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Totenlichter  Drucken E-Mail
Bcher: Belletristik Krimi & Thriller
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 20. Mai 2019

Totenlichter

Originaltitel: The Kingdom
bersetzt von: Diana Beate Hellmann

2. Band der Reihe

Untergenre: Fantasy
Verlag: Bastei Lbbe
Erschienen: Mai 2014
ISBN: 978-3-404-16972-6
Preis: 8,99 EUR

400 Seiten
Inhalt
6.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.2

Wertung:
6.2
von 10
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Zum Inhalt:

Amelia Gray lebt mit den Toten. Sie restauriert Friedhfe und es heit, sie habe einen Sinn fr diese besondere Welt. Dass dies wrtlich so ist, wei jedoch niemand: Amelia kann die Geister der Verstorbenen sehen. Als sie den Friedhof der abgelegenen Kleinstadt Asher Falls restauriert, kommt sie den Toten erneut gefhrlich nahe. Amelia entdeckt ein verborgenes Grab im Wald und lftet bald sein finsteres Geheimnis. Ein Geheimnis, das seit Jahrzehnten gewahrt wurde - und gewahrt bleiben soll ...

Meinung:

Nach "Totenhauch" bringt Bastei Lbbe mit "Totenlichter" den zweiten Band rund um die Friedhofsrestauratorin Amelia Gray auf den Markt. Dieses Mal spielt die Handlung nicht in der atmosphrischen Sdstaatenstadt Charleston, sondern in einem kleinen verlassenen Ort in den Blue Ridge Mountains. In Asher Falls soll Amelia den Thorngate-Friedhof restaurieren - ein ehemaliger Familienfriedhof, der inzwischen allen Brgern der Stadt zur Verfgung steht.

Doch es wohnen nicht mehr sehr viele Menschen in Asher Falls, nachdem Pell Asher in den 80er-Jahren einen Groteil seines Landes verkauft hat, damit dort ein Stausee angelegt werden konnte. Mit dem See vernderte sich nicht nur die Umgebung der Kleinstadt, sondern der Ort wurde auch von der Auenwelt abgeschnitten, da die Zugangsstrae ebenso wie der alte stdtische Friedhof geflutet wurde. So wird Asher Falls vor allem von einer Atmosphre der Verlassenheit und Trostlosigkeit beherrscht, die natrlich auch bei Amelia ihre Spuren hinterlsst. Einzig Pell Ashers Enkel Thane scheint gegen die dstere Stimmung in Asher Falls immun zu sein, auerdem bt er eine groe Anziehungskraft auf die Friedhofsrestauratorin aus.

Obwohl dieser zweite Band nicht ganz so sehr berzeugen kann wie "Totenhauch", hat Amanda Stevens auch diesmal wieder einen sehr atmosphrischen Roman geschrieben. Es gibt einige unheimliche und sehr stimmungsvolle Szenen rund um die verlassene Stadt Asher Falls, die etwas exzentrische Familie Asher und den alten Friedhof, den Amelia restaurieren soll. Auch hat die Autorin ein paar weitere ungewhnliche Charaktere geschaffen, wie die drei charismatischen Frauen Luna, Bryn und Catrice, die anscheinend als einzige Bewohner der Stadt erfolgreich und zufrieden leben, was einen spannenden Kontrast zu der Trostlosigkeit darstellt, die sonst jede Szene zu durchdringen scheint.

Es wird immer wieder deutlich, dass Amelia in Asher Falls noch weniger dazugehrt als in ihrem normalen Leben in Charleston - und das fhrt dazu, dass man als Leser all die Figuren vermisst, die man in "Totenhauch" kennengelernt hat. Auch wenn Amelia in Charleston keine engen Freunde hat, so kennt sie dort doch zumindest Menschen, die ihre Interessen teilen, die sie um Rat bitten kann oder die Informationen fr sie beschaffen knnen, was einen angenehmen Ausgleich zu all den unheimlichen Momenten bildete. In "Totenlichter" fehlen diese freundschaftlichen Momente. Stattdessen muss sich Amelia ganz allein mit all den Dingen auseinandersetzen, die sie - unter anderem ber einen rtselhaften Unfall, bei dem vor vielen Jahren eine junge Frau umkam - herausfindet.

Doch nicht nur mit der Vergangenheit der Menschen in Asher Falls wird Amelia konfrontiert, sondern auch mit ihrer eigenen Familiengeschichte. Dabei hat Amanda Stevens es leider nicht geschafft, all die "berraschenden" Enthllungen auch wirklich so zu gestalten, dass der Leser sie nicht vorausahnen kann. Bei all den privaten Entwicklungen fllt Amelias Arbeit als Friedhofsrestauratorin leider recht klein aus, dabei haben diese Passagen erheblich zum Reiz des ersten Bandes beigetragen. So hat "Totenlichter" immer noch einige atmosphrische und - dank Amelias neuem Haustier - auch sehr berhrende Momente, kann aber leider weder beim Krimianteil noch bei den Passagen rund um die Friedhfe mit "Totenhauch" mithalten.

Fazit:

Bedauerlicherweise kann Amanda Stevens mit "Totenlichter", dem zweiten Band rund um die Friedhofsrestauratorin Amelia Gray, nicht ebenso berzeugen wie mit dem Auftakt der Reihe. Obwohl die Autorin die kleine Stadt Asher Falls sehr atmosphrisch beschreibt und jedes Kapitel von der eindrucksvollen Trostlosigkeit dieses Ortes durchdrungen ist, fehlen die helleren Momente als Ausgleich in Amelias Leben. Auch kommt ihre Beschftigung als Friedhofsrestauratorin, die in "Totenhauch" so spannend beschrieben wurde, in diesem Roman viel zu kurz. Zudem sind die vermeintlich berraschenden Enthllungen zu Amelias Herkunft recht vorhersehbar. All diese Kritikpunkte machen "Totenlichter" nicht zu einer schlechten Geschichte: Die Handlung ist immer noch unterhaltsam und stimmungsvoll beschrieben, aber eben nicht so packend, wie man es sich nach Amanda Stevens' Debtroman erhofft hatte.
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