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Der letzte Vampir  Drucken E-Mail
Bcher: Belletristik Horror
Geschrieben von Konstanze Tants   
Samstag, 14. Juni 2008

Der letzte Vampir

Originaltitel: Thirteen Bullets
bersetzt von: Andreas Decker

Verlag: Piper
Erschienen: November 2007
ISBN: 978-3-492-26643-7
Preis: 8,95 EUR

384 Seiten
Inhalt
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.1

Wertung:
7.1
von 10
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Zum Inhalt:

An einem gottverlassenen Ort irgendwo in Pennsylvania geraten die Cops Laura Caxton und Jameson Arkeley mit ihrem Team in einen Hinterhalt. Ein bestialischer Vampir richtet ein Blutbad unter den Ermittlern an. Aber das ist nur der Anfang. Denn nun beginnt die wahrhaftige Apokalypse. Ein erbarmungsloser Krieg der Untoten gegen die Menschen ist entfesselt. Und je tiefer Laura darin verwickelt wird, umso deutlicher erkennt sie, dass sie in all dem Wahnsinn ihren engsten Verbndeten nicht mehr trauen kann ...

Meinung:

David Wellington legt mit "Der letzte Vampir" einen harten und actionreichen Roman vor, der wie geschaffen zu sein scheint, um als Filmvorlage zu dienen. Von der ersten Seite an wird vor atmosphrischen Kulissen gejagt, geschossen und gemetzelt. Die hier beschriebenen Vampire haben nichts mit den edlen und verfhrerischen Blutsaugern gemein, die in den letzten Jahren die Buchhandlungen eroberten. Es handelt sich eher um Bestien, die nach Blut schtig sind und im Laufe ihrer Existenz immer gieriger, unvorsichtiger und triebgesteuerter werden.

Diesen Ungeheuern mssen sich Jameson Arkeley und Laura Caxton entgegenstellen. Special Deputy Arkeley gilt als der Vampirexperte des FBI, da es ihm vor zwanzig Jahren gelang, den letzten bekannten Vampir und seine Gefhrten zu vernichten. Laura Caxton hingegen arbeitet als Trooper bei der State Police, ihr Job ist es normalerweise, die Straen Pennsylvanias sicherer zu machen, Alkoholsnder aus dem Verkehr zu ziehen und Autounflle zu bearbeiten. Doch nun treiben in der Gegend Vampire ihr Unwesen und ausgerechnet Laura wird von Arkeley zu seiner Partnerin bei der Jagd auf diese Monster bestimmt.

Schnell wird den beiden Ermittlern klar, dass hinter dem Auftauchen der Vampire mehr steckt als nur das bliche Bedrfnis der Ungeheuer, ihren Blutdurst zu stillen. Es ist einfach zu ungewhnlich, dass eine so groe Gruppe von ihnen zusammenarbeitet und jeder von ihnen auch noch eine Schar Halbtoter befielt. Eine Macht, die grer als die tierischen Instinkte der untoten Monster sein muss, scheint sie - aus dem Hintergrund - zu fhren.

Whrend das berma an Gewalt, Verstmmelungen und Toten in "Der letzte Vampir" nicht zu bersehen ist, beschreibt David Wellington doch erstaunlich sensibel die Beziehung zwischen dem alternden Vampirjger und der jungen Polizistin. Doch leider beweist der Autor nicht bei allen Charakterbeschreibungen ein so gutes Hndchen wie bei den beiden Hauptfiguren. Obwohl Personen in dem Roman vorkommen, die mit nur wenigen Stzen Konturen bekommen und fr den Leser real werden, werden doch recht relevante Figuren wie zum Beispiel Deanna, die Lebensgefhrtin von Laura Caxton, nur unzureichend vorgestellt und wirken dadurch uninteressant und profillos.

Auch neigt der Autor nicht nur bei der Darstellung der Actionszenen zu Extremen. Seine Charaktere sind solche Individualisten, dass sie an Glaubwrdigkeit verlieren. Der Special Deputy hat die vergangenen zwanzig Jahre nur mit der Jagd nach Vampiren verbracht und kann auf Nachfrage nicht mal die Studienrichtung seines Sohnes benennen. Laura Caxton hingegen hat nicht nur eine traumatische Kindheit hinter sich, sondern bewhrt sich auch noch in einem Beruf, der immer noch hauptschlich Mnnern vorbehalten ist, fhrt eine lesbische Beziehung und kmmert sich in ihrer Freizeit um die Rettung von Greyhounds. Ein bisschen weniger Exzentrik htte hier auch gereicht, um die Figuren berzeugend darzustellen.

Zu viel darf man die Handlung von "Der letzte Vampir" nicht hinterfragen und fr Leser mit empfindlichem Magen ist dieser Roman auch nicht geeignet. Doch wer blutspritzende Horrorgeschichten bevorzugt und ber einige Schwchen im Plot hinwegsehen kann, den erwarten mit diesem Buch ein paar unterhaltsame Lesestunden. Gerade durch die ungewohnt bestialische Darstellung der Vampire verfolgt der Autor einen interessanten Ansatz, der in der aktuellen Flut romantischer Vampirstorys fast schon erfrischend wirkt. Der Folgeband "Krieg der Vampire" wird im September 2008 auf Deutsch verffentlicht.

Fazit:

"Der letzte Vampir" wartet mit allen Zutaten auf, die ein Horrorroman aufweisen sollte. Von der ersten bis zu letzten Seite kann der Leser in atmosphrischen Umgebungen verfolgen, wie Jameson Arkeley und Laura Caxton sich gegen blutrnstige Vampire verteidigen mssen. David Wellington spart bei seinen Beschreibungen in keiner Weise an Blut, Verstmmelungen und Toten. Leider gibt es in der Handlung ein paar schwchere Stellen und auch einige Charaktere knnen den Leser nicht berzeugen. Trotzdem kommen Fans von actionreichen und bluttriefenden Horrorgeschichten bei diesem Roman voll auf ihre Kosten.

 
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