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Cirrus Flux: Der Junge, den es nicht gab  Drucken E-Mail
Bcher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Dienstag, 17. November 2009

Cirrus Flux: Der Junge, den es nicht gab

bersetzt von: The Story of Cirrus Flux

Untergenre: Fantasy
Verlag: Hanser
Erschienen: August 2009
ISBN: 978-3-446-23386-7
Preis: 14,90 EUR

326 Seiten
Inhalt
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.1

Wertung:
7.1
von 10
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Zum Inhalt:

London 1783: In einem Findelhaus am Rand der Stadt lebt der 12-jhrige Cirrus Flux. Von seinen Eltern wei er nichts, nicht einmal ihren Namen. Aber dann findet der Junge einen ungewhnlichen silbernen Anhnger: Es ist eine Weltkugel in Miniaturform, die einst seinem Vater gehrt hat. Doch mit der Kugel scheint es etwas Geheimnisvolles auf sich zu haben, denn pltzlich wird Cirrus von den Mitgliedern einer wissenschaftlichen Akademie verfolgt, die ihm seinen Anhnger abjagen wollen. Es ist der Beginn einer abenteuerlichen Flucht in das brodelnde London der Aufklrung, wo Hypnotiseure und Elektrifizierungsknstler ihr Unwesen treiben und Straenkinder die Gegend unsicher machen. Als Cirrus tatschlich in der Falle sitzt, kommt in letzter Minute unerwartete Hilfe ...

Meinung:

Nach seinem Debtroman "Endymion Spring", der im historischen Mainz und im aktuellen Oxford spielt, entfhrt Matthew Skelton den Leser mit "Cirrus Flux: Der Junge, den es nicht gab" ins 18. Jahrhundert. Im damaligen London wchst Cirrus Flux in einem Waisenhaus auf. Der Junge wei nichts ber seine Eltern, muss aber eines Tages feststellen, dass mehrere Parteien auf der Suche nach ihm sind und eine mysterise Kugel haben wollen, die sich angeblich in seinem Besitz befindet.

Das Mdchen Pandora lebt im gleichen Waisenhaus, in dem sich auch Cirrus befindet. Eines Tages belauscht sie beim Saubermachen ein Gesprch zwischen dem Vorsteher des Heims und einer geheimnisvollen Besucherin. Die Mesmerismusknstlerin Madame Orrery mchte einen ganz bestimmten Jungen in ihren Dienst nehmen, doch als der Heimleiter Mr. Chalfont ihr mitteilt, dass sie nur einen weiblichen Lehrling bekommen knne, nimmt sie Pandora mit.

Matthew Skelton beschreibt fr den Leser ein faszinierendes historisches London. Whrend man Cirrus und Pandoras Abenteuer verfolgt, wandelt man in einer Welt, in der Elektrizitt und Naturwissenschaft wie Magie erscheinen und in der sich Zauber- und Mesmerismusknstler einen Ruf gemacht haben. Aber auch die profaneren Seiten dieses Lebens werden dem Leser vor Augen gefhrt, wenn man liest, wie machtlos die Waisenkinder bei ihren Lehrherren und wie schnell sie Misshandlungen ausgesetzt sind.

Drei verschiedene Handlungsebenen verwebt der Autor zu einem spannenden Abenteuer. Neben Cirrus' Flucht aus dem Waisenhaus und seinem vergeblichen Versuch, die mysterise Kugel seines Vaters zu beschtzen, erlebt man auch noch mit, wie es Pandora bei Madame Orrery ergeht - und welche Ereignisse vor zwlf Jahren dazu gefhrt hatten, dass James Flux seinen Sohn im Waisenhaus abgeben musste. Doch so sympathisch einem James, sein Sohn Cirrus und Pandora sind, kommt es doch zu keiner wirklichen Verbindung zu diesen Figuren.

Die verschiedenen Zeitsprnge und die unterschiedlichen Handlungsstrnge verhindern, dass man mit den Charakteren wirklich mitfhlt. Und so faszinierend das beschriebene London ist, so unausgewogen wirkt Matthew Skeltons Aufbau der Geschichte leider auch. Nach einem eher langsamen Anfang, bei dem einem die verschiedenen Personen und ihre Lebensumstnde vorgestellt werden, wird man in eine Welt voller egoistischer Forscher und Zauberknstler gestoen, die alle die geheimnisvolle Kugel in die Finger bekommen wollen, bis es zu einem rasanten Finale kommt.

Bei all den befremdlichen und wundervollen Dingen wnscht man sich, dass sich der Autor mehr Zeit genommen htte, dieses ganz besondere London zu beschreiben - und vor allem, dass er den verschiedenen Charakteren mehr Raum gelassen htte, um Tiefe zu entwickeln. Cirrus wird von den Ereignissen regelrecht berrollt und bei den verschiedenen Bsewichten ist kein Motiv fr ihre Handlungen zu erkennen. Einzig Pandora kommt der Leser nher. Sie ist ein ganz normales Mdchen, das sich mutig den Herausforderungen stellt, die auf sie zukommen, und deren Beweggrnde immer nachvollziehbar sind.

Trotz all dieser Kritikpunkte hat Matthew Skelton mit "Cirrus Flux" ein sehr reizvolles und spannendes Buch geschrieben. Das fremdartige historische London ist eine faszinierende Welt, in die man gerne eintaucht und die die Fantasie des Lesers anregt. Und wer mehr ber diese Zeit wissen mchte, findet im Anhang die Bcher aufgefhrt, die Matthew Skelton fr seine Recherchen genutzt hat.

Fazit:

Mit "Cirrus Flux: Der Junge, den es nicht gab" kann Matthew Skelton leider nicht an das hohe Niveau seines Debtromans "Endymion Spring" anknpfen. Trotzdem bietet das Buch eine abenteuerliche und spannende Geschichte, die in einem faszinierenden Umfeld spielt. Der Autor lsst vor den Augen des Lesers ein historisches London entstehen, in dem Elektrizitt und Naturwissenschaft wie Magie wirken, und das beseelt ist von dem Wunsch, die Welt in allen Details zu erforschen. In diesem ungewhnlichen Umfeld erlebt man mit, wie Cirrus und das Waisenmdchen Pandora von den verschiedenen Parteien unter Druck gesetzt werden, die alle auf der Suche nach einer geheimnisvollen Kugel sind, die Cirrus' Vater dem Jungen hinterlassen hat.
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