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Kalteis  Drucken E-Mail
Bcher: Belletristik Krimi & Thriller
Geschrieben von Konstanze Tants   
Samstag, 22. Mrz 2008

Kalteis

Erschienen: August 2007
ISBN: 978-3-89401-549-7
Preis: 12,90 EUR

160 Seiten
Inhalt
5.0
Preis/Leistung
5.0
Gesamtwertung
5.0

Wertung:
5.0
von 10
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Zum Inhalt:

Mnchen in den 30er Jahren: Ein Serientter geht um, vergewaltigt und ttet Frauen, die dunkelhaarig, ppig und hbsch sind. Die junge Kathie ist gerade vom Dorf nach Mnchen gezogen. Hier will sie sich ihren Traum vom schnen Leben verwirklichen, will nicht so sein wie ihre Mutter, sondern sucht stattdessen einen Weg zu einem bequemeren Leben. Einen wohlhabenden Mann heiraten oder eine gut bezahlte Stellung, bei der sie nicht von morgens bis abends eingespannt wird, davon trumt Kathie. Und wei dabei nicht, dass sie in das Beuteschema des Josef Kalteis fllt.

Meinung:

Auch in ihrem zweiten Roman, "Kalteis", hat sich die Autorin Andrea Maria Schenkel an eine Mischung aus Fakten und Fiktion gehalten. Dieses Mal spielt der Krimi im Mnchen der 30er Jahre. Wieder kommen Zeugen und Bekannte der Opfer zu Wort, wieder wird ein Teil der Geschichte aus Sicht des Tters erzhlt. Ein Prinzip, dass der Autorin fr ihr Erstlingswerk "Tannd" den Deutschen Krimipreis 2007, den Friedrich-Glauser-Preis 2007 (Debt) und den Plagiatsvorwurf eines Sachbuchautors eingebracht hat.

Man kann schon sagen, dass sich Andrea Maria Schenkel als Schriftstellerin weiterentwickelt hat. Innerhalb des Rahmens eines realen Kriminalromans nimmt sie sich die Freiheit, die Hintergrnde der Charaktere weiter auszuarbeiten, fiktive Szenen einzuflechten und so einen spannenderen und interessanteren Fall zu schaffen, als es ihr bei ihrem Debtroman gelungen ist. Und wieder kommt das ganze Buch ohne Ermittler aus, was ihn vom blichen Kriminalroman abhebt.

Allerdings mindert die Tatsache, dass die Autorin mit einem Bericht ber die Hinrichtung des Tters beginnt, die Spannung um einiges. So erlebt der Leser zwar durch Zeugenaussagen des Mrders whrend seiner Verhandlung mit, wie er sich zu immer perverseren Taten hinreien lie. Doch die Gewissheit, dass er gefasst wurde, lsst nicht zu, dass man als Leser mitfiebert. Allein die Frage, welches seiner auserwhlten Opfer nun wirklich stirbt und ob Kathie, die am detailliertesten ausgearbeitet ist und die in das Beuteschema des Tters fllt, ebenfalls sein Opfer wird oder irgendeine andere Rolle bei diesem Fall spielen wird, knnte den Leser beschftigen.

Doch auch wenn die Frage im Raum steht, ob Kathie zum Opfer des perversen Verbrechers wird, so berhrt einen ihr Schicksal nicht wirklich. Zu egoistisch, zu selbstverliebt und zu sehr auf ihren Traum versteift scheint die junge Frau zu sein, als dass man sie wirklich sympathisch finden knnte. Potenzielle Opfer mssen nicht immer brav, nett und unschuldig sein - und doch berhren einen einige der Frauen, die gerade mal in einer zweiseitigen Zeugenaussage vorgestellt werden, um einiges mehr als Kathie, die fast die Hlfte des Buches mit ihrer Geschichte fllt.

Wie schon bei ihrem Debtwerk, bedient sich Andrea Maria Schenkel der bayrischen Dialekte, um den Roman stimmiger zu machen und mit Lokalkolorit zu versehen. Wie weit sie in diesem Bereich korrekt arbeitet, kann wohl nur ein bayrischer Leser beurteilen. Fr alle anderen erzeugt diese Sprache zwar eine gewisse Stimmung, aber wirklich besser zu lesen wird der Roman dadurch nicht. Zum Teil stt man sich an den befremdlichen Ausdrcken oder fragt sich, ob die gerade zu Wort kommende Person etwas dmmlich ist oder nur ihr Dialekt sie so wirken lsst.

Immerhin sah sich der Verlag bei "Kalteis" im Gegensatz zu "Tannd" nicht gezwungen, den Inhalt knstlich aufzublhen. Bei "Kalteis" bekommt der Leser eine reelle Seitenzahl fr sein Geld und muss nicht mit vielen leeren Flchen leben, wie es bei "Tannd" der Fall war. Ob die Qualitt allerdings den Kaufpreis wert ist, darf dann leider doch wieder bezweifelt werden.

Fazit:

Bei ihrem Roman "Kalteis" nimmt die Autorin Andrea Maria Schenkel die gleichen Techniken wieder auf, fr die sie bei ihrem Debtroman "Tannd" von diversen Jurys hochgelobt wurde. Doch durch die Wiederholung der Stilmittel hat der Leser leider nicht das Gefhl, etwas Neues in die Hnde zu bekommen. Auch wenn dieses Mal die Charaktere detaillierter ausgearbeitet wurden und dadurch der Roman etwas interessanter und spannender wird als "Tannd", so kann der Leser weder wirklich mit den Charakteren mitfhlen noch atemlos bei der Lektre mitfiebern. Wer "Tannd" noch nicht gelesen hat, dem bietet sich hier die Gelegenheit, die gleichen Techniken in etwas ausgereifterer Form kennen zu lernen. Echten Lesegenuss bietet das Buch leider trotzdem nicht.

 
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