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Frank Lincoln 1: Das Gesetz des Hohen Nordens / Off-Shore  Drucken E-Mail
Comics: Frankobelgier Krimi & Thriller
Geschrieben von Manuel Tants   
Dienstag, 5. Mai 2009

Frank Lincoln 1: Das Gesetz des Hohen Nordens / Off-Shore

Autor: Marc Bourgne
Zeichner: Marc Bourgne

Originaltitel: Frank Lincoln: La loi du Grand Nord / Off Shore
Reihe: Frank Lincoln
1. Band der Reihe

Verlag: Piredda
Format: Hardcover
Erschienen: Mrz 2009
ISBN: 978-3-941279-47-6
Preis: 25,00 EUR

96 Seiten
Inhalt
6.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.2

Wertung:
7.2
von 10
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Zum Inhalt:

Seit seine Frau Susan, eine ehemalige FBI-Agentin, auf mysterise Art und Weise verschwunden ist, muss sich Frank Lincoln allein mit seiner Tochter Jean zurechtfinden. Er quittiert den Polizeidienst, wird Privatdetektiv und erffnet sein eigenes Bro in Anchorage, der grten Stadt in Alaska. Von hier aus startet er seine Ermittlungen, die ihn immer wieder in die wilden Landschaften dieses nordamerikanischen Staates fhren, der auch die "uerste Grenze" genannt wird.

Meinung:

Privatdetektive geben gute Hauptfiguren ab - das ist nicht nur im Film und im Roman so, sondern auch im Comic. Die von Marc Bourgne (u.a. "Der Rote Korsar") sowohl verfasste als auch gezeichnete Albenreihe "Frank Lincoln" hat das Thema "Privatdetektiv" allerdings in ein recht ungewhnliches Umfeld verfrachtet, denn der Titelheld ist im kalten Alaska ttig. Ansonsten muss Lincoln sich jedoch mit den gleichen privaten Problemen wie andere Schnffler seines Schlages herumrgern: Seine Frau ist vor fnf Jahren spurlos verschwunden (und mglicherweise tot) und seine Tochter hat gerade die Pubertt erreicht und fordert mehr Aufmerksamkeit ein, als der arbeitsbesessene Ex-Polizist zu geben bereit ist. Hinzu kommen gngige Laster und Eigenschaften wie Alkohol, Zigarren und unfreundliche Umgangsformen - der Comic bietet also klassischen Stoff mit einem raubeinigen Ermittler, der auch mal hart zupackt, wenn es sein muss.

Im ersten Band der Reihe verffentlicht der Piredda-Verlag gleich zwei Flle von Frank Lincoln. Den Auftakt macht "Das Gesetz des Hohen Nordens": Eher widerwillig stellt Frank Lincoln den jungen Inuk (bzw. Eskimo) Billy Yapana in seiner Privatdetektei als Assistenten ein. Billy zieht jedoch gleich am folgenden Tag den ersten Auftrag fr Frank an Land: Die attraktive Patricia Neeson bittet um Personenschutz, da ihr Ex-Verlobter Zach ihr nach dem Leben trachtet. Zach ist allerdings der Sohn Roberto Morenos, des grten Unterwelt-Bosses von Alaska, und somit ist schnell klar, dass Frank und Patricia besser erst einmal untertauchen sollten, um ihr Leben zu schtzen. Doch selbst abgelegene Angelhtten im Norden Alaskas knnen gefunden werden ...

Im zweiten Abenteuer mit dem Titel "Off-Shore" verschlgt es Frank Lincoln auf eine Bohrinsel an der Nordkste Alaskas: Ein Versicherungsunternehmen hegt den Verdacht, dass die Eigentmergesellschaft "Golden Oil" (an der zufllig Roberto Moreno groe Anteile besitzt) selbst die lplattform per vorgetuschtem Unfall versenken will, um Umweltauflagen zu umgehen, die eine aufwndige Demontage vorschreiben, und gleichzeitig noch die Versicherungssumme zu kassieren. Nachdem auf der Bohrinsel in diesem Zusammenhang bereits ein Mord geschehen ist, fliegt Frank Lincoln zusammen mit der Versicherungsdetektivin Kay Mansell zu der Bohrinsel und gert dort in die Arme der Bord-rztin - und damit auch in groe Gefahr.

Die beiden Episoden bieten handfeste, solide Kriminalgeschichten mit sprbarem Action-Einschlag. Ohne Schnrkel und berraschende Wendungen lst Frank Lincoln seine Flle und wenn es brenzlig wird, sprechen Fuste und Revolver - oder aber Franks Gehilfe Billy rettet den Tag, denn dank seiner Militrausbildung kann der junge Inuk beinahe alles, vom Hubschrauberfliegen bis zum Eismeertauchen. Ein wenig schwach ist allerdings die Einbettung der Hintergrundgeschichte um Franks vermisste Frau Susan und deren Verbindung zu Unterwelt-Boss Roberto Moreno: Die Verknpfung der einzelnen Flle mit Morenos Kartell wirkt zum Teil sehr bemht und aufgesetzt.

Der feine, klare Strich Marc Bourgnes entwirft realistische Bilder, die gut zu der bodenstndigen Geschichte passen. Sowohl die Mimik und Gestik der Personen als auch die Przision in der Darstellung technischer Objekte hinterlassen einen wirklichkeitsgetreuen und angenehm sauberen Eindruck - auch wenn vielleicht gerade dem Bohrinsel-Setting etwas mehr Schmutz nicht geschadet htte. Die Kolorierung der ersten Geschichte von Bruno Wesel ist gefllig, die Farben des zweiten Abenteuers, die Bruno Pradelle angelegt hat, berzeugen allerdings noch etwas mehr, da sie den Zeichnungen eine ausgeprgtere Tiefe verleihen.

Fazit:

An "Frank Lincoln" ist vor allem das unverbrauchte Setting interessant - nur selten ermitteln Privatdetektive in derart rauem Klima, wie es in Alaska herrscht. Die Hintergrundgeschichte, die die einzelnen Flle Frank Lincolns miteinander verknpft, wirkt zwar leider an einigen Stellen etwas konstruiert und aufgepfropft - fr sich betrachtet bieten die Abenteuer allerdings solide, wenn auch etwas durchschaubare Actionkrimi-Geschichten, die in gelungenen, klaren Zeichnungen prsentiert werden. Ein weiterer Doppelband mit zwei weiteren Fllen fr den Privatdetektiv, der von seiner Arbeit und der Suche nach seiner verschwundenen Frau besessenen ist, wurde vom Verlag bereits angekndigt.
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