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Die Menschenleserin  Drucken E-Mail
Bcher: Belletristik Krimi & Thriller
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 15. Februar 2010

Die Menschenleserin

Originaltitel: The Sleeping Doll
bersetzt von: Thomas Haufschild

Reihe: Kathryn Dance
1. Band der Reihe

Verlag: Blanvalet
Erschienen: November 2009
ISBN: 978-3-442-37212-6
Preis: 9,95 EUR

544 Seiten
Inhalt
6.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.2

Wertung:
6.2
von 10
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Zum Inhalt:

Der erste Fall fr Jeffery Deavers neue faszinierende Ermittlerin Kathryn Dance! Vor acht Jahren lschte der hochintelligente Psychopath Daniel Pell auf einen Streich eine ganze Familie aus - zumindest beinahe: Allein die neunjhrige Tochter berlebte die Schreckensnacht. Doch nun ist Pell die Flucht aus der Haft gelungen. Und nur Kathryn Dance kann jetzt noch verhindern, dass der Mrder sein Versumnis von damals wettmacht. Doch dafr muss die geniale Verhrspezialistin ganz tief in Daniel Pells Psyche eintauchen - ein Hllentrip, von dem es vielleicht keine Wiederkehr fr sie gibt ...

Meinung:

Nachdem sich Jeffery Deaver in seiner Reihe um den Forensiker Lincoln Rhyme und die Polizistin Amelia Sachs eher auf die greifbaren Indizien eines Kriminalsfalls gesttzt hat, konzentriert sich der Autor in "Die Menschenleserin" auf den Bereich Kinesik (das Lesen und Deuten der Krpersprache). Die Hauptfigur Kathryn Dance hatte ihren ersten Auftritt in dem Roman "Der gehetzte Uhrmacher", wo sie Rhyme und Sachs bei den Ermittlungen half. Damals gelang es ihr sogar, den skeptischen Wissenschaftler von der Relevanz ihrer Arbeit zu berzeugen.

Nachdem Beweisstcke in einem Brunnen gefunden wurden, die darauf hindeuten, dass Daniel Pell - ein wegen mehrfachen Mordes verurteilter Verbrecher - sich noch mehr hat zu Schulden kommen lassen, soll die Kinesik-Expertin Kathryn Dance ihn verhren. Ihr soll es, dank ihrer Beobachtungsgabe und ihrer psychologischen Kenntnisse, gelingen, dem Mrder ein Gestndnis abzuringen. Doch Daniel Pell berrumpelt die Sicherheitsbeamten und flchtet. Schnell wird klar, dass der Verbrecher einen Komplizen haben muss, der den Ausbruch organisiert hat.

Kathryn Dance wird die Aufgabe bertragen, die Suche nach dem Flchtigen zu leiten. Whrend die Polizei Straensperren errichtet und jedem Hinweis nachgeht, versucht Kathryn, Daniel Pells Persnlichkeit zu erforschen. Sie sammelt Informationen zu seinem Verhalten im Gefngnis, zu seinem Werdegang als Verbrecher und jedes weitere persnliche Detail, das sie ber den Mann in Erfahrung bringen kann. Doch je mehr die Kinesik-Expertin ber Pell erfhrt, desto mehr geraten auch sie und ihre Familie in Gefahr.

Jeffery Deaver erzhlt in "Die Menschenleserin" keine umwerfend neue Geschichte. In der Kriminalliteratur gibt es zuhauf psychopathische Tter, die die Ermittler dazu zwingen, die Denkweise des Verbrechers nachzuvollziehen. Aber die Konzentration auf die Arbeit von Kathryn Dance bietet dem Autor die Gelegenheit, detailliert auf die Techniken der Kinesik einzugehen - so detailliert, dass man beim Lesen zum Teil das Gefhl erhlt, ein Lehrbuch zu dem Thema zitiert zu bekommen, wobei die erwhnten Beispiele fr die verrterischen Krpersignale doch sehr simpel gehalten werden.

berraschenderweise entsteht trotz dieser belehrenden Phasen eine interessante und spannende Geschichte, in der der Leser aus verschiedenen Perspektiven die Geschehnisse verfolgen kann. Kathryn Dance und ihre Mitarbeiter werden sympathisch und (zum Groteil) auch angenehm realistisch beschrieben, whrend man gemeinsam mit ihnen die Verfolgung des Verbrechers aufnimmt. Viele Anspielungen auf Charles Manson und die Darstellung einfacher Manipulationstechniken schaffen die passende Atmosphre fr einen Fall, der sich um einen charismatischen Betrger dreht, der schon sein Leben lang andere Menschen ausgenutzt hat.

Durch die gefllige Schreibweise, die angenehmen Charaktere und die Tatsache, dass man sich selbst aus den verschiedenen Hinweisen ein eigenes Bild zusammensetzen kann, fliegen die Seiten beim Lesen nur so dahin. So bemerkt man auch nur mit etwas Abstand zum Buch, dass es der Autor mit einigen Wendungen in der Handlung gegen Ende doch bertrieben hat. "Die Menschenleserin" bildet so einen angenehmen, aber nicht gerade mitreienden Auftakt einer neuen Reihe von Jeffery Deaver. Dabei sind die Grundlagen vielversprechend genug, um die Hoffnung aufkommen zu lassen, dass der nchste Roman um die Kinesik-Spezialistin an die hohe Qualitt der Lincoln-Rhyme-Serie heranreicht.

Fazit:

"Die Menschenleserin" ist der erste Teil einer neuen Reihe von Jeffery Deaver, der vor allem fr seine Kriminalromane rund um den Forensiker Lincoln Rhyme bekannt geworden ist. Das Fachgebiet seiner neuen Hauptfigur Kathryn Dance ist die Kinesik, was den Autor zu einigen belehrenden Passagen in diesem Roman veranlasst. Trotzdem ist die Handlung so spannend konzipiert worden, dass man die Geschichte in einem Zug auslesen mchte - und erst mit etwas Abstand bemerkt man, dass die eine oder andere Wendung gegen Ende des Guten zu viel war. Insgesamt ist die Handlung aber so interessant und sind die Figuren so sympathisch dargestellt, dass die Neugier auf weitere Flle mit Kathryn Dance geweckt wird.
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