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Shi Ki 02  Drucken E-Mail
Comics: Manga Horror & Mystery
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 28. Oktober 2013

Shi Ki 02

Autor: Fuyumi Ono
Zeichner: Ryu Fujisaki

Originaltitel: Shi Ki Vol. 2
bersetzt von: Ai Aoki

Reihe: Shi Ki
2. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Juli 2013
ISBN: 978-3-770-48032-6
Preis: 7,50 EUR

192 Seiten
Inhalt
7.0
Zeichnungen
6.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
6.7

Wertung:
6.7
von 10
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Zum Inhalt:

Die geheimnisvolle Epidemie in dem verschlafenen Dorf Sotoba fordert immer mehr Opfer, doch die Ursache konnten Arzt Ozaki und Priester Muroi bisher nicht ermitteln. Fr den jungen Natsuno Yuki stellt sich nach dem Tod seines besten Freundes Toru die Frage: War sein Albtraum wenige Tage zuvor tatschlich nur ein Produkt seiner Fantasie? Immerhin wurde Toru in diesem Traum das Opfer eines Monsters ...

Meinung:

Im ersten Band von "Shi Ki" lernte der Leser den kleinen Ort Sotoba kennen, der tief in den Bergen liegt und frher fr seine Grabtafeln aus dem Holz der umliegenden Tannenwlder bekannt war. Dort kommt in einem heien Sommer in den 1990er Jahren eine ungewhnlich groe Anzahl an Einwohnern ums Leben. Anfangs geht der Arzt Toshio Ozaki davon aus, dass die groe Hitze - gerade bei den lteren Verstorbenen - zu den Todesfllen gefhrt hat. Doch dann sterben immer mehr jngere Einwohner, whrend ihre Symptome gerade mal auf eine leichte Sommergrippe hindeuten. Toshio Ozaki steht vor einem groen Rtsel. Keines seiner Untersuchungsergebnisse bringt ihn einer Lsung nher, dabei drngt die Zeit.

Auch der Priester Seishin Muroi versucht, mehr ber die ungewhnlichen Erkrankungen und die eventuellen Ansteckungswege zu erfahren. berraschenderweise findet er dabei heraus, dass einige der berlebenden Familienmitglieder mitten in der Nacht und ohne Vorankndigung fortgezogen sind. Von all den Gedanken rund um die Todesflle lenken ihn einzig die Begegnungen mit der Tochter der neu hinzugezogenen Familie Kirishiki ab. Das Mdchen interessiert sich sehr fr die Bcher des Priesters und behauptet sogar, dass ein von Seishin Muroi verfasster Text ber Sotoba der Grund gewesen sei, dass ihre Familie dort ein Anwesen kaufte.

Dem fnfzehnjhrigen Natsuno Yuki hingegen wird erst recht spt bewusst, welch eine Todeswelle durch Sotoba geht. Er ist vor allem darauf aus, den Ort zu verlassen und so wenig Kontakt wie mglich mit den Bewohnern zu pflegen. Auf der anderen Seite fhlt er sich - nachdem Megumi Shimizu verstorben ist - stets beobachtet, was sogar so weit geht, dass er daheim nicht mehr bernachten mag. Fr den Leser steht schnell fest, dass sich Natsuno nichts einbildet, sodass sich im Laufe der Zeit immer mehr Spannung aufbaut. Gesteigert wird diese durch die langsame und ausfhrliche Erzhlweise. Whrend man sich schon sicher ist, dass bernatrliche Elemente fr all die Verstorbenen verantwortlich sind, wird erst einmal detailliert dargestellt, wie Seishin Muroi und Toshio Ozaki mit wissenschaftlicher Grndlichkeit ihre Untersuchungen fortfhren.

Trotz dieser eher ruhigen Erzhlweise wird die Geschichte nicht langweilig. Immer wieder werden kleine Details, die weitere Hinweise auf die Hintergrnde der Geschichte liefern, in scheinbar belanglose Handlungsstrnge eingeflochten und erhalten so die Neugier des Lesers aufrecht. Dazu kommen Passagen, die auf vergangene Ereignisse hinweisen und dafr sorgen, dass einem die Charaktere nherkommen. Dabei muss man jederzeit frchten, dass genau diese Figur, die einem so langsam ans Herz wchst, das nchste Opfer dieser ominsen Erkrankung wird. So schwebt ber jeder Szene ein subtiler Horror, der durch die dstere Atmosphre im Ort noch betont wird.

Das grte Manko der Geschichte ist die Menge an vorkommenden Personen und die Tatsache, dass man beim Charakterdesign das unangenehme Gefhl bekommt, dass diverse Zeichner der unterschiedlichsten Stilrichtungen dafr verantwortlich sind. Die einzelnen Figuren sind so zwar sehr individuell gezeichnet, aber bei ber 60 Charakteren, die jetzt schon einen - wenn auch oft nur sehr kleinen - Auftritt in "Shi Ki" hatten, hilft auch dieser hohe Wiedererkennungswert irgendwann nicht mehr weiter. Obwohl es am Ende des Manga eine Personenliste inklusive Ttigkeitsbeschreibung (und bei Bedarf auch inklusive Todesdatum) gibt, ist es doch nicht wirklich angenehm, wenn man immer wieder darauf zurckgreifen muss, um einen Namen zuordnen zu knnen. Und so gut man die Einwohner Sotobas aufgrund des Charakterdesigns unterscheiden kann, sorgt dies auch im zweiten Band fr ein unharmonisches Gesamtbild. Dafr sind die Hintergrnde wunderbar detailliert gehalten und der gekonnte Einsatz von Licht und Schatten unterstreicht gelungen den subtilen Grusel der Geschichte.

Fazit:

Nachdem die Handlung im zweiten Band von "Shi Ki" langsam voranschreitet, wird die Reihe immer spannender. Whrend der Arzt Toshio Ozaki und der Priester Seishin Muroi noch nach einer natrlichen Ursache fr all die Todesflle in Sotoba suchen, ahnt der fnfzehnjhrige Natsuno Yuki langsam, dass mehr dahintersteckt. Diese vielen Handlungsstrnge fhren zu einer sehr ruhigen und detaillierten, aber umso fesselnderen Erzhlweise. Einzig die Masse an vorkommenden Figuren und das zwar angenehm individuelle, aber auch zum Teil sehr extreme Charakterdesign trben den ansonsten guten Eindruck bei "Shi Ki". Dafr kann Ryu Fujisaki mit atmosphrischen Zeichnungen punkten, die deutlich zum subtilen Horror der Geschichte beitragen.
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