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Die Drachenerde-Saga 1: Drachenfluch  Drucken E-Mail
Bcher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Konstanze Tants   
Freitag, 23. Januar 2009

Die Drachenerde-Saga 1: Drachenfluch

1. Band der Reihe

Verlag: LYX
Erschienen: September 2008
ISBN: 978-3-8025-8163-2
Preis: 12,95 EUR

400 Seiten
Inhalt
6.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.2

Wertung:
6.2
von 10
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Zum Inhalt:

Seit Urzeiten ist das Drachenland die Heimat der mythischen, geflgelten Geschpfe, die von den Drachenreiter-Samurai gehtet werden. Doch der Frieden im Land wird empfindlich gestrt, als sich der grausame Tyrann Katagi des Drachenkaiserthrons bemchtigt und selbst vor Mord nicht zurckschreckt, um seine Macht zu festigen. Der junge Rajin ist der wahre Thronfolger des Landes und der Einzige, der es mit dem Usurpator aufnehmen kann. Dazu muss er einen verschwundenen magischen Ring finden, mit dessen Hilfe die Drachenkaiser einst ber die feuerspeienden Ungeheuer geboten - doch ber diesen wacht der mchtige Urdrache Yyuum.

Meinung:

Der Auftakt der "Drachenerde-Saga" beginnt etwas schleppend. Autor Alfred Bekker nutzt die ersten Seiten fr Auszge aus Weissagungen, Geschichtsschreibungen und Legenden, um dem Leser seine Welt und ihre aktuelle Situation vorzustellen. Dies fhrt zwar dazu, dass man nach der Lektre dieser Texte eine sehr gute Vorstellung von der Geschichte der Drachenerde, ihrer Religion und den dort lebenden Kreaturen hat, doch erleichtert wird einem der Einstieg in den Roman so nicht gerade.

Erst als die Handlung von "Drachenfluch" mit der Jagd auf ein Seemammut beginnt, findet der Leser sein Interesse an Rajins Abenteuern. Als kleines Kind wurde Rajin in einem Dorf der Seemannen an Land gesplt. Obwohl eindeutig ein Fremder im hohen Norden und Abkmmling der im Sden lebenden Drachenier, wurde der Junge von dem Sippenoberhaupt Wulfgar Wulfgarssohn an Kindes statt angenommen. Inzwischen ist Rajin erwachsen und hat seinen Platz unter den Seemannen eingenommen, doch seine schrgen Augen und seine dunklen Haare kennzeichnen ihn weiterhin als Auenstehenden.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass der Fremde unter ihnen von so manchem der Seemannen fr alles Unglck verantwortlich gemacht wird, das die Ansiedlung Winterborg ereilt. Als Fluchbringer soll Rajin fr jeden berfall der Wassermenschen verantwortlich sein, fr jeden Brand und fr jedes ungewhnliche Vorkommnis. Aus diesem Grund knnen sich seine Nachbarn auch nur verhalten freuen, als er derjenige unter den Jgern ist, der das grte Seemammut erlegt, das die Seemannen seit Menschengedenken gesehen haben.

Die nachfolgenden Ereignisse geben den Vorurteilen der einfachen Menschen aus dem Norden geradezu recht. Winterborg muss nicht nur gegen die blichen Gefahren des kalten Winters kmpfen, sondern die Seemannen, die Rajin so viele Jahre ein warmes Heim gegeben haben, mssen sich auch gegen die Truppen des bsen Drachenkaisers Katagi wehren. Dieser 18 Jahre zuvor Drachenia unterworfen, nachdem er den rechtmigen Herrscher und seine Gemahlin ermordete. Lange Zeit war der Tyrann damit beschftigt, seine unrechtmig erworbene Position in seinem Land durch Gewalt und Drohungen zu festigen, doch nun streckt er die Arme nach den Nachbarreichen aus, nicht zufrieden mit dem, was er sich bereits angeeignet hat.

Rajin steht im Mittelpunkt des sich anbahnenden Krieges. Schon immer wusste der Junge, dass er anders ist als seine Pflegefamilie. Von klein auf erschien ihm immer wieder im (Wach-)Traum das Gesicht eines alten, weihaarigen Mannes, der so wie er eine dunkle Haut und geschlitzte Augen aufwies. Der Weise Liisho war Rajins Ratgeber und Lehrer - und doch konnte das Kind wie durch einen Bann niemandem jemals von ihm erzhlen.

Neu ist Alfred Bekkers Geschichte um den einen Jungen, der das Schicksal der Welt in seinen Hnden hlt, nicht, aber dem Autor gelingt es, mit der Drachenerde ein faszinierendes Umfeld fr seine Handlung zu schaffen. Gerade diese gut durchdachte Umgebung mit den vielen Legenden, berlieferungen und religisen Vorstellungen macht einen groen Reiz des Romans aus. Auch wenn zu Beginn der Geschichte ein wenig zu oft auf diesen Hintergrund verwiesen wird und der Leser zu jedem Stein, jeder Pflanze und jeder Geste die passende Legende prsentiert bekommt, sorgt diese Detailfreude doch auch dafr, dass man beim Lesen ohne zu hinterfragen die Kultur dieser fremdartigen Welt akzeptiert und sich darin wohl fhlt.

Im Vergleich zu der faszinierenden Erde sind die Charaktere noch etwas blass geraten, was auch damit zusammenhngt, dass Alfred Bekker recht schonungslos mit ihnen umgeht. Kaum ist einem eine der Nebenfiguren ans Herz gewachsen, da kann es auch schon sein, dass sie gettet wird, whrend Rajin noch zu sehr wie eine Marionette seines Schicksals wirkt und Liisho erst einmal nur sein Puppenspieler zu sein scheint. Doch beide Charaktere bieten zum Glck gengend Potenzial, um in den folgenden zwei Bnden hoffentlich mehr zu berzeugen.

Die Geschichte um Rajin lsst sich flssig lesen und nur selten kommt es zu Lngen. Die Drachen in diesem Roman sind nicht die Partner der Drachenreiter, wie man sie aus vielen anderen Fantasybchern kennt, sondern gewaltige, urzeitliche Bestien, die ber Willenskraft und einen magischen Bann in Zaum gehalten werden. Die so stndig im Raum hngende Bedrohung durch diese "Nutztiere" der Drachenier gibt der Handlung eine besondere Note, die mal eine angenehme Abwechslung zum blichen Drachenbild bietet.

Leider kann das Ende dieses Bandes den Leser nicht so recht berzeugen. Man hat das Gefhl, dass der Autor irgendwie noch versuchte, eine spannende Szene einzubauen, aber dafr weder Platz noch Zeit zur Verfgung standen. Als Auftakt fr den Folgeband und dafr mit etwas mehr Detailfreude beschrieben, htte dieser Handlungsstrang wohl weitaus mehr berzeugt - vor allem, da der Kontrast zu den ansonsten liebevollen und ausfhrlichen Schilderungen im restlichen Buch doch sehr gro ist. Von diesen Kritikpunkten abgesehen, ist "Drachenfluch" ein vielversprechender Beginn fr Alfred Bekkers neue Trilogie rund um die Drachenerde geworden und lsst hoffen, dass in den nchsten Bnden noch weitaus mehr Spannung auf den Leser wartet.

Fazit:

Trotz des etwas umstndlichen Einstiegs ist "Drachenfluch" ein spannender und unterhaltsamer Roman, der Fantasyleser mit einer Schwche fr gut entwickelte und berzeugende Welten ansprechen wird. Die groe Strke Alfred Bekkers liegt bei diesem Auftakt seiner neuen Reihe in der detaillierten Beschreibung seiner Drachenerde, whrend die Charaktere daneben etwas blass wirken. Doch vor allem die Hauptfiguren Rajin und Liisho bieten noch gengend Raum, um vom Schriftsteller in den nchsten zwei Bchern so weit ausgebaut zu werden, dass sie den Leser ebenso faszinieren wie die Welt, in der sie ihre Abenteuer bestehen. Obwohl das Ende von "Drachenfluch" etwas unbefriedigend ist, macht dieser Roman definitiv Lust auf die im Jahr 2009 erscheinenden Folgebnde "Drachenring" und "Drachenthron".
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