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Tatjana K. 3: Das Stigma des Longinus  Drucken E-Mail
Comics: Frankobelgier Krimi & Thriller
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 14. Juni 2009

Tatjana K. 3: Das Stigma des Longinus

Zeichner: Emanuele Barison

Originaltitel: Tatiana K.: Le Stygmate de Longinus
Reihe: Tatjana K.
3. Band der Reihe

Verlag: Finix Comics
Format: Hardcover
Erschienen: Mrz 2009
ISBN: 978-3-941236-04-2
Preis: 13,80 EUR

48 Seiten
Inhalt
4.0
Zeichnungen
6.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
5.6

Wertung:
5.6
von 10
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Zum Inhalt:

Verfolgt von korrupten Handlangern der rumnischen Securitate ist Tatjana dem verrckten Genetiker Strigo auf den Fersen. Sie hat sich mit Nicolas Rosenberg und zwei rumnischen Polizisten sowie einem Sldner des Opus Dei verbndet, um ihn aus seinem Schlupfwinkel zu vertreiben - dem einstigen Schloss von Dracula ... Strigo ist immer noch aktiv. Die Kirche hatte sich einst an ihn gewandt, um aus einer DNA-Probe vom Turiner Grabtuch einen Klon von Jesus zu erschaffen - ein aberwitziges Unternehmen, das die katholische Obrigkeit nun vergessen will ... endgltig. Er ist auch der Verantwortliche fr die abscheulichen Verbrechen an menschlichen Versuchskaninchen, die unter dem blutigen Regime von Ceauşescu begangen wurden. Er allein kennt mit Sicherheit die tatschliche Herkunft von Tatjana Kovolenko. Ist sie die leibliche Tochter dieses Monsters oder, schlimmer noch, das Ergebnis seiner genetischen Manipulationen?

Meinung:

Nachdem "Die Bchse der Pandora" (1999) und "Strigo" (2003) bei Salleck Publications erschienen, wurde die Serie von diesem Verlag zwar nicht offiziell eingestellt, aber auch nicht weitergefhrt. Der Verein Finix Comics hingegen hat es sich zur Aufgabe gemacht, solche unvollendeten Reihen in Deutschland zu einem Abschluss zu bringen, und bietet dem Leser nun mit "Tatjana K.: Das Stigma des Longinus" nach vielen Jahren die Mglichkeit, den dritten (und den ersten Zyklus abschlieenden) Band der Reihe um die ehemalige Geheimagentin in die Hnde zu bekommen.

Angenehmerweise informiert eine Zusammenfassung den Leser ber Tatjanas Vergangenheit als Geheimagentin und Mitglied der in Ost-Berlin agierenden Gruppe "Terror". Auch ihr Weg zu der berstaatlichen Organisation "Die letzte Abteilung", welche es sich zur Aufgabe gemacht hat, alles zu bekmpfen, was eine kologische Bedrohung fr die Erde darstellt, wird beschrieben. Trotzdem fllt es dem Leser ohne das Vorwissen aus den ersten beiden Bnden nicht gerade leicht, in die Handlung hineinzukommen.

Tatjana und ihre Mitstreiter Nicolas Rosenberg und Mircea Florescu sind auf der Suche nach dem perversen Wissenschaftler Andrej Sergeijvitsch Kovolenko (Strigo), der vom Vatikan den Auftrag bekommen hatte, nach einer Genprobe aus dem Turiner Grabtuch einen Jesus-Klon herzustellen. Doch nachdem dieses Experiment anscheinend schief gelaufen ist, ist nicht nur "Die Letzte Abteilung" hinter Strigo her, sondern auch ein Auftragsmrder des Kardinals Chendi - und der kirchliche Killer will Tatjana zwingen, ihm den Aufenthaltsort des Wissenschaftlers mitzuteilen.

So bekommt der Leser nicht nur schon von der ersten Seite an alle krperlichen Vorzge der nach dem Vorbild von Brigitte Bardot gestalteten Tatjana K. prsentiert, sondern die Handlung taucht auch schnell in die fr Agentengeschichten notwendige Action ein. Bei der Suche nach dem Aufenthaltsort von Strigo agieren nicht nur die verschiedenen Gruppen gegeneinander. Durch Intrigen auf der Gegenseite findet Tatjana schnell einen unerwarteten Verbndeten, und mit ihm zusammen bricht die Gruppe auf nach Rumnien.

Eine Flucht per Hubschrauber, Minisender, ein luxuriser Bunker Ceauşescus, Draculas letzte Wohnsttte, Geheimgnge, ein Maskenball, die Luftwaffe des Vatikans und natrlich unzhlige Kmpfe mit den unterschiedlichsten Gegenspielern bilden den Hintergrund fr eine etwas minimalistische und vor allem recht absurde Handlung. Gespickt wird die ganze Geschichte mit eher flachen, humorvollen Einlagen und vielen Anspielungen auf geschichtliche Ereignisse, die klassische Literatur und vor allem die Bibel.

Obwohl die Grundidee zu "Das Stigma des Longinus" sehr reizvoll htte sein knnen, gelingt es Franois Corteggiani leider nicht, dieses Potenzial auch nur annhernd auszuschpfen. Das Gleiche lsst sich leider auch ber die Zeichnungen von Emanuele Barison sagen: Hier bekommt der Leser franzsische Durchschnittsware geboten, bei der der Bildaufbau der dargestellten Action nicht gerecht werden kann und selbst eine jagende Hundemeute erstaunlich statisch wirkt. Auch das Charakterdesign ist einfach zu konturenlos, um den Leser zu fesseln. Besonders bedenklich ist es hierbei, dass einige der Nebenfiguren so viel mehr Persnlichkeit aufzuweisen haben als smtliche Hauptpersonen zusammen.

Trotz dieser Kritik sind die Bemhungen von Finix, dem deutschen Publikum den Abschluss der "Tatjana K."-Reihe zu prsentieren, wirklich anzuerkennen. Wer schon die ersten beiden Bnde der Serie besitzt, bekommt hier eine liebevoll gemachte Hardcover-Ausgabe in die Hnde, die sich nahtlos an die Verffentlichungen der Salleck Publications anfgt. Fr Neuleser hingegen drfte "Das Stigma des Longinus" eher unbefriedigend sein, vor allem, da es nicht so ganz einfach sein wird, noch in den Besitz der frheren Comics zu gelangen.

Fazit:

Es reicht nicht, mit Bibelzitaten und Anspielungen auf Politik, Geschichte und Literatur um sich zu werfen, um einen Comic interessant zu gestalten. Stattdessen bietet "Tatjana K." dem Leser belanglosen Humor, langweilige Actionszenen und eine so absurde und vorhersehbare Handlung, dass einfach keine Spannung aufkommt. So ist es erschreckend stimmig, dass auch die durchschnittliche Qualitt der Zeichnungen in "Das Stigma des Longinus" im Leser keine Begeisterung hervorrufen kann. Doch wer schon die ersten beiden Bnde der Reihe in seinem Besitz hat, wird sich trotzdem freuen, mit diesem Comic endlich die Serie um die kurvenreiche Geheimagentin abschlieen zu knnen.
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