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Hellboy 5: Die rechte Hand des Schicksals  Drucken E-Mail
Comics: Amerika Horror & Mystery
Geschrieben von Manuel Tants   
Dienstag, 28. Oktober 2008

Hellboy 5: Die rechte Hand des Schicksals

Autor: Mike Mignola
Zeichner: Mike Mignola

Originaltitel: Mike Mignola's Hellboy: The Right Hand of Doom
Reihe: Hellboy
5. Band der Reihe

Verlag: Cross Cult
Format: Hardcover
Erschienen: August 2006
ISBN: 978-3-936480-25-2
Preis: 19,80 EUR

176 Seiten
Inhalt
9.0
Zeichnungen
10.0
Verarbeitung
9.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
9.3

Wertung:
9.3
von 10
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Zum Inhalt:

England im 10. Jahrhundert. In einer Schmiede erscheint dem Heiligen Dunstan der Teufel, um ihn zu verfhren. Doch Dunstan packt ihn mit einer glhenden Zange und sperrt ihn in eine Truhe, die er mit geweihten Siegeln versieht ... Als ber 1000 Jahre spter die Truhe aus der Legende in Schottland auftaucht, versetzt das Hellboy in uerste Alarmbereitschaft. Doch er kommt zu spt. Der von Dunstan gebannte Dmon weilt wieder in dieser Welt. Und er hat es auf Hellboys steinerne Hand abgesehen, die "Hand des Schicksals" ... In weiteren Fllen des Bandes versucht sich Hellboy unter anderem als Drachentter und Exorzist. In Norwegen trifft er auf das Gespenst des kopflosen Knig Vold, wohingegen er sich in Japan seiner Haut gegen eine Horde hungriger Geisterkpfe erwehren muss. Die Jagd auf einen adligen Blutsauger schlielich endet mit einer Audienz vor dem Herrn aller Vampire, dem schrecklichen Vrcolac.

Meinung:

Wie zuvor schon "Sarg in Ketten" beginnt auch Hellboys zweite Kurzgeschichtensammlung "Die rechte Hand des Schicksals" mit einem Schmunzeln: Die gerade einmal zwei Seiten lange Mini-Episode "Pfannkuchen" war von Mignola eigentlich als schlechter Scherz gedacht gewesen. Zum Glck ist er an seinem selbst gesteckten Ziel aber grndlichst gescheitert, und die Geschichte ist ihm sowohl ausgesprochen lustig als auch niedlich geraten. Danach wird der Grundton aber gleich wieder etwas ernster, wenn Hellboy in "Die Natur des Tieres" von einer okkulten Vereinigung auf Drachenjagd geschickt wird - nicht nur, um das Untier zu beseitigen, sondern auch, um gewisse Eigenschaften des Helden aus der Hlle zu berprfen.

"Knig Vold" gibt Mike Mignola die Gelegenheit, gleich eine ganze Reihe von seltsamen nordischen Volkssagen anzuzitieren, whrend Hellboy erneut von seinem Auftraggeber fr dessen eigene Zwecke eingespannt wird. Und mit einem hnlich absurden Mythenstoff geht es in der Geschichte "Kpfe" weiter: Den krftigen B.U.A.P.-Agenten verschlgt es nach Japan, wo er sich souvern gegen eine Gruppe von wunderlichen, zur Hysterie neigenden Kpfen ohne Krper zur Wehr setzt. "Leben Sie wohl, Mister Tod" erzhlt von einem Medium, das bei einer Reise auerhalb seines Krpers auf fatale Probleme stt - und Mignola dadurch einen exzellenten Vorwand bietet, seiner Vorliebe fr das Zeichnen von Tentakelwesen nachzugehen.

Dem vermutlich grten Vampir der Welt begegnet Hellboy in "Der Vrcolac" - das kommt davon, wenn man Blutsauger nicht schnell genug mit einem Pflock behandelt. "Die rechte Hand des Schicksals" stellt dann einen Rckblick auf ausgewhlte Erlebnisse in Hellboys bisherigem irdischen Dasein dar. Allerdings wird diese Rckbesinnung mit einem mehr als beunruhigenden Beweisstck verknpft, das ihm eine Vorschau auf die Apokalypse gewhrt und es ihm deutlich schwerer macht, all die Hinweise auf die ihm vorbestimmte Rolle, wie sie beispielsweise auch der eben erwhnte Vrcolac von sich gegeben hat, weiterhin zu ignorieren.

Das Kernstck des Bandes ist aber zweifellos "Die Truhe des Bsen" - nicht nur das einzige lngere Abenteuer dieser Ausgabe, sondern auch einmal mehr ein Meisterwerk der Erzhlkunst, wie nur ein Mike Mignola sie beherrscht: Den Ausgangspunkt stellt die Sage um den Heiligen Dunstan dar, auf deren Basis der Autor eine Geschichte entstehen lsst, die von Horror ber dezenten Humor und handfeste Action bis hin zu packender Dramatik alles bietet, was man von einem Hellboy-Abenteuer erwartet. Gepaart mit Mignolas wie immer perfekt auf die Situation abgestimmten Zeichnungen voller tiefer Schatten und klarer Formen, liefert "Die Truhe des Bsen" mhelos den Beweis dafr, dass Unterhaltungsgeschichten ber Dmonen in Blechkisten, halbseidene Artefakthndler und Schimpansen mit Revolvern in ihrer sthetik keineswegs auf knstlerischen Anspruch verzichten mssen, um zu funktionieren.

Die Aufmachung des Bandes bewegt sich auf dem gewohnt hohen Niveau der brigen Schwarzwei-Hardcoverbnde von Cross Cult. Den Anhang von "Die rechte Hand des Schicksal" bilden 20 Seiten voller Skizzen und Entwrfe - eine wahre Schatzkammer, wenn man es mit einem Zeichner vom Kaliber Mignolas zu tun hat. Dazu gibt es noch einen von Lutz Gllner verfassten lesenswerten berblick ber die literarischen Einflsse, die Mignola als Autor geprgt haben, ein exklusiv fr die deutsche Ausgabe verfasstes Vorwort von TyRuben Ellingson, der am ersten Hellboy-Kinofilm mitgearbeitet hat, sowie die bliche Pin-up-Sektion mit Bildern von deutschen und internationalen Knstlern.

Fazit:

"Die rechte Hand des Schicksals" bietet nach "Sarg in Ketten" erneut eine bunte Auswahl an kurzen Hellboy-Abenteuern, deren Grundstimmungen eine groe Bandbreite abdecken. Diesmal gibt es zwar etwas weniger Humor als noch im vorherigen Band, dafr aber umso mehr sonderbare Sagenstoffe und mit "Die Truhe des Bsen" obendrein eine herausragend konzipierte Geschichte von mittlerer Lnge. Die gewohnt liebevolle und detailfreudige Aufmachung wird dem brillanten Inhalt zudem absolut gerecht. Damit steht auch der fnfte Band den brigen Ausgaben der Hellboy-Reihe bei Cross Cult in nichts nach.

 
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