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Flavia de Luce 2: Mord ist kein Kinderspiel  Drucken E-Mail
Bcher: Belletristik Krimi & Thriller
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 27. September 2010

Flavia de Luce: Mord ist kein Kinderspiel

Originaltitel: The Weed That Strings the Hangman's Bag
bersetzt von: Gerald Jung

2. Band der Reihe

Verlag: Penhaligon
Erschienen: September 2010
ISBN: 978-3-7645-3029-7
Preis: 19,99 EUR

352 Seiten
Inhalt
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.0

Wertung:
8.0
von 10
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Zum Inhalt:

Nie zuvor hat die junge Flavia de Luce einen so aufregenden Theaterabend erlebt: Der begnadete Puppenspieler Rupert Porson schlgt das Publikum in seinen Bann und beim furiosen Finale gibt es neben Rauch und stiebenden Funken sogar eine echte Leiche! Die Polizei tappt zunchst im Dunkeln. Nur die brillante Hobbydetektivin Flavia bewahrt den Durchblick und findet heraus, dass jemand die elektrische Anlage der Bhne manipuliert hat. Und bald darauf erkennt sie, dass das ruchlose Verbrechen eng mit einem weiteren, seit mehreren Jahren ungeklrten Todesfall verwoben ist. Doch allmhlich stellt sich die bange Frage, ob die neugierige Flavia ganz allein gegen den Strippenzieher in diesem mrderischen Marionettenspiel bestehen kann ...

Meinung:

Ein Jahr nach dem ersten Band, "Mord im Gurkenbeet", bringt der Penhaligon-Verlag das zweite Abenteuer rund um die ungewhnliche Detektivin Flavia de Luce auf den Markt. "Mord ist kein Kinderspiel" beginnt auf dem Friedhof des kleinen Ortes Bishop's Lacey. Whrend Flavia noch dabei ist, sich detailliert ihre Beerdigung auszumalen, wird sie dabei von einer Fremden gestrt.

Die junge Frau, Nialla, hngt ber einem Grabstein und schluchzt verzweifelt vor sich hin, doch was sie betrbt, kann Flavia nicht herausfinden. Dafr hilft das Mdchen kurz darauf ihr und dem Puppenspieler Rupert Porson beim Ausladen ihres Wagens. Da die beiden direkt vor dem Friedhof eine Autopanne hatten, kam dem Vikar Denwyn Richardson die Idee, dass die Knstler eine Auffhrung geben knnten. So kmen sie auch an das ntige Geld fr die Reparatur ihres Wagens.

Whrend Flavia voller Neugier beim Aufbau der Puppenbhne hilft und versucht, so viel wie mglich ber Rupert und Nialla herauszufinden, wartet auch der Rest der Dorfbevlkerung gespannt auf eine Auffhrung des berhmten Knstlers. Denn Rupert Porson ist kein gewhnlicher herumziehender Puppenspieler, sondern dank seiner Auftritte im Fernsehen im ganzen Land beliebt und umjubelt. So wundert sich Flavia sehr, als sie herausfindet, dass Rupert nicht zum ersten Mal in Bishop's Lacey ist und sogar einige Beziehungen im Ort hat, die er der ffentlichkeit aber lieber verschweigt. Als dann auch noch whrend der Auffhrung von "Jack und die Bohnenranke" ein Mord geschieht, nimmt die junge Hobbydetektivin die Ermittlungen auf.

Anfangs hofft Flavia noch, dass die Polizei sie und ihre Nachforschungen ernst nimmt, da sie Inspektor Hewitt ja schon einmal bewiesen hat, dass sie kein gewhnliches kleines Mdchen ist. Doch schnell muss sie feststellen, dass der Polizist sie auch dieses Mal nicht in seine Arbeit einbeziehen will. Die Dorfbewohner hingegen sind inzwischen auf der Hut, wenn Flavia mit ihrem unschuldigen Blick ungewhnliche Fragen stellt. Neben ihrer unstillbaren Neugier kommt dem Mdchen auch dieses Mal wieder ihre Leidenschaft fr Chemie und Gifte zugute, whrend es versucht, einen Zusammenhang zwischen dem Mord bei der Auffhrung und einem tragischen Unglcksfall zu finden, der vor vielen Jahren einem kleinen Jungen in der Nachbarschaft passiert ist.

Alan Bradleys Flavia de Luce ist eine wundervolle und ungewhnliche Hauptfigur fr einen Kriminalroman. Wieder gelingt es dem Autor, mit seiner Geschichte den Charme der britischen Nachkriegszeit einzufangen, als es noch Teestuben und Puppentheater im Gemeindesaal gab, obwohl sich so langsam ein Wandel in der Welt abzeichnet. In dieses - fr Krimileser - vertraute Bild fgt sich Flavia berraschend harmonisch ein. Das Mdchen ist viel intelligenter und neugieriger, als ihm guttut, und handelt doch oft genug wie eine ganz normale Elfjhrige, sodass Flavia dem Leser nicht unsympathisch wird.

Da man whrend des Lesens immer die gleichen Informationen zur Verfgung gestellt bekommt wie Flavia, kann man die ganze Zeit mitrtseln. Und obwohl die Geschichte vor skurrilen Elementen nur so strotzt, hat man nie das Gefhl, Alan Bradley wrde etwas so Absurdes beschreiben, dass es nicht mehr glaubwrdig ist. So ist "Mord ist kein Kinderspiel" - ebenso wie "Mord im Gurkenbeet" - eine beraus unterhaltsame Lektre, bei der man sich an den wunderbaren Charakteren erfreuen kann, whrend man sich ber Flavia und ihre Umgebung amsiert und bei jedem neuen Hinweis seine eigene Theorie berdenkt, wer denn nun der Tter ist.

Fazit:

Auch Alan Bradleys zweiter Flavia-de-Luce-Roman, "Mord ist kein Kinderspiel", besticht durch den Kontrast zwischen dem altmodischen Charme eines englischen Dorfes in der Nachkriegszeit und einer hoch intelligenten elfjhrigen Detektivin, die sich viel zu sehr fr die giftigen Seiten der Chemie interessiert. Whrend sich der Leser ber Flavia und ihre Einflle amsiert, kann er sich die ganze Zeit ber seine eigenen Gedanken zu dem Mord und den Hintergrnden der Tat machen. Die Kombination aus liebenswerten Charakteren, feinem Humor und einem Verbrechen, bei dem der Leser mitrtseln kann, macht einfach nur Spa und lsst einen hoffen, dass Alan Bradley noch viele weitere Romane um Flavia de Luce schreiben wird.
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