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Allein 1: Verschwunden!  Drucken E-Mail
Comics: Frankobelgier Horror & Mystery
Geschrieben von Jano Rohleder   
Montag, 22. Dezember 2008

Allein 1: Verschwunden!

Zeichner: Bruno Gazzotti

Originaltitel: Seuls 1: La disparition
bersetzt von: Horst Berner

Reihe: Allein
1. Band der Reihe

Verlag: Piredda
Format: Hardcover
Erschienen: Oktober 2008
ISBN: 978-3-941279-60-5
Preis: 13,50 EUR

56 Seiten
Inhalt
6.0
Zeichnungen
9.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.6

Wertung:
7.6
von 10
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Zum Inhalt:

Der zehnjhrige Dodji wohnt in einem Heim. Eines Morgens wacht er auf und stellt fest, dass alle Erwachsenen verschwunden sind! Ziellos streift er durch die menschenleere Stadt, wo er von einem Fahrrad angefahren wird, auf dem Leila und Terry sitzen. Die beiden, zwlf und fnf Jahre alt, vermissen ebenfalls ihre Eltern sowie ihre lteren Geschwister. Ein paar Straen weiter treffen sie auf die achtjhrige Camilla und am Stadtrand begegnen sie schlielich noch dem neunjhrigen Yvan. Gemeinsam laufen sie zu Yvans elterlichem Haus, wo sie sich den Sportwagen von Yvans Mutter ausleihen, um damit die Stadt schneller durchsuchen zu knnen. Anstatt auf Menschen treffen sie auf eine Horde wilder Nashrner und einen riesigen weien Tiger ...

Meinung:

Es scheint ein ganz gewhnlicher Sommerabend in einer ganz gewhnlichen Stadt zu sein: Die Menschen machen sich auf den Heimweg oder es sich bereits zuhause vor dem Fernseher bequem, andere spazieren im Park oder machen einen Einkaufsbummel. Auch Yvan bemerkt nichts Seltsames, als er nach Hause kommt, denn er trifft - wie so oft - nur auf das Hausmdchen, da sein Vater ein viel beschftigter Businessman ist. So setzt sich Yvan vor seine Spielkonsole und denkt an nichts Bses.

Leila kann ebenfalls an diesem Abend nichts Besonderes feststellen. Sie bastelt mal wieder etwas im Garten, whrend ihr Vater nach Hause kommt und ihre Mutter und ihr Bruder in der Kche beschftigt sind. Unterdessen lernt Camilla fr die am nchsten Tag anstehende Klassenarbeit, der kleine Terry will mal wieder nicht ins Bett und der im Heim aufwachsende Dodji hat Probleme mit einer Straengang.

Fnf Kinder, fnf ganz normale Leben. Doch damit soll es bereits am nchsten Morgen vorbei sein, denn auf einmal ist die Stadt vllig ausgestorben. Dodji luft bereits seit einiger Zeit suchend durch die Gegend, als er zufllig Leila trifft, deren Familie auch wie vom Erdboden verschwunden scheint. Leila war auf ihrem eigenen Weg bereits auf den weinenden Terry gestoen - und so machen sich die Drei daran herauszufinden, was passiert sein knnte. Dabei sind sie zwar nicht wirklich erfolgreich, doch dafr begegnen sie Camilla, die vor einem streunenden Hund gerettet werden muss, und etwas spter dann auch noch Yvan.

Die Kids, die unterschiedlicher nicht sein knnten - Dodji ist der mutige Draufgnger, Leila die Tftlerin, Camilla die ngstliche Streberin, Yvan der Fantasievolle und Terry einfach nur die kleine Nervensge -, malen sich allerlei Szenarios aus, was mit den Erwachsenen passiert sein knnte, doch die Wahrheit bleibt im Dunkeln. So sind die Fnf also auf sich allein gestellt und mssen nicht nur schnell lernen, ein Auto zu fahren, sondern auch diversen Gefahren ausweichen, da pltzlich Nashrner und anderes Getier, das aus einem Zirkus entkommen ist, frei in der Stadt herumluft ...

Autor Fabien Vehlmann ("Der Marquis von Anaon") legt mit "Allein" eine Geschichte vor, die in groben Zgen an den in Schulen gern gelesenen Literaturklassiker "Der Herr der Fliegen" angelehnt ist. Wie dort muss sich hier eine Gruppe von Kindern allein durch diverse Abenteuer schlagen und auch "Allein" bietet einiges an gelungenem Spannungspotenzial, das unter anderem durch die Verschiedenheit der einzelnen Charaktere bedingt ist. Es bleibt allerdings zu hoffen, dass das interessante Grundprinzip der Story in den Folgebnden noch weiter ausgebaut wird. Klar, ein Groteil der Handlung muss hier erst mal der Vorstellung der Figuren geopfert werden - und vielleicht ist auch deshalb das restliche Geschehen in "Verschwunden!" noch etwas dnn. Auer den geschilderten Ereignissen passiert nmlich im vorliegenden ersten Band nicht wirklich etwas. Den Klimax erreicht die Handlung, als die Kids im Stadtpark auf einen weien Tiger treffen, der ihnen zuvor bereits in Yvans Wohnung begegnet war.

Mal sehen, wie sich also die Geschichte in Zukunft weiterentwickelt. Insgesamt scheint sich "Allein" aber sowieso an ein relativ junges Zielpublikum zu richten. Dafr sprechen nicht nur die relativ harmlosen Abenteuer, sondern auch die Zeichnungen von Bruno Gazzotti ("Soda"), die sich stark an frankobelgische Funnys anlehnen. Alles wirkt sehr bunt und lebhaft - und wenngleich immer eine bedrckende Atmosphre des Ungewissen vorherrscht, streift "Verschwunden!" doch nie Gefilde, die die jungen Leser zu sehr gruseln oder gar ngstigen knnten. Gazottis Zeichnungen passen hervorragend zur Geschichte und machen die Kids nicht nur charakterlich unterschiedlich, sondern verleihen jedem von ihnen auch ein unverkennbares ueres. Doch nicht nur die Protagonisten gefallen, auch die Locations wei Gazzotti gekonnt umzusetzen. Mal so detailliert wie mglich, mal so klar wie ntig tragen sie deutlich zur Spannung bei und bei einigen Szenen in den menschenleeren Straen fhlt man sich direkt in den Film "I am Legend" hineinversetzt - wenngleich dieser erst spter entstand und bei "Allein" vermutlich auch keine Vampir-Mutanten auftauchen werden ...

Verarbeitungsmig gibt es an "Verschwunden!" nichts auszusetzen. Der Piredda-Verlag hat den Band als hochwertiges Hardcover-Album verffentlicht und auf dem festen Bilderdruck-Papier kommen die leuchtenden Farben sehr schn zur Geltung.

Fazit:

Mit "Verschwunden!" startet die neue Reihe "Allein" relativ gemchlich und deutet bereits an, dass sie sich wohl in erster Linie an ein jngeres Zielpublikum richtet. Fr Kids bietet der Band aber sicherlich spannende Unterhaltung. Die sympathischen Helden erwachen durch die schnen Zeichnungen von Bruno Gazzotti zum Leben, der es auch hervorragend schafft, die beklemmende Atmosphre der menschenleeren Stadt stimmig zu vermitteln, ohne dabei in zu gruselige Gefilde vorzudringen.
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