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Der Tod hat 24 Türchen  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Krimi & Thriller
Geschrieben von Konstanze Tants   
Samstag, 22. November 2008

Der Tod hat 24 Türchen

Herausgegeben von Jan Seghers.

Verlag: rororo
Erschienen: November 2008
ISBN: 978-3-499-24864-1
Preis: 8,95 EUR

292 Seiten
Inhalt
9.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.9

Wertung:
8.9
von 10
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Zum Inhalt:

Besinnliche Adventszeit? Von wegen: Zeit zum Töten! Denn wenn gute Freunde ihr wahres Gesicht zeigen, Christbaumverkäufer wettrüsten und betrogene Ehefrauen kaltblütig Rache nehmen, mischt sich schon mal Tannengrün mit Blutrot. Und da auch Profikiller Heiligabend feiern, gerät für manch einen die stille Nacht zur ewigen Ruhe ... Dieser Band enthält 24 Kurzkrimis der beliebtesten deutschsprachigen Krimiautoren, u.a. Friedrich Ani, Oliver Bottini, Petra Oelker, Gisa Klönne, Felicitas Mayall und Jan Costin Wagner.

Meinung:

Nach all der Besinnlichkeit, dem Zuckerschock von den Keksen und der nicht mehr ganz so natürlichen Fröhlichkeit, die von allen Seiten während der Adventszeit auf einen einprasseln, gibt es kaum etwas Schöneres, als sich am Ende eines langen Tages mit einem guten Krimi zurückzuziehen. "Der Tod hat 24 Türchen" bietet für jeden Abend im Dezember bis Weihnachten eine gut geschriebene und teils amüsante, teils spannende Krimigeschichte.

Nach einem kurzem Vorwort, in dem der Herausgeber Jan Seghers auf amüsante Weise darlegt, welche Vielfalt an Geschichten in dieser Sammlung zu finden ist und welche Schwierigkeiten mit dem Schreiben von Kurzgeschichten verbunden sind, geht es gleich los mit seltsamen Begebenheiten auf einer ägäischen Insel. 24 bekannte und beliebte deutsche Krimiautoren haben die unterschiedlichsten Beiträge zu dieser Anthologie geleistet.

So erwarten den Leser spannende, amüsante und gruselige Geschichten rund um die Weihnachtszeit. Eine der lustigsten Ideen ist wohl der Weihnachtsstammtisch für Mörder von Oliver Bottini, der mit "Ausgeknipst" beweist, dass auch diese Herren das Bedürfnis haben, sich ab und zu mit Kollegen auszutauschen. Nicht immer erlebt man die Geschehnisse jedoch aus der Sicht des Täters - auch die Perspektive des Opfers, des Ermittlers oder des relativ unbeteiligten Zuschauers darf der Leser einnehmen.

"Der Tod hat 24 Türchen" zeigt auf wunderbare Weise die vielen unterschiedlichen Facetten, die das Krimigenre aufweisen kann. Manchmal ist ein einfacher Beobachter bedrohlicher als ein unheimlicher Mörder, wie Jan Costin Wagner mit seiner Geschichte "Sonnenspiegelung" aufzeigt. Die schlichte Tatsache, dass ein unbekannter Mann eine Wohnung beobachtet, kann die Fantasie des Lesers beflügeln und viele eigene Ideen entstehen lassen.

Hingegen wird in "Die Ankunft des Herrn" von Thomas Raab in ländlich-deftiger Weise beschrieben, wie es in einem kleinen, friedlichen Ort in der Adventszeit zugehen kann, wenn ein geschäftstüchtiger junger Mann und zwei alteingesessene Weihnachtsbaumverkäufer aufeinandertreffen. Wesentlich feiner und subtiler beschleicht den Leser ein unheimliches Gefühl in Petra Oelkers "Nichts als Hirngespinste", eine Geschichte, bei der die Autorin sehr schön mit der Macht der Einbildungskraft spielt.

Auch wenn vielleicht nicht jeder dieser Anthologiebeiträge den Leser auf die gleiche Art und Weise begeistert, findet sich in diesem Buch doch ganz gewiss für jeden Geschmack etwas. Aufgrund des durchgehend hohen Niveaus und der Fragen, die in einigen Geschichten aufgeworfen und nicht gelöst werden, lassen einige der beschriebenen Fälle den Leser so schnell nicht wieder los. Jede dieser Kurzgeschichten hat ihre eigene Sprache, jeder Autor hat seine eigene Herangehensweise an einen Krimi in der Adventszeit, und so beweist diese Anthologie die Vielfältigkeit der aktuellen deutschen Krimiszene.

"Der Tod hat 24 Türchen" ist somit hervorragend als Adventskalender geeignet, bei dem man sich in der hektischen Weihnachtszeit jeden Tag für einige Minuten zurückziehen und mit schrecklichen, amüsanten und rätselhaften Geschichten beschäftigen kann. Und nach der Lektüre wird der Leser es sich ganz gewiss zweimal überlegen, ob er nachts durch den dunklen Park geht, am Wochenende einen Ausflug zum See macht oder sich auf dem Weihnachtsmarkt einen Glückwein gönnt. Aber nicht immer kommt mit dem Verbrechen im Advent auch der große Schrecken ... manchmal nimmt der Weihnachtsmann nur eine seltsame Gestalt an, um seine Geschenke zu verteilen.

Fazit:

Wer ein Buch sucht, mit dem er sich in der hektischen Adventszeit ein paar spannende, amüsante und überraschende Minuten bereiten kann, ist mit "Der Tod hat 24 Türchen" bestens bedient. In dieser Anthologie bieten 24 der bekanntesten deutschen Kriminalautoren dem Leser wunderbar abwechslungsreiche und stimmungsvolle Geschichten, die zum Schmunzeln, Gruseln und Staunen sind. Das durchgehend hohe Niveau der Kurzgeschichten macht diesen Titel zu einem schönen Adventskalender der etwas anderen Art und weckt die Lust darauf, sich noch ein bisschen mehr in der deutschen Krimiszene umzuschauen.
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