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Der Thule-Code  Drucken E-Mail
Bcher: Belletristik Krimi & Thriller
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 12. Oktober 2009

Der Thule-Code

Reihe: Marc Hagen
6. Band der Reihe

Verlag: Grafit
Erschienen: Juli 2009
ISBN: 978-3-89425-365-3
Preis: 9,95 EUR

287 Seiten
Inhalt
3.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
3.5

Wertung:
3.5
von 10
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Zum Inhalt:

Gnther Wehking wei, dass er in Gefahr schwebt, und bergibt Anwalt Marc Hagen einen Brief. Im Fall, dass sich Wehking einen Tag lang nicht meldet, soll seine Tochter Edda das Schreiben erhalten. Tatschlich stirbt er wenig spter und Edda kann kaum glauben, was ihr Vater ihr hinterlassen hat: einen Vierzeiler, auf dessen Inhalt sie sich keinen Reim machen kann; von Irminsul und Schicksal ist die Rede. Gemeinsam mit Marc Hagen versucht sie, die Botschaft zu entschlsseln; eine rasante Reise in die Vergangenheit und zu deren Zeugnissen beginnt ...

Meinung:

"Der Thule-Code" ist der sechste Roman des Juristen und Autors Andreas Hoppert um den Anwalt Marc Hagen. Doch Vorwissen aus den ersten Bchern bentigt der Leser nicht, um in diese Geschichte hineinzufinden, da der Autor gengend Informationen ber seine Hauptfigur einstreut, sodass man sich eventueller Lcken nicht bewusst wird. Besonders reizvoll sind Andreas Hopperts Krimis fr Leser, die den Raum Ostwestfalen-Lippe kennen, da seine Geschichten rund um die Stdte Bielefeld und Detmold spielen.

Die Grundidee von "Der Thule-Code" fesselt den Leser schnell: Marc Hagen ist vor einiger Zeit von Gnther Wehking ein Umschlag bergeben worden, der im Fall seines Todes an dessen Tochter Edda berreicht werden soll. Da es zu einem kleinen Missverstndnis in Hagens Kanzlei kommt, verzgert sich die bergabe des Umschlags etwas, was dem Anwalt von vornherein ein schlechtes Gewissen bereitet. So ist es auch kein Wunder, dass sich Marc Hagen recht schnell von Edda Wehking dazu berreden lsst, mit ihr zusammen der mysterisen Nachricht ihres Vaters zu folgen.

Dieser hatte seiner Tochter einen Vierzeiler hinterlassen, der Marc und Edda gleich am ersten Tag ihrer Suche von Bielefeld zu den Externsteinen bei Detmold und weiter zur Paderborner Universitt und zur Wewelsburg bei Bren fhrt - und diese hastige Suche zeigt schon das grte Manko dieses Romans. Die beiden Hauptfiguren hetzen von Schauplatz zu Schauplatz, sammeln in Windeseile ein paar Informationen ein, auf deren Basis sie dann frhlich spekulieren, um sich sogleich auf den Weg zum nchsten Ort zu machen.

Dabei beschreibt der Autor zwar recht plastisch die rtlichkeiten und fhrt eine Menge Fakten ber Aktivitten der SS whrend des Zweiten Weltkriegs in dieser Gegend auf, aber er gibt dem Leser keinen Raum fr Spannung. Wrde man nicht parallel zur Suche des Anwalts und seiner Klientin auch noch von den Plnen der geheimnisvollen und rechtsradikalen Thule-Gesellschaft lesen, wrde die Motivation des Lesers wohl nicht ber die ersten Seiten hinausreichen. Nach der Hlfte der Geschichte kommt so langsam Spannung auf, denn obwohl Marc Hagen und seine Klientin weiterhin Schnitzeljagd spielen, ist der Rechtsanwalt inzwischen persnlich von den Vorgngen betroffen. Auerdem zieht die Handlung um die Thule-Gesellschaft und den gleichzeitig stattfindenden G8-Gipfel nach und nach an, was ein wenig mehr Neugier auf den weiteren Verlauf der Geschichte weckt.

Doch so recht wei der Autor mit den Spannungselementen nicht umzugehen. Ein Mord wird im Vorbergehen abgehakt, eine Entfhrung lst sich so leicht und schnell wieder auf, dass der Leser keine Chance hat, mit dem Opfer mitzubangen, und sogar das groe Finale bekommt man letztendlich als Rckblende auf die Ereignisse erzhlt. Dabei htte diese Szene wirklich Potenzial gehabt, denn Andreas Hoppert hat sich fr den Showdown eine stimmige Kulisse gesucht und alle Zutaten gemischt, die man fr eine rasante Entwicklung braucht, nur um den Leser am entscheidenden Punkt im Stich zu lassen.

Fazit:

Wer ein bisschen ber die Sehenswrdigkeiten in Ostwestfalen-Lippe lesen mchte, wird in "Der Thule-Code" von Andreas Hoppert ausfhrliche Beschreibungen finden. Doch leider leidet die Geschichte unter der Neigung des Autors, die Handlung nur zu beschreiben und die vorhandenen Rtsel durch lange Vortrge aufzulsen. Hier bekommt der Leser keine Szenen geboten, die ihn mit den Figuren mitfiebern lassen oder vor interessante Fragen stellen, die ihn lnger als einen Absatz beschftigt halten. Wer einen spannenden und unterhaltsamen Krimi lesen mchte, sollte lieber auf einen der anderen Regionalkrimis des Grafit-Verlags zurckgreifen.
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