/* ]]> */
Banner bookdepository.com

Sylvie und die verlorenen Stimmen  Drucken E-Mail
Bcher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Heike Bellas   
Freitag, 17. April 2009

Sylvie und die verlorenen Stimmen

Originaltitel: Sylvie and the Songman
bersetzt von: Birgit Moosmller

Verlag: Knaur
Erschienen: Dezember 2008
ISBN: 978-3-426-66328-8
Preis: 14,95 EUR

320 Seiten
Inhalt
5.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
5.3

Wertung:
5.3
von 10
Jetzt kaufen



Zum Inhalt:

Es ist nicht einfach, ein Teenager zu sein. Erst recht nicht, wenn man einen Vater hat, der so merkwrdige Instrumente erfindet wie das Aquakkordeon, um damit die Musik des Meeres zu spielen. Und dann passieren rund um Sylvie auch noch merkwrdige Dinge: Ihr Hund Mr. Jackson kann nicht mehr bellen, und auch die Vgel im Garten scheinen ihre Stimmen verloren zu haben. Der Einzige, der wei, was dahinter steckt, ist ein Fuchs - aber Tiere knnen nicht sprechen. Oder?

Meinung:

Sylvie ist eigentlich ein ganz normales Mdchen, nur ihr Umfeld ist eher weniger normal ... Ihre Mama verschwand bei einem Strandurlaub einfach in den Wellen, ihr Vater baut Musikinstrumente, die Naturtne imitieren sollen und ihr Hund hat seit einigen Tagen keine Stimme mehr. Und dann passiert auch noch das: Bei der Reparatur eines der Instrumente gibt es ein riesiges Erdbeben, ihr Vater tut pltzlich geheimnistuerisch und ist am nchsten Tag verschollen. Was Sylvie bleibt, sind ihr Hund Mr. Jackson und ihr etwas seltsamer bester Freund George, die gemeinsam mit Sylvie auf die Suche nach ihrem Vater gehen. Dabei bemerken sie, dass viele Tiere keine Stimme mehr haben. Auerdem verfolgt sie ein seltsamer Mann mit rotem Zylinder - der "Spechtmann" - auf ihrer Suche und kommt den dreien gefhrlich oft nahe.

"Sylvie und die verlorenen Stimmen" verspricht eine schne, spannende Geschichte zu werden, wenn man den Klappentext liest. Doch trotz der originellen Grundidee dmpelt der Roman einfach nur vor sich hin. Sylvies und Georges Reise scheint vllig ziellos zu sein, auch wenn die Tiere vorgaukeln, sie wssten, wohin sie die beiden fhren. Doch jeder Handlungsstrang, der aufgenommen wird, verluft im Sand. Ein aufflliges Beispiel fr dieses Problem wre der Triangelstab des Spechtmanns. Sylvie und George finden den groen silbernen Stab im Garten und nehmen ihn an sich. Nachts taucht der Spechtmann mit seiner Triangel im Garten auf und sucht den Stab. Weder George noch Sylvie wissen, was sie mit dem Stab anfangen sollen, lassen den Spechtmann aber lieber das halbe Haus zerstren, anstatt den Stab einfach loszuwerden. Vielmehr schleppen sie ihn auf der halben Reise mit sich herum - nur, um ihn dann anstandslos an den Verfolger auszuhndigen, als sich die Gelegenheit dazu ergibt.

Man knnte hoffen, die Protagonisten entschdigten fr den fehlenden roten Faden. Doch auch diese Hoffnung ist vergebens. Sylvie wird zwar sympathisch, aber flach dargestellt, George ist die Art Kind, bei dem man wei, wieso es keiner mag, denn er ist einfach nur besserwisserisch und lamentiert bei jeder Gelegenheit. Nicht einmal der Bsewicht - der "Herr der Lieder" - macht wirklich Angst, von seinem durchschaubaren und unoriginellen Alter Ego ganz zu schweigen. Seine Handlanger scheinen beinahe facettenreicher als er, wren sie nicht unfhig, Auftrge auszufhren.

Sylvie erlangt auf ihrer Reise eine Fhigkeit, die das Lesergemt spaltet: Sie wird von einem Fuchs gebissen und gleitet daher halb in die Tierwelt hinber, was es ihr ermglicht, nachts zu sehen, Dinge in groer Weite zu erkennen und vor allem, Tiere reden zu hren. Was eine interessante Erfahrung zu werden scheint, lst entweder genervtes Augenrollen oder wenigstens entschdigende Lachmomente aus. Denn Tiere reden nicht wie Menschen, sie haben ihre eigene Sprache. Ab und an ist es schon komisch zu wissen, welche Bezeichnung Tiere fr Gegenstnde haben. Mr. Jacksons Leine heit bei ihm zum Beispiel "Woistsienur". Doch nach einigen Seiten, in denen Fchse "flitzflitz" machen und Hschen "hoppeldihoppeldi" und Esel "trabiditrabitrab", fhlt man sich ein wenig wie ein Baby bei einem Zoobesuch.

Vielleicht doch eine kleine Entschdigung dafr ist die optische Aufmachung des Buches. Der Schutzumschlag wurde detailreich und ein wenig gruselig gestaltet und erinnert ein wenig an altmodische Schattenrisse. Auch innerhalb des Buches gibt es eine groe Zahl von genauen und liebevollen Bleistiftzeichnungen, die die Texte untermalen. So wird aus dem Buch zwar kein Pageturner, aber wenigstens ein Schmuckstck im Regal.

Fazit:

"Sylvie und die verlorenen Stimmen" ist ein Buch, dessen optische Aufmachung und Klappentext sehr viel versprechen. Doch leider kann der Inhalt diesen Versprechungen nicht gerecht werden. Die Geschichte besitzt keinen durchgehenden roten Faden und dmpelt vor sich hin, ohne Spannung zu erzeugen. Die Protagonisten sind flach oder nervttend und so manche Sprachwahl lsst daran zweifeln, dass das Buch nicht fr 4-Jhrige geschrieben wurde. So ist die Grundidee von Autor Tim Binding zwar gar nicht schlecht, doch hat er es einfach nicht geschafft, sie ansprechend umzusetzen.
Weiterfhrende Infos

 
Copyright 2008-2019 by booklove.de. Alle Rechte vorbehalten.