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Schwarze Oliven  Drucken E-Mail
Bcher: Belletristik Allgemeine Belletristik
Geschrieben von Konstanze Tants   
Donnerstag, 31. Dezember 2009

Schwarze Oliven

Originaltitel: Black Olives
bersetzt von: Michaela Grabinger

Untergenre: Liebe & Romantik
Verlag: Knaur
Erschienen: Dezember 2009
ISBN: 978-3-426-63872-9
Preis: 8,95 EUR

224 Seiten
Inhalt
2.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
2.6

Wertung:
2.6
von 10
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Zum Inhalt:

Vor neun Monaten hatte er sie verlassen, und jetzt sieht sie ihn da vorne, im Supermarkt, bei den Oliven. Nchtelang hat sie sich ausgemalt, was sie ihm an den Kopf werfen wrde, wie selbstsicher sie sein wrde, wie spitz ihre Worte. Doch so kann sie ihm auf keinen Fall begegnen, nicht hier, nicht heute, noch nicht ...

Meinung:

Martha Tod Dudmans Roman "Schwarze Oliven" spielt an einem einzigen Tag und beschreibt doch ber zwlf Jahre im Leben ihrer Protagonistin Virginia. Diese wurde vor neun Monaten von ihrem langjhrigen Freund David verlassen und hat die Trennung bis heute nicht verwunden. Umso erschtternder ist es fr Virginia, als sie ihren Exfreund berraschend im Feinkostladen sieht. Um ihm nicht von Angesicht zu Angesicht gegenberstehen zu mssen, versteckt sie sich, flchtet aus dem Geschft und krabbelt letztendlich auf den Rcksitz seines Wagens, um sich dort unter einem Haufen von Mnteln und anderer Dinge zu verstecken.

Sie wei selbst nicht, was sie zu einer so unlogischen Handlung bewegt hat, doch bevor sie das Auto wieder verlassen kann, steigt David ein und fhrt los. Fr Virginia ist dies der Anlass, noch einmal intensiv ber den Verlauf ihrer Beziehung zu diesem Mann nachzudenken. Vor allem haben sie in den letzten Monaten all die Dinge beschftigt, die ihr im Nachhinein verraten haben, dass ihr Freund unglcklich war und sie betrog. Aber auch die Frage, ob sie die Trennung htte verhindern knnen oder ihn gar zurckgewinnen knnte, hat Virginia nicht mehr losgelassen.

Dabei erkennt sich die sonst so selbstbewusste Geschftsfrau nicht wieder. Sie war es immer, die keine engere Bindung wnschte, die sich dagegen wehrte, mit David zusammenzuziehen oder ihn gar zu heiraten. Und nun trauert sie dem einzigen Mann nach, dem sie je vertraute, vermisst seine langweilige Zuverlssigkeit, den Krperkontakt und vor allem das Gefhl, geliebt zu werden.

Auch Angst vor der Einsamkeit im Alter mischt sich in dieses Gefhlschaos, denn inzwischen ist Virginia schon 52 Jahre alt und fhlt sich nicht mehr hbsch oder gar begehrenswert. Sie ist sich sicher, dass sie in ihrem Alter keinen neuen Mann finden wird, der sich so liebevoll um sie kmmert und auf ihre Bedrfnisse eingeht, wie David es getan hatte. Sptestens an diesem Punkt verliert der Leser die Geduld mit der Hauptfigur dieses Buches.

Nicht nur aufgrund der Ich-Perspektive hat man das Gefhl, dass sich jeder einzelne Gedanke Virginias ausschlielich um ihre Person dreht und dass dies auch in all den vergangenen Jahren immer so war. So beschleicht einen schnell Mitleid mit David, der anscheinend immer derjenige in der Beziehung war, der zurckstecken und Kompromisse eingehen musste. Mit jeder neuen Passage wird einem Virginia in ihrer Egozentrik unsympathischer, vor allem, da sie auch an diesem einen Nachmittag nicht in der Lage ist, ihr Verhalten zu berdenken und einmal eine andere Perspektive als ihre eigene einzunehmen.

Auch wenn man anerkennen muss, dass Martha Tod Dudman mit "Schwarze Oliven" ein eher wenig beachtetes Thema anspricht und stellenweise sehr schne kleine Szenen aufgreift, um die ehemals glckliche Beziehung zwischen David und Virginia darzustellen, kann man auf Dauer leider nicht ber die unsympathische Hauptfigur oder den wenig gelungenen Erzhlton hinwegsehen.

Pathetisch, voller Wiederholungen und knstlich aufgeblhter Symbolik drehen sich Virginias Gedanken im Kreis und strapazieren so die Geduld des Lesers. Auch wenn vielleicht ein gewisser Realismus in dem stndigen Hngenbleiben an Kleinigkeiten und dem Konzentrieren auf bestimmte Wesensmerkmale stecken mag, tragen diese Elemente nicht zur Lesbarkeit des Romans bei.

So bietet einem die Autorin mit "Schwarze Oliven" keine Geschichte, die den Leser ber Liebe und Beziehungen nachdenken lsst, sondern einen scheinbar endlosen Monolog ber Virginias gekrnkte Gefhle und die ehemals heile Welt, die sie in ihrer Fantasie aufgebaut hatte. Irgendwann beschleicht einen der Verdacht, dass Martha Tod Dudman mit diesem Buch eigentlich nichts erzhlen, sondern sich vielmehr selbst therapieren wollte.

Fazit:

"Schwarze Oliven" von Martha Tod Dudman htte ein wunderbarer Roman werden knnen, wenn die Autorin sich bemht htte, eine ernsthafte Geschichte ber das Ende einer Beziehung und die Angst vor der Einsamkeit im Alter zu schreiben. Doch so berkommt den Leser aufgrund der vielen Wiederholungen, der bertriebenen Sprache und der wirklich unsympathischen Hauptfigur schnell das Bedrfnis, dieses Buch aus der Hand zu legen und seine Zeit mit einem tiefgrndigeren oder unterhaltsameren Werk zu verbringen.
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