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Eva und die Apfelfrauen  Drucken E-Mail
Bcher: Belletristik Allgemeine Belletristik
Geschrieben von Konstanze Tants   
Mittwoch, 27. November 2013

Eva und die Apfelfrauen

Verlag: Blanvalet
Erschienen: Oktober 2013
ISBN: 978-3-442-38112-8
Preis: 9,99 EUR

352 Seiten
Inhalt
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.1

Wertung:
7.1
von 10
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Zum Inhalt:

Hausbesitzer mit Herz und ohne Erben gesucht! Wir sind: fnf Freundinnen im allerbesten Alter. Wir suchen: ein groes Haus in Berlin, in dem wir gemeinsam lter werden knnen. Wir haben: viel Enthusiasmus, wenig Geld. Schn wren: Garten, nette Nachbarn. Die Anzeige im Internet ist ein voller Erfolg: Eva und ihre vier besten Freundinnen erben tatschlich ein Haus! Allerdings nicht in Berlin, sondern im Wilden Osten, und nur unter einer Bedingung: Sie mssen den riesigen Apfelgarten bewirtschaften, der zum Haus gehrt. Aber das ist fr die fnf munteren Stdterinnnen nur eine von vielen Herausforderungen ...

Meinung:

In Tania Krtschmars Roman "Eva und die Apfelfrauen" treffen sich Eva, Julika, Dorothee, Marion und Nele zur Feier von Julikas fnfzigstem Geburtstag in einem Restaurant. Im Laufe des Abends stellt sich allerdings heraus, dass keine der fnf Frauen wirklich zufrieden ist mit ihrem Leben. Die Lehrerin Marion bentigt dringend eine Auszeit von ihrer Arbeit mit Grundschulkindern in einem Berliner Problemviertel, Dorothee fhlt sich einsam und berflssig, seitdem ihre Kinder aus dem Haus sind, und auch die anderen haben das Gefhl, dass sie dringend etwas in ihrem Leben ndern mssten. Eigentlich fhlen sie sich nur im Kreise ihrer Freundinnen richtig wohl und akzeptiert.

So entsteht in einer Mischung aus Proseccolaune, Wehmut und Zukunftsangst die Idee, dass man doch zu fnft eine Wohngemeinschaft grnden knnte. Einzig die Frage nach einer bezahlbaren Wohnung hlt die Freundinnen noch auf, doch dann setzt Eva eine Anzeige auf, in der sie dazu aufruft, ihr und ihren Freundinnen ein Haus zu vererben. Zu ihrer groen berraschung werden die fnf Frauen wirklich wenige Monate spter in einem Testament bedacht und mssen nun berlegen, ob sie ihre spontane Idee auch wirklich umsetzen wollen. Whrend sich Julika eher widerwillig auf den Umzug einlsst und sich vor allem ihren Freundinnen zuliebe fr ein paar Probemonate mit dem alten Haus in dem kleinen Ort Wannsee arrangiert, geht fr die anderen vier Frauen erst einmal ein Traum in Erfllung.

Jede von ihnen sehnt sich nach ein paar Monaten auf dem Land, nach einem kleinen Ausbruch aus dem Alltagsleben und - zumindest fr eine begrenzte Zeit - einem entschleunigten Leben. Doch die skeptischen Nachbarn, die greren und kleineren Herausforderungen, die das Landleben zu bieten hat, und sogar die ungewohnte Nhe, zu der die fnf Freundinnen nun gezwungen sind, bringen mehr Probleme mit sich, als die Frauen erwartet htten. Dabei beschreibt Tania Krtschmar unterhaltsam die verschiedenen Temperamente der fnf Frauen und ihre unterschiedlichen Herangehensweisen und Erwartungen an das Landleben, allerdings rutscht die Autorin auch immer wieder in Klischees ab und bertreibt es etwas mit der Naivitt der landunerfahrenen Stdterinnen.

Obwohl Tania Krtschmar immer wieder auf alle fnf Frauen eingeht, steht doch vor allem Eva im Mittelpunkt der Geschichte. Sie verliebt sich auf den ersten Blick in den riesigen Apfelgarten, der zum Haus gehrt und laut Testament von den Freundinnen bewirtschaftet werden soll. Eva ist es auch, durch die der Leser all die kleinen Vernderungen in der Natur wahrnimmt. So ist es nicht verwunderlich, dass ihre Passagen auch diejenigen sind, die besonders viel Atmosphre aufweisen. Durch Evas Augen sieht man die blhenden Stauden im Garten, ihre Freude ber die ersten reifen pfel lsst einem das Wasser im Mund zusammenlaufen und wenn sie morgens mit einer Tasse Kaffee barfu unter den blhenden Bumen entlanggeht, wnscht man sich als Leser, man knnte mit ihr zusammen die ersten Sonnenstrahlen auf den Blttern genieen.

Aufgelockert werden diese ruhigen und idyllischen Momente durch die Erlebnisse von Evas Freundinnen, deren kleinere Dramen immer mal wieder das Leben in der Wohngemeinschaft auf den Kopf stellen. So entsteht aus einer Mischung von Naturbeschreibungen, Klischees und absurden Momenten ein Wohlfhlroman, bei dem man problemlos darber hinwegsehen kann, dass ein solcher Bilderbuchort - trotz des unsympathischen Brgermeisters - wohl nur in einem Roman existieren kann. Auch die Vorhersehbarkeit der Geschichte strt beim Lesen nicht, da die vielen kleinen amsanten und auch berhrenden Momente gut unterhalten.

Besonders hbsch ist dabei die Liebesgeschichte beschrieben, die eine der Frauen erlebt. Hier zeigt Tania Krtschmar sehr schn, dass die kleinen Gemeinsamkeiten, der gegenseitige Respekt und die stillen Momente, die man miteinander erfhrt, hufig eine bessere Basis fr eine glckliche Beziehung sind als der berhmte und alles vereinnahmende Rausch der "Liebe auf den ersten Blick". So bietet "Eva und die Apfelfrauen" entspannende Unterhaltung, die mit leichten, heiteren und skurrilen Szenen ebenso wie mit leisen und nachdenklichen Passagen fr angenehme Lesestunden sorgt.

Fazit:

"Eva und die Apfelfrauen" von Tania Krtschmar weist alles auf, was ein Wohlfhlroman fr Frauen bentigt. Gemeinsam mit den sympathischen Charakteren entdeckt der Leser einen kleinen, idyllischen Ort stlich von Berlin, geniet stimmungsvolle Naturbeschreibungen und amsiert sich ber die skurrilen Einflle der fnf Freundinnen. Bei so einer unterhaltsamen und entspannenden Lektre fllt es kaum ins Gewicht, dass manche naive Reaktion der fnf Stdterinnen auf das Landleben etwas berzogen wirkt und die Handlung in der Regel vorhersagbar verluft. Vor allem Evas Liebe zum Apfelgarten nimmt einen schnell fr sich ein und lsst einen wnschen, man knnte ein paar Stunden lnger in diesem schnen Garten verweilen.
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