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The Goon 2: Was ein Elend!  Redaktionstipp Drucken E-Mail
Comics: Amerika Horror & Mystery
Geschrieben von Manuel Tants   
Donnerstag, 18. Juni 2009

The Goon 2: Was ein Elend!

Autor: Eric Powell
Zeichner: Eric Powell

Originaltitel: The Goon: Nothin' but Misery
bersetzt von: Frank Neubauer

Reihe: The Goon
2. Band der Reihe

Verlag: Cross Cult
Format: Hardcover
Erschienen: Februar 2009
ISBN: 978-3-941248-21-2
Preis: 19,80 EUR

136 Seiten
Inhalt
8.0
Zeichnungen
9.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.4

Wertung:
8.4
von 10
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Zum Inhalt:

Einen Termin fr einen Satz heier Ohren bei dem Goon zu kriegen, ist nicht ganz leicht. Schlielich ist der vernarbte Koloss als Mafiaschlger, Geldeintreiber, Zombiekiller und Feierabendtrinker in Personalunion das einzige Bollwerk, das die Stadt davor schtzt, endgltig dem Zombie-Priester und seinen leicht beschrnkten Armeen der Untoten anheim zu fallen. Im zweiten Band seiner Zombie-Redneck-Faustkampf-Parade lsst Shooting-Star Eric Powell seinen Protagonisten berlebensgroe Meeresfrchte vermbeln, Spukhuser abfackeln, Zombies an die Wand nageln und Weihnachten retten - Spa fr die ganze Familie also.

Meinung:

Liebend gern wrde der Goon, seines Zeichens Beschtzer seiner namenlosen Heimatstadt, sich zusammen mit seinem Kumpan Franky um das Vertreiben des Zombie-Priesters und dessen Heerscharen von lebenden Leichen kmmern, die sich in der Lonely Street angesiedelt haben. Doch der Schlger mit der Schiebermtze kommt einfach nicht dazu, da sich immer wieder andere Kandidaten fr eine Tracht Prgel vordrngeln, darunter alte Bekannte wie Fishy Pete, aber auch neue Strenfriede wie etwa eine degenerierte Geisterfamilie und kinderfressende Zwerg-Kreaturen.

Da der Goon so oft abgelenkt wird, nutzen der Zombie-Priester und sein treuer Gehilfe Lazlo die Gelegenheit, um hinter das Geheimnis von Labrazio, dem mysterisen Boss des Goon, zu kommen. Doch ganz berraschend bekommt der Goon einen neuen Verbndeten im Kampf gegen die Zombies: Der "Bussard", ein von seiner Unsterblichkeit geplagter Revolverheld, hat ebenfalls noch eine sehr persnliche Rechnung mit dem Zombie-Priester offen und hilft dem Goon dabei, die Untotenplage in der Lonely Street ein wenig einzudmmen.

Trotz der nach wie vor sehr episodenhaften Erzhlweise vermittelt "Was ein Elend!" einen deutlich kohrenteren Gesamteindruck als der Vorgngerband "Krudes Zeug": Die auftretenden "Monster der Woche" stehen fter einmal im direkten Zusammenhang mit dem fortlaufenden Kampf des Goon gegen die Horden des Zombie-Priesters, und auch die Andeutungen auf tragische Ereignisse der Vergangenheit mehren sich ein wenig. Zudem ist auffllig, dass der wahrhaft durchgeknallte Humor Eric Powells zwar weiterhin jenseits aller Geschmacks- und Anstandsgrenzen liegt, inzwischen aber sprbar raffinierter eingesetzt wird. Die bizarren Scherze dienen nicht mehr nur allein der Situation, sondern werden hufig wieder aufgegriffen, modifiziert und ausgebaut. Dadurch entwickelt der zotig-derbe Spa eine ganz eigene, nahezu surreale Qualitt, ohne dass seine anarchische Seite abgemildert worden wre.

Auch bei den Zeichnungen zeigt Eric Powell deutliche Fortschritte: Er hat seinen Stil fr "Was ein Elend!" sichtbar verfeinert, sodass seine Bilder nun viel ausgewogener wirken. Die extrem karikaturhaften Zge einiger Gesichter sind ein wenig reduziert worden, was ihren Anblick nicht weniger amsant, dafr aber sthetisch ansprechender macht. Und vor allem beim Gestalten des "Erdnusskopfs" von Franky hat Eric Powell inzwischen viel mehr Sicherheit gewonnen. Dass der Gesamteindruck sich gegenber dem bereits guten Vorgnger noch weiter gebessert hat, mag allerdings auch damit zusammenhngen, dass die Zeichnungen in "Krudes Zeug" ursprnglich in Schwarzwei verffentlicht und erst nachtrglich koloriert wurden. Das Material in "Was ein Elend!" hingegen wurde von Eric und Robin Powell selbst farbig angelegt und war auch von vornherein dafr gedacht. Das sorgt fr eine insgesamt wesentlich harmonischere Wirkung.

Zum Glck hat Eric Powell sich auerdem sein Talent dafr bewahrt, bizarre Gestalten zu entwerfen. Seien es diverse Fischmonster, Sumpftrolle, gruselige Weihnachtselfen, wahrsagende Robben, mchtige Dmonen in Freizeitkleidung oder die reizenden Assistenten eines Magiers - sowohl die optische Gestaltung als auch das Konzept hinter diesen Figuren verweisen permanent auf B-Filme und die US-amerikanische Trash-Kultur der 50er- und 60er- Jahre. Dieser Aspekt wird noch von diversen "Werbeunterbrechungen" der Geschichte betont, in denen pdagogisch wertvolles Spielzeug, Fitnesspillen und Comics der Serie "The Atomic Rage" angepriesen werden. Auch die bersetzung von Frank Neubauer trifft den Ton, den diese thematische Ausrichtung erfordert, zum Glck sehr genau.

Fazit:

"Was ein Elend"? Ganz und gar nicht! Im zweiten "Goon"-Band legt Eric Powell eine deutliche Steigerung an den Tag. Nicht nur die Qualitt seiner Zeichnungen ist gereift, auch seine Fhigkeiten als Geschichtenerzhler treten nun viel klarer zutage. Obendrein kanalisiert er seinen einzigartig abseitigen Humor im Vergleich zum Vorgnger wesentlich besser, ohne dass die immer noch widerwrtigen, unanstndigen, aber auch verflucht lustigen Scherze dabei an Schrfe verloren oder an politischer Korrektheit gewonnen htten. Denn "The Goon" kokettiert weiterhin schamlos mit dem Trash-Etikett, ist in Wirklichkeit aber meilenweit vom Abfallprodukt entfernt.

 
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