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Hiki  Drucken E-Mail
Comics: Manga Horror & Mystery
Geschrieben von Konstanze Tants   
Samstag, 10. Dezember 2011

Hiki

Zeichner: Banana Nangoku

Originaltitel: Hiki
bersetzt von: Burkhard Hfler

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Oktober 2011
ISBN: 978-3-7704-7688-6
Preis: 6,50 EUR

182 Seiten
Inhalt
6.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.2

Wertung:
7.2
von 10
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Zum Inhalt:

Als Rin im Wald eine alte Kommode findet, beginnt fr ihn ein schauerlicher Horrortrip. Fortan greift jedes Mal, wenn er irgendwo eine Schublade ffnet, ein grausiges Mdchen nach ihm! Wenn er nicht bald herausfindet, was es von ihm will, droht Rin den Verstand zu verlieren ...

Meinung:

Banana Nangokus erster Mystery-Manga erzhlt eine gespenstische Geschichte in der Tradition bekannter japanischer Horrorfilme wie zum Bespiel "Ring". Dabei beginnt die Handlung ganz harmlos an einem Nachmittag, den die Teenager Rin und Yada gemeinsam verbringen. Auf der Suche nach einer CD, die Yada ihm geliehen hatte, durchwhlt Rin seinen Schreibtisch und findet dabei eine Art Schatzkarte. Schon auf den ersten Blick erkennen die beiden Jungen markante Punkte auf der Karte und so berredet Rin seinen Freund dazu, gemeinsam mit ihm herauszufinden, wohin sie die Suche fhren wird.

Bald schlieen sich ihnen auch noch ihre Kindheitsfreundin Himeko und der seltsame Nachbarsjunge Jizo an. Gemeinsam finden die Teenager in einem abgesperrten Teil des nahe gelegenen Berges eine - anscheinend illegal entsorgte - Kommode. Whrend die anderen wenig begeistert von dem "Schatz" sind, durchwhlt Rin die einzelnen Schubladen, in der Hoffnung, dass der Vorbesitzer irgendetwas darin vergessen hat. Doch die Kommode scheint leer zu sein, nur ein Bndel schwarzer Haare verfngt sich in den Fingern des Jungen, whrend der Leser in den Tiefen des Mbels ein unheimliches Mdchengesicht erkennen kann.

Kaum wieder daheim angekommen, erlebt Rin die ersten seltsamen Dinge. So steht die unterste Schublade seiner Wschekommode unter Wasser und auf seinem Handydisplay erscheint, als er eine SMS schreiben will, unzhlige Male das Wort "Bruder". Bevor Rin berhaupt realisieren kann, was er da sieht, versuchen auch schon zwei Arme ihn in seine Wschekommode zu ziehen und nur unter groen Mhen kann er ihnen entkommen. Noch schlimmer wird es fr den Jungen ab dem nchsten Morgen. Denn von diesem Tag an kann Rin nirgendwo mehr hineingreifen, ohne dass das unheimliche Mdchen erscheint - und auch andere Menschen in seiner Umgebung haben unter der gruseligen Erscheinung zu leiden.

Banana Nangoku zeigt mit "Hiki" viele gute Anstzen, auch wenn die Mangaka mit dem Gesamtwerk nicht vollstndig berzeugen kann. Es gelingt ihr sehr gut, einen langsam ansteigenden Gruseleffekt aufzubauen, der von erstaunlich vielen Alltglichkeiten lebt. So wird einem erst durch Rins Situation bewusst, wie oft man doch im Laufe eines Tages zum Beispiel in seine Hosentasche greift oder einen Behlter ffnet, ohne gro darber nachzudenken. Stellt man sich jetzt noch vor, dass bei jeder dieser Handlungen die Hnde einer geisterhaften Erscheinung nach einem greifen, kann einem schon ein Schauer ber den Rcken laufen.

Doch obwohl die Geschichte immer bizarrer und extremer wird, kann sie den Leser nicht richtig in ihren Bann ziehen. Man ist viel zu sehr damit beschftigt, sich zu fragen, welche Rolle Personen spielen, die keine relevante Funktion in der Handlung zu bernehmen scheinen, oder man macht sich Gedanken ber Rins Geisteszustand. Am Ende bleiben fr den Leser viele Fragen offen. Das hat zwar auch seinen Reiz und kann die Fantasie beflgeln, doch in diesem Fall sorgt die Verwirrung eher dafr, dass der Gruselfaktor deutlicher gemildert wird, als es einem beim Lesen einer Horrorgeschichte lieb sein kann.

Whrend die verschiedenen Charaktere in der Handlung leider kaum Tiefe entwickeln - was auch ein Grund dafr ist, dass einen der Manga nicht richtig "packt" -, sind die Figuren angenehm individuell gezeichnet. Gerade der Kontrast zwischen einerseits den anfangs noch fast kindlich wirkenden Gesichtern der Jugendlichen, der idyllischen Landschaft, der geordneten Klassenzimmeratmosphre und andererseits der bengstigenden Mdchengestalt mit ihrer wuchernden und ekelerregenden Haarflut betont das Eindringen dieses unheimlichen Elements in ein eigentlich heimeliges Umfeld. Vielleicht htte eine Kurzreihe Banana Nangoku die Mglichkeit geboten, mehr aus dieser Idee zu machen, aber fr ein Horrordebt zeigt dieser Manga - trotz der einen oder anderen Schwche - immerhin gute und unterhaltsame Anstze, die auf weitere Verffentlichungen hoffen lassen.

Fazit:

Trotz einer wirklich gruseligen Ausgangssituation und dem einen oder anderen Schockmoment kann Banana Nangoku mit ihrem Horror-Debt "Hiki" nicht ganz berzeugen. Auf der einen Seite fehlt den Figuren das ntige Profil, damit der Leser um sie bangen kann, auf der anderen Seite scheinen viel zu viele gute Anstze in der Handlung einfach ins Leere zu laufen. Und so fesselnd ein rtselhafter Ausgang bei einer solchen Geschichte sein kann, sorgt er hier doch eher fr eine ungewollte Abmilderung des Gruseleffekts. Trotzdem lsst "Hiki" einige Hoffnungen fr die Zukunft aufkommen, da die Mangaka mit ihren individuell gezeichneten Figuren, dem unheimlichen Geistermdchen und der unterhaltsamen Grundidee einiges Potenzial beweist.
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