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Ash  Drucken E-Mail
Bcher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Konstanze Tants   
Dienstag, 23. November 2010

Ash

Originaltitel: Ash
bersetzt von: Karin Dufner

Verlag: PAN
Erschienen: November 2010
ISBN: 978-3-426-28344-8
Preis: 12,99 EUR

272 Seiten
Inhalt
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.1

Wertung:
7.1
von 10
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Zum Inhalt:

Als Ashs Vater stirbt, beginnt ihre Stiefmutter, sie wie eine Sklavin zu behandeln. Wann immer Ash entkommen kann, schleicht sie sich in die Wlder - denn dort, so heit es, suchen Feenmnner nach Frauen, die sie als ihre Geliebten entfhren knnen. Und obwohl dies ihren Tod bedeuten wrde, erscheint es Ash besser als das Leben, zu dem sie verdammt zu sein scheint. Doch dann ndert sich alles, als der Knigssohn beginnt, Brautschau zu halten, und sein Hofstaat in Ashs Dorf kommt ...

Meinung:

Mit "Ash" ist der Autorin Malinda Lo eine sehr ungewhnliche und reizvolle Interpretation der Aschenputtel-Geschichte geglckt. Die Handlung wurde in diesem Roman in einem "modern" wirkenden mittelalterlichen Umfeld angesiedelt, in dem die Zeit der weisen Kruterhexen und des Glaubens an Feen und andere bernatrliche Gestalten so langsam vorbei ist. Dabei fllt schon frh in der Geschichte auf, dass es einige - fr dieses Umfeld - erstaunlich mchtige Frauen gibt, wie zum Beispiel die Jgerin des Knigs, die allein fr die in diesem Land sehr wichtige Jagd verantwortlich ist.

Die Geschichte beginnt mit der Beerdigung von Aislings Mutter und den alten Ritualen, die das Mdchen und sein Vater am Grab vollziehen. Denn fr die Verstorbene war der alte Glaube an Feen und Magie noch sehr lebendig. Sie hatte vor ihrer Hochzeit eine Ausbildung zur Kruterhexe angefangen und ihr Wissen spter an ihre Tochter Aisling (genannt Ash) weitergegeben. So ist es auch fr Ash wichtig, dass die alten Bruche eingehalten werden, whrend ihr Vater mit diesem Aberglauben nichts anfangen kann und sich nur seiner Frau zuliebe an diese Beerdigungsrituale hlt.

Noch whrend Ash um ihre Mutter trauert, bringt ihr Vater mit Lady Isobel eine neue Frau mit nach Hause, die zwei Tchter (Ana und Clara) in die Ehe bringt. Und als kurz darauf der Vater verstirbt, ist Ash der Willkr ihrer Stiefmutter ausgeliefert. Dabei fllt positiv ins Auge, dass die Stiefmutter zwar - wie es sich im Mrchen nun einmal gehrt - eine boshafte Frau ist, sie Aisling aber nicht ohne Grund zum Dienstmdchen in ihrem Haushalt degradiert. Nicht nur an diesem Punkt bemht sich Malinda Lo, mehr Hintergrnde in die einfache Mrchengeschichte zu bringen.

So konzentriert sich die Autorin im Laufe des Romans deutlich auf die Grundaussage des Aschenputtel-Mrchens, in dem es weniger um eine Liebesheirat geht als darum, dass eine Hochzeit mit dem Prinzen fr ein schnes Mdchen die Flucht aus einem arbeitsreichen Leben in Armut darstellt. Fr ihre Hauptfigur Ash kommt so eine Zweckehe nicht in Frage, was sie immer wieder in Gesprchen mit ihrer jngeren Stiefschwester Clara zum Ausdruck bringt. Stattdessen sucht sie in den alten Mrchen einen Fluchtweg aus ihrer Situation und streift immer wieder durch den Wald in der Hoffnung, dem Feenvolk zu begegnen.

Auch wenn ein Mensch aus einer Begegnung mit den Feen selten unbeschadet herausgeht, scheint ihr ein Leben unter diesem fremdartigen Volk reizvoller als ihr Dasein im Haus der Stiefmutter. Doch der einzige Feenmann, dem sie begegnet, scheint nicht gewillt zu sein, sie zu seinem Volk mitzunehmen. Dafr leistet er ihr bei ihren Streifzgen durch die Wlder Gesellschaft und wird ihr im Laufe der Zeit zu einem Freund, ebenso wie die junge Jgerin Kaisa, die fr Ash zu einer wichtigen Ansprechpartnerin wird.

Es mag einige Leser berraschen, dass in dieser Aschenputtelversion der Prinz kaum eine Rolle spielt, obwohl er fr die Frauen in Aislings Haushalt von groer Wichtigkeit ist. Doch da Malinda Lo mit "Ash" die Grundaussage des Mrchens kritisiert, war es notwendig, dass der Schwerpunkt der Geschichte nicht auf der Liebesbeziehung, sondern auf Ashs persnlicher Entwicklung liegt. Leider hat es die Autorin dabei verpasst, besondere Hoch- und Tiefpunkte in die Handlung einzubauen, die Spannung bringen wrden. So pltschert die Geschichte ein wenig dahin, was aber dank der schnen Erzhlweise und der vielen eingebauten Mrchen (ber Begegnungen zwischen Feen und Menschen) nicht so negativ ins Gewicht fllt.

Auch wird deutlich, dass Malinda Lo es nicht geschafft hat, Ash und die anderen Figuren tiefgehend zu charakterisieren. Immer wieder fragt man sich, warum ein Charakter gerade so handelt und was die Person wohl in diesem Moment empfinden mag. Damit hlt sich die Autorin zwar an Mrchentraditionen, denn auch dort werden die Beweggrnde der Figuren nicht detailliert beschrieben, hinterlsst aber beim Leser das Gefhl, dass sie die Mglichkeiten, die ihr die Romanform fr ihre Geschichte bietet, nicht ausreichend ausgenutzt hat.

Doch trotz dieser kleinen Kritikpunkte ist "Ash" eine ungewhnliche und beraus lesenswerte Variante der Aschenputtel-Geschichte. Die reizvolle Verflechtung des klassischen Mrchens, der (in dieser mittelalterlichen Welt erzhlten) Feensagen und der unerwarteten Wendungen, die aus der Handlung mehr machen als eine reine Nacherzhlung eines bekannten Themas, fesseln den Leser und lassen ihn mit einem ganz neuen Blick auf die Geschichte vom Aschenputtel und seinem Prinzen zugehen.

Fazit:

Mit "Ash" prsentiert Malinda Lo eine ungewhnliche Variante des bekannten Aschenputtel-Themas. Dabei geht die Autorin kritisch mit der Grundaussage dieses klassischen Mrchens um und konzentriert sich darauf, einen unkonventionellen Weg fr ihre Hauptfigur Aisling zu finden. Dies sorgt fr berraschende Wendungen in der Handlung und dank der mrchenhaften Erzhlweise und den reizvollen Sagen, die in "Ash" erzhlt werden, sieht man beim Lesen gern ber den einen oder anderen Kritikpunkt hinweg. Denn obwohl es der Handlung an Spannung fehlt und die Charaktere mitreiender htten gestaltet werden knnen, verzaubert einen diese Geschichte.
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