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Die Lanze des Herrn  Drucken E-Mail
Bcher: Belletristik Krimi & Thriller
Geschrieben von Sarah Stoll   
Dienstag, 3. Mrz 2009

Die Lanze des Herrn

Originaltitel: La lance de la destine
bersetzt von: Gaby Kirn

Verlag: BLT
Erschienen: August 2008
ISBN: 978-3-404-92300-7
Preis: 7,95 EUR

334 Seiten
Inhalt
4.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
4.3

Wertung:
4.3
von 10
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Zum Inhalt:

Als bei Ausgrabungsarbeiten in der Nhe des Vatikan ein Pergament gefunden wird, das besagt, dass die echte heilige Lanze im Sinai zu finden ist, entsendet der Vatikan eine Gruppe von Archologen. Tatschlich stoen die Mnner auf die Reliquie. Im nchsten Moment werden sie von einem Killerkommando kaltbltig umgebracht. Die Lanze verschwindet. Judith, Kunsthistorikerin im Vatikan, wird nach Kairo geschickt, wo sich der Archologe aufhlt, der als einziger den Anschlag berlebt hat. Vor seinem Tod kann er Judith nur noch zwei Worte zuflstern: Axus mundi ...

Meinung:

"Die Lanze des Herrn" ist nach "Die Dante-Verschwrung" nun schon der zweite Roman des franzsischen Schriftstellers Arnaud Delalande, der auf Deutsch beim Lbbe-Verlag erscheint (sein Debt "Das Vermchtnis von Mont Saint-Michel" wurde von Knaur verffentlicht). Delalande whlt auch diesmal wieder als Thema eine Verschwrung, die die Welt, so wie wir sie kennen, bedroht. Der Roman erinnert thematisch an Dan Browns Bestseller "Illuminati" und "Sakrileg" und diente als Grundlage fr eine sechsteilige Miniserie des franzsischen Fernsehsenders M6.

Judith, die Protagonistin, erhlt vom Vatikan den Auftrag, zusammen mit einem Leibwchter herauszufinden, welche Ziele die geheime Gemeinschaft "Axus mundi" verfolgt. Dazu wird sie nach Alexandria und auf die Halbinsel Sinai geschickt. Was dann passiert, ist jedoch wenig berraschend.

Die Handlung ist recht einfach aufgebaut. Whrend Judith und ihr Bodyguard Anselmo vor Ort recherchieren, halten sie stndig den Kontakt zum Vatikan. Eben dies nimmt dem Roman viel von seiner Spannung, denn Judith kann kaum auf eigene Faust handeln, sondern muss stndig die Erlaubnis des Vatikans einfordern. So wird die Handlung, wenn sie gerade in Fahrt kommt, durch die Rcksprache mit dem Vatikan immer wieder ausgebremst. Judith und ihr Team arbeiten sehr organisiert zusammen und haben eine reelle Chance im Wettlauf gegen die Zeit und gegen die Verschwrer. So finden sie auch recht schnell heraus, dass Axus mundi eine von sterreich aus gesteuerte Geheimgesellschaft ist, die mit der Lanze des Herrn (die Lanze, mit der Christus am Kreuz die Seite durchbohrt wurde) groe Plne hat ... Das groe Finale steigt dann in einem verlassenen Kloster auf der Halbinsel Sinai, wartet aber nur mit einem recht offensichtlichen Ende auf.

Die Erzhlung konzentriert sich auf die wichtigen Ereignisse, Nebenhandlungen gibt es so gut wie keine. Dadurch wird zwar einerseits die Aufmerksamkeit fokussiert und das Tempo der Handlung gesteigert, aber andererseits gibt es keine trickreiche Verwebung der Handlungsstrnge und keine berraschenden Plotwendungen. Viel mehr als das, was bereits in der obigen Inhaltsangabe beschrieben wurde, passiert nicht.

Delalande versteht es, ein interessantes Thema mit einer einfachen, aber leider wenig kunstvollen Sprache zu beschreiben. Die Darstellung der Umgebung und der Rume ist gut gelungen. Delalande findet genau das richtige Ma zwischen spannungsttender ausfhrlicher Beschreibung und zu knapper Schilderung der Rumlichkeiten.

Die Geschichte wird in der dritten Person aus Judiths Perspektive geschildert. Dadurch kann man sich nicht wirklich sehr gut in die Figur hineinfhlen. Vielleicht wre es interessanter und spannender gewesen, wenn die ganze Handlung aus der Ich-Perspektive erzhlt worden wre. Man htte sich leichter mit dem Ich-Erzhler identifizieren knnen und die zahlreichen Sachinformationen, die einfach in die Handlung eingestreut wurden, htte der Ich-Erzhler selbst herausfinden mssen, was die Spannung wahrscheinlich noch gesteigert htte.

Das Ende ist leider sehr unspektakulr und was man bereits nach den ersten zwei bis drei Kapiteln vermutet hat, wird besttigt. Dadurch versumt Delalande es, den Spannungsbogen gegen Ende der Geschichte auf die Spitze zu treiben. Man hat das Gefhl, er habe pltzlich die Energie und Lust am Schreiben verloren und liee nun einfach die Handlung in ein schon immer erwartetes Ende fallen.

Fazit:

Wer nach der Lektre der Inhaltsangabe einen leichten, unterhaltenden Thriller erwartet, bekommt genau das ... aber auch nicht mehr! Der thematisch an Dan Browns bekannte Bestseller "Illuminati" und "Sakrileg" angelehnte Thriller "Die Lanze des Herrn" ist unterhaltsames, aber sehr einfach geschriebenes und seichtes Lese-Fast-Food. Delalandes Vorgnger "Die Dante-Verschwrung" fllt im Vergleich dazu sehr viel spannender aus und hat auch nicht ein so vorhersehbares Ende. Delalande kann also durchaus wirklich gute Thriller schreiben, jedoch gehrt "Die Lanze des Herrn" nicht zu seinen Glanzleistungen.
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