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Savoy Blues  Drucken E-Mail
Bcher: Belletristik Krimi & Thriller
Geschrieben von Konstanze Tants   
Freitag, 15. Oktober 2010

Savoy Blues

1. Band der Reihe

Verlag: Diogenes
Erschienen: April 2008
ISBN: 978-3-257-23747-4
Preis: 9,90 EUR

312 Seiten
Inhalt
4.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
4.4

Wertung:
4.4
von 10
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Zum Inhalt:

Sommer in Hamburg - und ein Lied in aller Ohren: Savoy Blues. Der Swing-Song von Louis Armstrong aus den dreiiger Jahren in der brandneuen Coverversion von DJ Jack ist der Megahit des Jahres. Aus allen Cafs, aus allen Autos ist er zu hren. Auch dem jungen Hauptkommissar Sebastian Fink schwirrt das Lied im Kopf herum, whrend er sich an die Aufklrung seines ersten eigenen Falls macht. Der Mord an einem pensionierten Postboten scheint auf den ersten Blick nicht spektakulr zu sein. Doch die Untersuchungen versteln sich mit jedem Tag mehr und Sebastian Fink sieht schon seine schlimmsten Befrchtungen besttigt: dass er bereits an seiner ersten Aufgabe scheitern knnte.

Meinung:

Der erste Sebastian-Fink-Krimi von Friedrich Dnhoff beginnt aus der Sicht des Mrders. Der Leser erlebt auf den ersten Seiten dieses Romans mit, wie der pensionierte Postbote Karl Perkenson gettet wird. Dabei lernt man einen sehr zielstrebig vorgehenden Tter kennen, der allerdings nach vollbrachtem Mord unsicher und nervs zurckbleibt. Mit diesem Wissen ber den Tter im Hinterkopf lesen sich die ersten Schritte von Sebastian Fink als Hauptkommissar sehr spannend.

Sein erster Fall auf diesem neuen Posten scheint auf den ersten Blick ganz einfach zu sein: Die Leiche des alten Karl Perkenson wird in seiner Wohnung aufgefunden und schnell liegt der Verdacht nahe, dass der Pfleger des ehemaligen Postboten eine Spritze vertauscht hat und deshalb fr den Tod seines Patienten verantwortlich ist. Whrend der Leser schon wei, dass Sebastian Fink es hier mit einem geplanten Mord zu tun hat, dauert es noch ein wenig, bis der Polizist dieser einfachen Lsung misstraut.

Dabei wird kurze Zeit spter ein zweiter Mann in Karl Perkensons Alter tot aufgefunden, der aufgrund einer berdosis Insulin ums Leben kam. Doch im Gegensatz zu dem Mord an dem Postboten kann dieser Todesfall kein Unfall sein. So muss sich Sebastian Fink mit dem Leben der beiden alten Mnner beschftigen und herausfinden, ob es irgendwelche Berhrungspunkte zwischen ihnen gab. Seine Ermittlungen fhren den Hauptkommissar in die braune Vergangenheit Hamburgs, in eine Zeit, als das Hren von Swingmusik rigorose Strafen mit sich bringen konnte.

Trotz des vielversprechenden Anfangs dmpelt die Geschichte von "Savoy Blues" leider vor sich hin. Schnell hat der Leser einen Verdacht zu den Hintergrnden der Tat, sodass der Reiz des Mitratens wegfllt. Und auch die Figur des Sebastian Fink nutzt sich als Charakteridee schnell ab. Der Hauptkommissar ist noch sehr jung fr seinen Posten und wirkt deshalb im beruflichen Bereich hufig unsicher. Privat lebt Sebastian zusammen mit einer Jugendfreundin und deren Sohn in einer WG, gnnt sich gern mal einen Abend zum Tanzen in der Disco und ist ansonsten ein unruhiger Mensch zwischen Joggingtouren und Schokoladenfressanfllen.

So weit hat Friedrich Dnhoff seine Hauptfigur ganz interessant gestaltet, doch dann musste der Autor dem Polizisten auch noch einen tragischen Vorfall in seiner Kindheit verpassen, der einfach des Guten zu viel ist. Diese Hintergrundgeschichte macht Sebastian als Charakter nicht glaubwrdiger, sondern strapaziert eher die Geduld des Lesers. Wieder einmal von einem Kommissar zu lesen, der aufgrund einer Familientragdie zur Polizei ging, um gegen das Bse anzukmpfen, ist ermdend, klischeeberfrachtet und nicht besonders ansprechend.

Verzeihbar wre dieser Fehltritt des Autors, wenn sich die Geschichte rund um Sebastian Fink spannend gestalten wrde. Doch leider bleibt es bei einigen wenigen schn zu lesenden Momenten, die in eine vorhersehbare und wenig aufregende Handlung eingebettet wurden. Die Hintergrundidee, ber die Hamburger Swingjugend zu schreiben, bietet viel Potenzial, doch dieses wurde von Friedrich Dnhoff leider nicht vollstndig ausgenutzt. So legt man das Buch mit einem unbefriedigten Gefhl aus der Hand, welches durch den missglckten Versuch, am Ende noch durch einen Entfhrungsfall Spannung aufzubauen, zustzlich besttigt wird.

Aus der reizvollen Idee, den teilweise wirklich sympathischen Charakteren und den Beschreibungen des aktuellen und damaligen Hamburgs htte man wirklich einen besonderen Krimi schaffen knnen. Doch leider hat Friedrich Dnhoff es lediglich bei all den interessanten Ideen belassen, ohne sie spannend auszubauen. So bleibt nur die Hoffnung, dass ein weiterer Fall rund um Sebastian Fink vom Autor genutzt wird, um all diese fesselnden Anstze auch befriedigend umzusetzen.

Fazit:

Obwohl "Savoy Blues" von Friedrich Dnhoff sehr spannend anfngt, kann der Roman die Erwartungen leider nicht halten, die zu Beginn beim Leser geweckt werden. Der Autor hat zwar eine reizvolle Grundidee, die den Leser zur Swingjugend der 30er Jahre fhrt, kann aber diese Idee ebenso wenig spannend ausbauen wie den aktuellen Kriminalfall. Die Handlung ist bedauerlicherweise vorhersehbar und auch die Figuren, die durchaus sympathische Anstze zeigen, haben einen zu groen Klischeecharakter, um den Leser mitzureien. Wenn es Friedrich Dnhoff gelingen sollte, sich mit einem weiteren Sebastian-Fink-Roman von den ausgetretenen Krimistandards zu entfernen, knnte eine Fortsetzung dieser Reihe wirklich unterhaltsam werden. So allerdings bleibt der Leser nach der Lektre von "Savoy Blues" eher enttuscht zurck.
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