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Die Jagd nach Atlantis  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Krimi & Thriller
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Samstag, 14. März 2009

Die Jagd nach Atlantis

Originaltitel: The Hunt for Atlantis
Übersetzt von: Peter Beyer

Verlag: Goldmann
Erschienen: August 2008
ISBN: 978-3-442-46644-3
Preis: 8,95 EUR

544 Seiten
Inhalt
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.1

Wertung:
7.1
von 10
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Zum Inhalt:

Die Jagd nach dem legendären Atlantis hat schon viele Menschen in den Untergang getrieben. Das weiß die Archäologin Nina Wilde nur zu genau, schließlich waren ihre eigenen Eltern bis zu ihrem Tod davon besessen, das verschwundene Inselreich zu finden. Doch jetzt glaubt Nina selbst zu wissen, wo sie suchen muss. Dies ist jedoch dem Anführer einer geheimen Bruderschaft ein Dorn im Auge - er scheut vor nichts zurück, um zu verhindern, dass Nina das Geheimnis von Atlantis lüftet ...

Meinung:

Bevor er mit dem Schreiben von Romanen anfing, war Andy McDermott Journalist, Redakteur und Film-Kritiker. "Die Jagd nach Atlantis" ist das Erstlingswerk des Briten, weitere Bücher, die sich um die Abenteuer von Nina Wilde und Eddie Chase drehen, folgten bzw. werden noch folgen. Der Mythos Atlantis beschäftigt die Menschen schon seit Jahrhunderten. Manche Autoren nähern sich dem Thema todernst, andere nehmen es einfach zum Anlass, eine unterhaltende Geschichte zu erzählen - und eine solche findet sich auch in dem vorliegenden Buch.

Nina Wildes Eltern waren Archäologen, die - wie so viele andere auch - nach Atlantis forschten. Nur entdeckten sie es anscheinend auch - und wurden dafür von einer geheimen Bruderschaft umgebracht. Jahre später wird Nina von dem geheimnisvollen Multimillionär Kristian Frost engagiert, um für ihn die Stadt zu finden. Als Bodyguard wird ihr Eddie Chase, ehemaliges Mitglied der britischen Spezialeinheit SAS, zur Seite gestellt. Dies erweist sich als eine gute Idee, denn schon bald befindet sich die Archäologin ebenfalls im Visier der Bruderschaft. Was folgt, ist eine aberwitzige Verfolgungsjagd rund um den Globus, immer auf der Suche nach dem entscheidenden Hinweis, der die Existenz von Atlantis beweist.

Die Personen des Romans entsprechen nahezu vollkommen bestimmten bekannten Charaktertypen. So ist der männliche Held natürlich hauptsächlich für die Action verantwortlich und diese Rolle erfüllt Eddie Chase voll und ganz. Er nimmt seinen Job als Bodyguard sehr ernst und tut alles, um seine Schützlinge aus misslichen Situationen zu befreien. Dabei gibt er sich die ganze Zeit ruhig und locker. Dann wäre da noch der Sidekick, der seinen Freund und sein Vorbild so gut es geht unterstützt. Hierfür ist der Belgier Hugo Castille zuständig, der eine starke Phobie vor Rotoren hat, was bei dieser Figur zu einem Running Gag wird.

Auch braucht so ein Buch einen großen Gegenspieler wie Qobras, den Anführer der Bruderschaft. Um das Geheimnis von Atlantis zu bewahren, geht er buchstäblich über Leichen. Er ist ein eiskalter Killer, dem Menschenleben nichts bedeuten, solange sie verhindern, dass er jeden Hinweis auf die untergegangene Zivilisation vernichten kann. Zwischen ihm und Eddie besteht eine große Antipathie.

Nina Wilde ist die Wissenschaftlerin im Team und gerät regelmäßig in Situationen, die mit ihrer Ausbildung recht wenig zu tun haben. So muss sie zum Beispiel helfen, Kari, die Tochter von Kristian Frost, aus den Händen eines Geiselnehmers zu retten. Zum Glück wird Nina vom Autor nicht allzu sehr als Fräulein in Not beschrieben. Sie weiß sich zu helfen, wenn es nötig ist, ist aber kein Kämpfer wie Eddie Chase, mit dem sie nach und nach mehr verbindet als nur eine professionelle Partnerschaft. Das exakte Gegenteil zu Nina ist Kari Frost. Auch sie hat eine wissenschaftliche Ausbildung, kann jedoch gleichzeitig auch gut kämpfen, was sie immer wieder unter Beweis stellt. Gemeinsam mit ihrem Vater verfolgt sie anscheinend einen Plan, von dem die anderen nichts wissen.

Wenn man das Buch liest, merkt man, dass Andy McDermott als Film-Kritiker oft im Kino gewesen sein muss. Der Thriller ist sehr bildhaft geschrieben und man hat beim Lesen oftmals das Gefühl, keinen Roman vor sich zu haben, sondern eher einen Action-Film mitzuerleben. Der Autor verwendet viele Elemente dieses Kino-Genres. Ein bisschen fühlt man sich sogar an die Indiana-Jones-Filme erinnert, weil immer wieder uralte Bauwerke gefunden werden, die dann später mit viel Getöse demoliert werden. Und die geheimnisvolle Bruderschaft ist natürlich böse und geht über Leichen, um das Geheimnis von Atlantis zu bewahren. Das führt dann oft dazu, dass die Luft ziemlich bleihaltig wird, wenn die Guten und die Bösen aufeinandertreffen.

Das Alles sind natürlich bekannte Klischees. Das Besondere an diesem Roman ist aber, dass es dem Autor gelingt, den Leser über sie hinwegsehen zu lassen. Andy McDermott stellt sie nicht in den Vordergrund, sondern benutzt sie eher, um die Handlung voranzutreiben - wobei er auch nicht auf Running Gags und launige Einzeiler verzichtet. Verziert wird das Ganze dann noch mit interessanten Persönlichkeiten. Zwar bedienen die im Buch vorkommenden Charaktere ebenfalls zahlreiche Stereotype, doch stört dies nicht, da es - genau wie bei den diversen Plot-Elementen - dazu benutzt wird, die Geschichte zu erzählen. Der Leser fühlt sich gut unterhalten, weil er (wie bei Action-Filmen) nicht großartig über eine logische Handlung mit glaubwürdigen Figuren nachdenkt.

Fazit:

Andy McDermotts Erstlingswerk "Die Jagd nach Atlantis" erfindet das Rad nicht neu. Der Autor benutzt zahlreiche bekannte Klischees aus Action-Filmen, verpackt diese jedoch geschickt. Das Buch könnte genauso gut ein Kinofilm sein, denn es vergehen kaum Seiten, ohne dass es irgendwo gewaltig kracht und etwas in die Brüche geht. Gleichzeitig schafft McDermott es auch, sehr unterschiedliche Figuren zu beschreiben. Jede dieser Personen ist anders und hat so ihre eigenen Ecken und Kanten. Da stört es auch nicht weiter, dass hier ebenfalls zahlreiche Klischees bedient werden.
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