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Blauer Montag  Drucken E-Mail
Bcher: Belletristik Krimi & Thriller
Geschrieben von Konstanze Tants   
Mittwoch, 4. April 2012

Blauer Montag

Originaltitel: Blue Monday
bersetzt von: Birgit Moosmller

Reihe: Frieda Klein
1. Band der Reihe

Verlag: C. Bertelsmann
Erschienen: Januar 2012
ISBN: 978-3-570-10082-0
Preis: 14,99 EUR

480 Seiten
Inhalt
5.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
5.3

Wertung:
5.3
von 10
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Zum Inhalt:

Als der fnfjhrige Matthew verschwindet, geht ein Aufschrei durch London. In den Zeitungen erscheint sein Bild - und die Psychotherapeutin Frieda Klein kann es nicht fassen: Matthew gleicht bis ins Detail dem Wunschkind eines verzweifelten kinderlosen Patienten von ihr. Ist dieser Mann ein brutaler Psychopath? Warum hat sie das als Therapeutin nicht schon vorher bemerkt? Zusammen mit Inspector Karlsson stt Frieda auf Parallelen zum Verschwinden eines Mdchens vor mehr als zwanzig Jahren. Mit hchst eigenwilligen Mitteln kommt Frieda dem Entfhrer sehr nahe. Doch dann beginnt eine Jagd gegen die Zeit ...

Meinung:

Mit "Blauer Montag" beginnt eine neue Serie des beliebten Autoren-Ehepaars Nicci French (Nicci Gerrard und Sean French) rund um die Psychotherapeutin Frieda Klein. Insgesamt ist die Reihe auf acht Bnde angelegt, wobei der letzte Band - laut Aussage der beiden Autoren - Hinweise aus den vorherigen Teilen aufgreifen und zu einem groen Kriminalfall verknpfen soll. Trotz dieses bergreifenden Handlungsstrangs soll aber jeder einzelne Band fr sich stehen knnen, ohne dass der Leser Elemente der Geschichte nicht versteht oder entscheidende Wendungen zum jeweiligen Fall verpasst.

Die Geschichte beginnt in "Blauer Montag" eher gemchlich, da sich die Autoren viel Zeit lassen, um ihre Hauptfigur Frieda Klein einzufhren. Die Therapeutin wirkt auf den ersten Blick eher sprde und hat einige Ecken und Kanten, die anfangs eine Distanz zum Leser erzeugen. Sie versteht sich mit ihrer Familie nicht besonders gut, obwohl sie regelmig bei ihrer Schwester vorbeischaut und ihrer Nichte Nachhilfeunterricht gibt - und auch innerhalb einer gerade beginnenden Beziehung hlt Frieda den Geliebten lieber auf Abstand. Dafr streift sie in der Nacht, wenn sie nicht schlafen kann, durch die Straen von London und erfreut sich an der Stadt, die ihr so am Herzen liegt.

Fr Frieda ist ihr Beruf sehr wichtig, sie will ihren Patienten helfen, nimmt deshalb auch Leute an, die sich so eine Therapie privat nicht leisten knnten, und achtet sehr auf den korrekten Umgang mit ihnen. Umso schwerer fllt es ihr, auf die Polizei zuzugehen, als sie befrchten muss, dass einer ihrer Patienten etwas mit einer Kindesentfhrung zu tun hat, ber die seit Tagen in den Londoner Zeitungen berichtet wird.

Wenn der Mann wirklich mit der Entfhrung zu tun haben sollte, dann hat sie als Therapeutin entscheidende Hinweise auf seine Verfassung bersehen. Doch ihr mgliches Versagen wiegt weniger schwer als die Vorstellung, dass sie das gerade aufgebaute Vertrauen zu ihrem Patienten wegen eines vagen Verdachts wieder zerstren muss. Auf der anderen Seite knnte genau das der entscheidende Hinweis fr die Polizei sein, der das Leben des entfhrten Jungen vielleicht noch retten knnte.

So gemchlich die beiden Autoren die Geschichte in "Blauer Montag" aufbauen, so sehr wchst einem im Laufe der Zeit Frieda Klein ans Herz. Ihre Eigenarten, ihre Berufsauffassung und ihr bunt gemischter Freundeskreis zeichnen das Bild einer ungewhnlichen, aber integren Frau, die sich bemht, immer das Richtige zu tun. Der Krimianteil der Handlung beginnt hingegen sehr spannend: Im Prolog kann der Leser eine Entfhrung mitverfolgen, die vor ber zwanzig Jahren passiert ist, whrend kurz darauf in der heutigen Zeit der kleine Matthew vor seiner Schule verschwindet. So steht fr den Leser schnell fest, dass es eine Verbindung zwischen den beiden Ereignissen geben muss, whrend sich die Polizei in Person von Inspector Karlsson natrlich nur auf den aktuellen Fall konzentriert.

Doch so spannend der Prolog der Geschichte ist und so nachvollziehbar die Folgen der Entfhrung auf alle Beteiligten beschrieben werden, kann die weitere Entwicklung des Falls letztlich nicht berzeugen. Abgesehen davon, dass der Leser schon lange vor der Auflsung ahnt, in welche Richtung sich die Handlung entwickeln wird, sttzen die beiden Autoren die Geschichte auch auf eine Grundidee, die man eher in einem lieblos konstruierten Heftroman erwartet. Und all die Hinweise, die den Leser doch noch in die falsche Richtung fhren sollen, werden so eher als ungeschickte und nicht berzeugende Ablenkungsversuche empfunden. Auch die "berraschenden" Wendungen am Ende sind fr einen aufmerksamen Leser nur eine Besttigung dessen, was schon lange auf der Hand lag.

Durch diese Handlungsentwicklung verliert der Roman nach der ersten Hlfte deutlich an Reiz, obwohl Frieda Klein und Inspector Karlsson sympathische Figuren sind, die in einem interessanten Umfeld agieren und ber die man gern mehr erfahren wrde. Doch die enttuschende Entwicklung des Kriminalfalls und die Andeutung am Ende des Romans, dass auch der zweite Teil der Frieda-Klein-Romane sich mit einer der entscheidenden Personen aus "Blauer Montag" beschftigen wird, nehmen dem Leser ein wenig die Lust auf weitere Bnde dieser Reihe.

Fazit:

Nach einem fesselnden Prolog bewegt sich die Handlung in "Blauer Montag" von Nicci French eher gemchlich fort, was dem Leser ausreichend Zeit gibt, die Hauptfigur Frieda Klein mit all ihren Eigenheiten kennenzulernen. Whrend man die exzentrische Frau langsam ins Herz schliet, bangt man gleichzeitig um einen kleinen Jungen, der entfhrt wurde. Leider verluft die Handlung ab ungefhr der Hlfte des Buches nicht so fesselnd weiter, da das Autoren-Ehepaar nicht nur viel zu deutliche Hinweise auf die Identitt des Tters auslegt, sondern sich auch auf eine Grundidee sttzt, die eher billig wirkt. So kann der Leser die verschiedenen Wendungen am Ende des Romans schon viel zu frh erahnen, was das Lesevergngen leider deutlich mindert. Aufgrund des enttuschenden Verlaufs der Handlung bietet "Blauer Montag" - trotz der wirklich interessanten Protagonisten - bedauerlicherweise gerade einmal durchschnittliche Krimikost.
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