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Kind der Magie  Drucken E-Mail
Bcher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Konstanze Tants   
Samstag, 15. Mai 2010

Kind der Magie

Originaltitel: The Demon Child Trilogy 1: Medalon
bersetzt von: Horst Pukallus

1. Band der Reihe

Verlag: Heyne
Erschienen: Februar 2008
ISBN: 978-3-453-52383-8
Preis: 9,95 EUR

752 Seiten
Inhalt
5.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
5.3

Wertung:
5.3
von 10
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Zum Inhalt:

Seit 200 Jahren herrscht die Schwesternschaft des Schwertes ber Medalon. Die alten Gtter wurden vertrieben, mit ihnen verschwand alle Magie. In dieser dunklen Zeit geht die Legende um, dass ein Dmonenkind, das Kind eines Gottes und eines Menschen, kommen werde, um die Menschen zu befreien. Und die Zeichen mehren sich, dass dieses Kind einer Gruppe junger Rebellen angehrt. Als sich ein Bote der Gtter aufmacht, es zu finden, beginnt ein atemberaubender Wettlauf gegen die Zeit.

Meinung:

Gleich auf den ersten Seiten von "Kind der Magie" wird man von Jennifer Fallon regelrecht mit Namen und Informationen erschlagen und so dauert es ein bisschen, bis man in den Anfang der "Dmonenkind"-Trilogie hineinfindet und die Geschichte genieen kann. Die Autorin fhrt den Leser in eine klassische High-Fantasy-Welt, in der im nrdlich gelegenen Reich Karien nur an den Gott Xaphista geglaubt wird, whrend in den beiden sdlichen Lndern Hythria und Fardohnjia die alten Gtter angebetet werden. Nur in dem Land Medalon hat man schon vor Jahrhunderten unter dem Einfluss der Schwesternschaft des Schwertes dem Glauben an die Gtter abgeschworen.

In der Zitadelle der Schwesternschaft wchst die junge R'shiel auf, ihre ehrgeizige Mutter Frohinia strebt nach dem Posten der Ersten Schwester und erwartet nicht nur deshalb vorbildliches Benehmen von ihrer Tochter. Doch R'shiel bezweifelt, dass sie fr das Leben in der Schwesternschaft geeignet ist. Zu sehr widern sie die Machtspiele in den Reihen dieser einflussreichen Frauen an. Auch ihr Bruder Tarjanian hegt keine Illusionen ber die angeblich so weisen Schwestern, die ber Medalon herrschen.

Als einer der Hter der Schwesternschaft ist es seine Aufgabe, die Schwestern und das Land zu beschtzen und die Heiden zu verfolgen, die immer noch dem Glauben an die Gtter und ihre magischen Kinder, die Harshini, anhngen. Doch als seine Mutter Frohinia zur Ersten Schwester gewhlt wird, legt Tarjanian seinen Posten als Hter nieder, da er ihre Machenschaften nicht untersttzen kann. Damit bricht er seinen Eid, der Schwesternschaft zu dienen, und wird zu einem Gechteten. R'shiel, die die Ernennung ihrer Mutter ebenfalls zum Anlass nimmt, die Zitadelle zu verlassen, gert zusammen mit ihrem Bruder in einen Strudel aus Glaubensverfolgung, Brgerkrieg und gttlichen Plnen.

Jennifer Fallon hat sich fr ihre "Dmonenkind"-Reihe eine sehr traditionelle und eher komplexe Gesellschaft ausgedacht. So bentigt der Leser Zeit, um sich in Medalon und den angrenzenden Lndern ein wenig zurechtzufinden. Erleichtert wird einem dies nicht gerade durch die Tatsache, dass man kopfber in das intrigenreiche Leben in der Schwesternschaft des Schwertes gert. Erst wenn man gelernt hat, die verschiedenen Personen zuzuordnen, und einschtzen kann, welche Rolle der Glaube in den angrenzenden Lndern spielt und welche Position die Harshini in diesem gttlichen System einnehmen, kann man die Handlung wirklich genieen.

Obwohl sich die Autorin mit der Darstellung der verschiedenen Charaktere wirklich Mhe gegeben hat, berhren einen die Protagonisten R'shiel und Tarjanian eher wenig, whrend vermeintliche Nebenfiguren dem Leser deutlich strker ans Herz wachsen. Vor allem gegen Ende dieses ersten Bandes entfaltet sich langsam Jennifer Fallons Humor, der wesentlich mehr Unterhaltung bietet als die vielen Schwierigkeiten, denen sich die verschiedenen Personen stellen mssen. Vor allem R'shiel und Tarjanian geraten von einer Gefangenschaft in die nchste, werden gefoltert, geschlagen und mit dem Tode bedroht, bis man sich nur noch fragt, ob der Autorin nicht einmal etwas anderes einfallen knnte, um die Handlung voranzutreiben.

Auch kommt an so einigen Stellen der Gedanke auf, dass bestimmte Figuren wie zum Beispiel die kleine Gttin Kalianah oder der Dieb Dace einem schon viel zu oft in Bchern anderer Autoren wie etwa David Eddings begegnet sind. Doch trotz der wenig innovativen Handlung und der Schwachpunkte, die "Kind der Magie" aufzuweisen hat, bietet Jennifer Fallon mit ihrem Debtroman eine solide und unterhaltsame Fantasygeschichte in einer komplexen Gesellschaft, bei der die Hoffnung aufkommt, dass die Autorin ihre Leistung in dem Folgeband "Kind der Gtter" noch weiter steigern wird.

Fazit:

Mit "Kind der Magie", dem Auftaktband ihrer "Dmonenkind"-Reihe, bietet Jennifer Fallon dem Leser eine recht vertraut wirkende High-Fantasy-Geschichte, in der man sich erst einmal bei all den Namen und Hintergrundinformationen, die man am Anfang prsentiert bekommt, zurechtfinden muss. Obwohl man nur auf wenige neue Elemente trifft und einem sowohl die Grundidee als auch die Gesellschaftsstrukturen und das Gttersystem schon in anderen Fantasyromanen zuhauf begegnet sind, bt diese Geschichte voller Intrigen, Kmpfe und beginnender Glaubenskriege einen gewissen Reiz auf den Leser aus. Vor allem gegen Ende wird die Handlung eigenstndiger und die Autorin entwickelt einen angenehmen Humor, der die Erwartung weckt, dass R'shiel und Tarjanian einem im zweiten Band "Kind der Gtter" mehr ans Herz wachsen.
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