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Blood Ties 1: Blutzoll  Drucken E-Mail
Bcher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 22. Dezember 2008

Blood Ties 1: Blutzoll

Originaltitel: Blood Price
bersetzt von: Claudia Wittemund

Reihe: Blood Ties
1. Band der Reihe

Untergenre: Krimi
Verlag: LYX
Erschienen: Oktober 2008
ISBN: 978-3-8025-3648-9
Preis: 9,95 EUR

352 Seiten
Inhalt
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.1

Wertung:
7.1
von 10
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Zum Inhalt:

Als die Ex-Polizistin und Privatdetektivin Vicki Nelson Augenzeugin eines schrecklichen Todesfalls wird, ahnt sie noch nicht, dass dies erst der Auftakt einer mysterisen Mordserie ist. Whrend ganz Toronto in Angst und Schrecken versetzt wird, beginnt Vicki mit ihrem Partner Mike gegen die unheimlichen Mchte des Bsen zu kmpfen. Doch es gibt nur einen, der ihr wirklich helfen kann: Henry Fitzroy, der illegitime Sohn Heinrichs VIII., ein uerst attraktiver 450-jhriger Vampir.

Meinung:

Anlsslich der aktuellen Ausstrahlung der Fernsehserie "Blood Ties", die auf den Romanen von Tanya Huff basiert, bringt der Egmont-Lyx-Verlag die Reihe (die vor einigen Jahren schon bei Feder & Schwert erschienen ist) neu auf den Markt. "Blutzoll" ist der erste Titel der fnfbndigen Geschichte um die Detektivin Vicki Nelson, in dem die Autorin den Leser in erster Linie mit den Hauptfiguren vertraut macht.

Vicki Nelson ist eine ehemalige Polizistin, die aufgrund einer Augenerkrankung gezwungen war, den Dienst zu quittieren. Doch so ganz hat sie sich noch nicht damit abgefunden, dass sie ihren geliebten Beruf aufgeben musste. Vicki sieht sich oft genug immer noch als Kriminalbeamtin und muss erst noch lernen, dass die Arbeit als Privatdetektivin ganz andere Risiken - und viel weniger Rckendeckung - bietet. Dabei bringt sie ihren ehemaligen Partner Mike Celluci nicht selten in Schwierigkeiten.

Der Polizist versucht alles, um die Detektivin vor ihrem eigenen Wagemut zu beschtzen, kann aber auch nur sehr schwer nein sagen, wenn Vicki mal wieder Informationen von ihm haben mchte. Das Verhltnis der beiden zueinander ist beraus extrem. Sie bringen sich gegenseitig auf die Palme, knnen sich nicht begegnen, ohne sich zu streiten, und standen sich doch mal nahe genug, um eine intime Beziehung gehabt zu haben, der beide heute noch nachtrauern.

Doch die rtselhaften und beraus brutalen Mordflle, die neuerdings in Toronto geschehen, bringen sowohl Vicki als auch Mike an die Grenzen ihrer detektivischen Fhigkeiten. Als die Spuren nur noch eine - sehr extreme - Erklrung fr die Vorkommnisse zulassen, ist die Privatdetektivin im Gegensatz zu ihrem ehemaligen Partner bereit, diese Hinweise weiter zu verfolgen, auch wenn dies bedeutet, dass sie die Existenz von Vampiren als Mglichkeit in Betracht ziehen muss.

Fr Henry Fitzroy ist Vickis Aufgeschlossenheit ein wahrer Glcksfall, denn normalerweise neigen Menschen, die hinter seine Identitt kommen, eher dazu, zum Pflock zu greifen, als ihm zuzuhren. Auch der Vampir ist hinter dem unheimlichen Mrder her, doch ihm geht es weniger darum, die Bewohner Torontos vor dem Tter zu schtzen, als zu verhindern, dass im Rahmen einer Vampirhysterie sein ruhiges Leben ein Ende findet.

Tanya Huff konzentriert sich in "Blutzoll" sehr stark darauf, die verschiedenen Charaktere einzufhren und ihre Hintergrnde vorzustellen. Vor allem erfhrt der Leser sehr viel ber Henry Fitzroys Vergangenheit als illegitimer Sohn Heinrichs VIII. Diese Rckblenden bieten der Autorin viele Gelegenheiten, sehr stimmungsvolle kleine Szenen zu beschreiben, die in einem interessanten Kontrast zu dem aktuellen Leben des Vampirs stehen. Auch Vickis Probleme, mit ihrer Sehbehinderung fertig zu werden, schildert die Autorin sehr plastisch und fr den Leser nachfhlbar. Allerdings scheitert Tanya Huff manchmal dann doch an den Widersprchen und Schwierigkeiten, die sich aus einer fast blinden Privatdetektivin ergeben.

Der Gegenspieler in diesem Roman wirkt in erster Linie langweilig, stereotyp und wie aus einer Buffy-Folge entsprungen. Da die Krimianteile in der Geschichte trotzdem sehr zur Unterhaltung beitragen, kann man dieses Manko allerdings verschmerzen und auf die folgenden Romane hoffen. Vor allem, wenn man sich beim Lesen der Bcher vor Augen hlt, dass die englische Originalausgabe schon vor 17 Jahren - und somit vor dem aktuellen Vampirtrend - geschrieben wurden, lassen sich einige Schwchen und berzogene Zuflle in der Handlung verzeihen. Stattdessen kann sich der Leser auf die liebevollen Charakterdarstellungen und ein Vampirkonzept konzentrieren, das sich angenehm von den depressiven Figuren der aktuellen Romanverffentlichungen zum diesem Thema abhebt.

Fazit:

Die Strke von "Blutzoll", dem ersten Roman der fnfteiligen "Blood Ties"-Reihe, liegt in erster Linie in der liebevollen und detaillierten Charakterentwicklung. Auch wenn Tanya Huff einen eher faden Bsewicht auftreten lsst und ihre Hauptfigur Vicki Nelson - je nach Handlungsbedarf - mal mehr, mal weniger unter ihren eingeschrnkten Sehfhigkeiten leidet, gelingt es der Autorin doch, die verschiedenen Figuren interessant und ansprechend zu gestalten. Die Tatsache, dass dieses Buch schon vor 17 Jahren geschrieben wurde, ist eher als ein Pluspunkt zu rechnen, hebt sich die Geschichte so doch angenehm von dem Trend der immer gleichen romantischen Vampirgeschichten ab.
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