur ihre eigene Stimme. Insbesondere sein Arthur Penhaligon ist gelungen. Man hört aus jedem Wort deutlich den Widerwillen heraus, mit dem der Junge anfänglich wieder in das Haus geht. Ebenso wie anfangs die Zurückhaltung Arthurs zu hören ist, bemerkt man, wie sich bei ihm bald der Wille manifestiert, das ganze Abenteuer möglichst rasch über die Bühne zu bringen. Aber auch die anderen Figuren sind dem Sprecher gelungen. Da sei zum Beispiel auch Susi Türkis Blau, Freundin und Begleitung von Arthur, genannt, die Oliver Rohrbeck herrlich frech und unabhängig wirken lässt.

Fazit:

"Grimmiger Dienstag" ist ein in großen Teilen sehr gelungenes Hörbuch. Die Umsetzung zeigt sich fast identisch mit der gedruckten Vorlage und weicht "nur" bei der finalen Konfrontation zwischen Arthur Penhaligon und Grimmiger Dienstag ab. Wobei dieses "Nur" leider den Hörgenuss doch ein bisschen einschränkt, da dadurch der Geschichte einfach etwas fehlt. Auch die Tatsache, dass die einzelnen Hörpassagen mit 15 bis 20 Minuten doch recht lang sind, schränkt den Genuss weiter ein. Und ob man wirklich bei einem Hörbuch dramatische Musik und Soundeffekte braucht, ist eine Geschmacksfrage. Immerhin leistet der Sprecher Oliver Rohrbeck sehr gute Arbeit und trägt die Geschichte ohne Stocken und Zögern vor. Auch seine Darstellung der einzelnen Figuren kann man nur loben.
Weiterführende Infos

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