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Knastpralinen  Drucken E-Mail
Bcher: Belletristik Krimi & Thriller
Geschrieben von Konstanze Tants   
Samstag, 31. Juli 2010

Knastpralinen

Reihe: Chas Riley
2. Band der Reihe

Untergenre: Regionalkrimi
Verlag: Droemer
Erschienen: April 2010
ISBN: 978-3-426-19814-8
Preis: 12,95 EUR

256 Seiten
Inhalt
5.0
Preis/Leistung
6.0
Gesamtwertung
5.1

Wertung:
5.1
von 10
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Zum Inhalt:

Es ist Sommer in Hamburg, Sankt Pauli leuchtet warm ... bis innerhalb kurzer Zeit auffllig viele Fe in der Elbe schwimmen. Mnnerfe - und von den Krpern dazu keine Spur. Offenbar rumt hier jemand grndlich auf. Staatsanwltin Chas Riley stellt fest, dass die toten Mnner eigentlich von keinem vermisst werden, und das mit gutem Grund. Bald fragt sie sich, ob sie der Welt wirklich einen Gefallen tut, wenn sie diesen Tter dingfest macht ...

Meinung:

Ein Jahr nach "Revolverherz" wurde Simone Buchholz' zweiter Roman rund um die ungewhnliche Staatsanwltin Chastity "Chas" Riley verffentlicht. Wieder stehen mehr der Hamburger Stadtteil Sankt Pauli und das Gefhlsleben der Protagonistin im Mittelpunkt der Geschichte als die Ermittlungen rund um die aufgefundenen Mnnerleichen. Dabei wurden bei Baggerarbeiten in der Elbe innerhalb weniger Tage drei Tote gefunden. Anfangs noch als gut verschnrte Pckchen, in denen sich nur der Kopf sowie die Hnde und Fe der Opfer befanden, spter eine vollstndige Leiche, die aber auf die gleiche Art und Weise gettet wurde wie die anderen Mnner.

Neben den Mordermittlungen ist Chas Riley bei der Arbeit damit beschftigt, einen Prozess gegen eine Bande von Menschenhndlern zu fhren, die auf unvorstellbar grausame Weise junge Mdchen aus Osteuropa nach Hamburg gelockt und dort zur Prostitution gezwungen haben. Das Thema "Gewalt gegen Frauen" findet sich aber auch im Privatleben der Staatsanwltin wieder, da ihre beste Freundin Carla in ihrem eigenen Caf von zwei Mnnern vergewaltigt wird. Nicht einmal Hauptkommissar Faller kann Chas in diesen schweren Zeiten zur Seite stehen, denn dieser ist nach den Ereignissen in "Revolverherz" in Pension gegangen und versucht nun erst einmal herauszufinden, wie er in Zukunft sein Leben gestalten soll.

Simone Buchholz spricht auch mit "Knastpralinen" mehr das Gefhl des Lesers als seinen Verstand an. Mit diesem Roman bekommt man keinen Krimi geboten, bei dem man realistische Polizeiarbeit verfolgen, sich Gedanken ber den Tter und seine Motive oder gar seine Identitt machen kann. Wie schon im ersten Chas-Riley-Buch wei man beim ersten Zusammentreffen der Staatsanwltin mit dem Schuldigen, dass genau diese Person die Verbrechen begangen haben muss. Und auch die Frage, was mit den Krpern der Ermordeten passiert ist, bietet dem Leser keinerlei berraschungen.

Doch whrend "Revolverherz" als Liebeserklrung an Sankt Pauli berzeugte, kommt auch diese Seite in "Knastpralinen" eher kurz. Zwar beschreibt die Autorin sehr ausfhrlich, wie sich ein heier Sommer in diesem Stadtteil anfhlt, aber es fehlt die Begeisterung, die in dem ersten Roman mitschwang und die in einem den Wunsch weckte, all diese Ecken Hamburgs einmal persnlich zu sehen. So trge wie die Bewohner einer Grostadt durch die Hitze und die Schwle werden, so pltschern auch hier die Sankt-Pauli-Beobachtungen dahin.

Dabei muss man den Schreibstil von Simone Buchholz allerdings positiv herausheben. Mit einfachen, aber ungewhnlichen Formulierungen erschafft sie eindrucksvolle Bilder und lsst selbst einen Ausdruck wie "Meerwasserlocken" im Zusammenhang genau richtig erscheinen. So lassen sich die gut 240 Seiten von "Knastpralinen" flssig lesen. Doch whrend man die Sprache geniet, vermisst man die Substanz in der Geschichte. Und weder ber den Kriminalfall noch ber die verschiedenen Personen wird Spannung aufgebaut.

Selbst eine Figur wie Carla, die den Leser in "Revolverherz" verzaubert hat, berhrt einen - trotz ihrer schlimmen Erlebnisse - erstaunlich wenig. So fhren eher die kleinen Beschreibungen, die fr das Lokalkolorit sorgen, und die Menschen, die nur der Atmosphre wegen erwhnt werden, dazu, dass man das Buch nicht aus der Hand legt. Doch wenn ein namenloser Schuster, der in einem kleinen Nebenabsatz erwhnt wird, mehr Eindruck auf den Leser macht als die handelnden Charaktere in der Geschichte, dann animiert das leider nicht dazu, weitere Fortsetzungen der Chas-Riley-Romane lesen zu wollen.

Fazit:

Leider kann Simone Buchholz mit "Knastpralinen" nicht das Niveau ihres ersten Buches rund um die Hamburger Staatsanwltin Chas Riley erreichen. Obwohl auch hier der Schwerpunkt weniger auf eine spannende und rtselhafte Kriminalgeschichte und dafr mehr auf Beschreibungen von Sankt Pauli gelegt wird, springt der Funke beim Leser nicht ber. Zh zieht sich die Geschichte dahin, und nur die reizvolle Sprache der Autorin und das Lokalkolorit sorgen dafr, dass man weiterliest. Hatte "Revolverherz" noch dafr gesorgt, dass man nach der letzten Seite am liebsten sofort ein Ticket nach Hamburg kaufen wollte, hinterlsst "Knastpralinen" kaum einen bleibenden Eindruck.
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