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Lost Boys: Reign of Frogs  Drucken E-Mail
Comics: Amerika Horror & Mystery
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Montag, 1. März 2010

Lost Boys: Reign of Frogs

Zeichner: Joel Gomez

Originaltitel: Lost Boys: Reign of Frogs
Übersetzt von: Claudia Fliege

Verlag: Wildstorm
Format: Softcover
Erschienen: Februar 2009
ISBN: 978-3-86607-714-0
Preis: 12,95 EUR

100 Seiten
Inhalt
5.0
Zeichnungen
5.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
5.6

Wertung:
5.6
von 10
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Zum Inhalt:

Zwanzig Jahre sind vergangen, seit die halbwüchsigen Brüder Edgar und Alan Frog gemeinsam mit Sam Emerson die US-Kleinstadt Santa Carla von Vampiren befreit haben. In diesen Jahren ist viel passiert! Edgar baut mittlerweile Surfboards, aber den Pflock an den Nagel gehängt hat er nicht. Als ihn ein eifriger Junge darum bittet, auch aus ihm einen Vampir-Killer zu machen, erzählt Edgar, was aus ihm, seinem Bruder, den Emersons und den Vampiren wurde. Und diese Geschichte ist noch lange nicht zu Ende!

Meinung:

"The Lost Boys" war ein Horrorfilm, der 1987 in die Kinos kam und den jungen Kiefer Sutherland als einen der Hauptdarsteller hatte. Und obwohl es auf Grund des Erfolges Pläne für ein Sequel gab, dauerte es mehr als 20 Jahre, bis wirklich eine Fortsetzung mit dem Titel "Lost Boys: The Tribe" produziert wurde. Hierzu wurde im Wildstorm-Verlag ein Comic-Prequel herausgebracht, das von Panini Comics auch hier in Deutschland publiziert wird.

Vor 20 Jahren konnten die damals halbwüchsigen Brüder Edgar und Alan Frog gemeinsam mit Sam Emerson ihre Heimatstadt von Vampiren befreien. Seit damals hat sich viel getan und Edgar arbeitet inzwischen als Surfboard-Bauer. Eines Tages steht plötzlich ein Junge vor seinem Shop und bittet ihn, ihn zum Vampirjäger auszubilden. Doch der heutige Brettmacher ist von der Idee nicht begeistert und erzählt ihm, wie es ihm und seinem Bruder nach ihrem damaligen Abenteuer erging. Beide waren eine Zeit lang als Vampirjäger aktiv. Doch eines Tages griff sie ein alter Feind an, von dem sie dachten, er wäre tot. Zwar konnten sie seinen Angriff abwehren, doch er entkam. Und so mussten sie ihm nachspüren und ihn töten. Diese Jagd hatte allerdings schreckliche Konsequenzen für die Brüder.

Geschrieben wurde die Geschichte von Hans Rodionoff, der auch gleichzeitig für das Drehbuch der Fortsetzung verantwortlich war. Dabei ist diese Serie nicht seine erste Erfahrung mit Comics. So hat er beispielsweise die Marvel-Comics-Reihe "Man-Thing" fürs Kino adaptiert.

Nun sind Comic-Prequels und Tie-Ins heutzutage nichts Besonderes mehr. In den letzten Jahren sind bereits sehr viele erschienen, mit stark schwankender Qualität. "Reign of Frogs" reiht sich dabei in die Mitte ein. Die Serie ist weder außergewöhnlich schlecht noch spitzenmäßig gut. Sie weiß ein bisschen zu unterhalten, doch größtenteils herrscht Langeweile beim Lesen der Story.

Eine Ursache hierfür ist, dass wohl nur Fans des ersten Films die Geschichte richtig genießen können. So taucht beispielsweise auf einmal der alte Feind David wieder auf. Neuleser erfahren zwar einiges über ihn, trotzdem bleibt er aber blass und zweidimensional. Dies liegt vor allem daran, dass sein Auftritt, der eigentlich vielversprechend ist, ins Leere läuft. Stattdessen wird er durch seine Herrin ersetzt, eine Vampir-Dominatrix, die ein Bordell leitet. Was aus ihm wurde, wird nicht geklärt.

Hinzu kommt auch noch der sehr spezielle Humor, der sicherlich nicht jedermanns Sache ist. Die ganze Geschichte wird etwas übertrieben erzählt. So entpuppt sich ein alter Opa als ein Halbvampir, dessen spitze Zähne Prothesen sind. Ohne sie kann er kein Blut zu sich nehmen. Dies klingt zwar witzig, kann allerdings nicht überzeugen. Der Funke springt nicht über.

Gezeichnet wurde der Comic von Joel Gomez. Der amerikanische Künstler hat im Laufe seiner Karriere an vielen verschiedenen Serien gearbeitet, allerdings nicht länger als fünf Ausgaben. Höhepunkt war sicherlich seine Arbeit an der Reihe "Wetworks", die ebenfalls im Wildstorm-Verlag erschien. Seine Zeichnungen sind leider ein weiterer Schwachpunkt der Geschichte. Sie wirken zum einen steif und bewegungslos. Zum anderen hat er auch Schwierigkeiten, was die Räumlichkeit angeht. So sitzen in einem Panel die beiden Brüder in einem engen Taxi. Doch kurze Zeit später wirkt auf einmal das Gefährt übertrieben groß und geräumig. Teilweise verzichtet er sogar seitenweise auf Hintergründe.

Diese Fehler würden nicht so sehr ins Auge fallen, wenn nicht die Seriencovers von Jonathan Wayshak im Vergleich wesentlich besser wären. Diese sind dynamisch und man fühlt wegen ihrer übertriebenen Ausführung ein bisschen an den US-Künstler Sam Kieth erinnert. Wahrscheinlich wäre der Comic besser geworden, wenn der Cover-Artist auch für den Innenteil verantwortlich gewesen wäre.

Fazit:

"Lost Boys - Reign of Frogs" ist ein mittelmäßiges Comic-Prequel zum Film. Mit Hans Rodionoff sitzt zwar auch der Drehbuchautor an der Geschichte, was jedoch nur bedingt hilft. Ein Problem ist sicherlich, dass nur Fans des Films "The Lost Boys" wirklich etwas mit der Story anzufangen wissen. Es gibt diverse Anspielungen darauf, die jedoch einem Leser, der ihn nicht gesehen hat, nichts sagen. Ebenso will auch der spezielle Humor nicht überzeugen. Schwach sind zudem die Zeichnungen von Joel Gomez. Sie wirken steif und teilweise wird sogar seitenweise auf Hintergründe verzichtet. Liebhaber des Films werden sicherlich zugreifen, alle anderen Leser verzichten wohl lieber.
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