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Versprechen eines Sommers  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Liebe & Romantik
Geschrieben von Konstanze Tants   
Donnerstag, 24. November 2011

Versprechen eines Sommers

Originaltitel: Summer at Willow Lake
Übersetzt von: Ivonne Senn

1. Band der Reihe

Erschienen: Oktober 2011
ISBN: 978-3-89941-950-4
Preis: 8,99 EUR

464 Seiten
Inhalt
6.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.2

Wertung:
6.2
von 10
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Zum Inhalt:

Camp Kioga - der Name weckt in Olivia Erinnerungen an die unbeschwerten Sommer ihrer Kindheit, den Duft von Pinien und das klare Wasser des Willow Lake. Doch der einstige Sommersitz der reichen New Yorker ist inzwischen völlig verwildert und zugewachsen. Um ihn für die große Familienfeier der Bellamys im Sommer wieder herzurichten, engagiert Olivia den örtlichen Bauunternehmer. Und kann es nicht glauben, wer da mit einem Mal vor ihr steht: Connor Davis, ihre Jugendliebe. Ihre Gefühle für einander sind nie wirklich erloschen, auch wenn sie sich damals gegenseitig sehr verletzt haben. Gemeinsam schaffen sie es, dem Camp neues Leben einzuhauchen - und geben sich dabei ein Versprechen, das weit über das Ende des Sommers hinaus halten wird.

Meinung:

Mit "Versprechen eines Sommers" bringt der Mira-Verlag Susan Wiggs ersten Band rund um die Familie Bellamy auf den deutschen Markt. Weitere Titel aus den "Lakeshore Chronicles" erscheinen im Dezember 2011 mit "Das Geheimnis meiner Mutter" und im Januar 2012 mit "Bewahre meinen Traum". Laut einer Aussage der Autorin auf ihrem Blog sind die Titel zwar alle in sich abgeschlossen und unabhängig voneinander lesbar, doch um die verschiedenen Entwicklungen nicht vorwegzunehmen, sollte man die chronologische Reihenfolge einhalten.

Schon in "Versprechen eines Sommers" deutet sich an, wie sehr Susan Wiggs die Handlungsstränge rund um die unterschiedlichen Familienmitglieder miteinander verwebt. So wird die Geschichte in diesem Roman nicht nur aus der Sicht von Olivia Bellamy und Connor Davis erzählt, sondern auch aus der Perspektive von Daisy, die mit ihrem Vater und ihrem kleinen Bruder Max den Sommer im Camp Kioga verbringt. Zusätzlich kann man noch miterleben, wie sich Phillip Bellamy (Olivias Vater) 1977 in die junge Mariska verliebte. Doch der Schwerpunkt liegt auf der Beziehung zwischen Olivia und Connor, die schon vor vielen Jahren im Sommercamp begann.

Während die damals übergewichtige Olivia aufgrund der Familientradition seit ihrem achten Lebensjahr ihre Sommer im Camp Kioga verbrachte - schließlich gehört den Bellamys das Camp -, war für Connor Davis der Sommer im Jahr 1991 der erste am Lake Willow. Als Sohn des (alkoholkranken) Hausmeisters bekam der Junge ein Stipendium für den Aufenthalt und obwohl es für ihn schwer war, die Zeit mit seinem zwar liebevollen, aber regelmäßig betrunkenen Vater zu verbringen, bot ihm das Camp auch die Möglichkeit, endlich so etwas wie Kindheit zu erleben. Schon in diesem ersten Sommer lernten sich Connor und Olivia kennen, und mit jedem weiteren Aufenthalt kamen sich die beiden näher, bis Connor etwas tat, das ihm Olivia nicht verzeihen konnte.

Neun Jahre nach diesem traumatischen Ereignis ist Olivia nicht nur schlank und attraktiv, sondern auch eine erfolgreiche Unternehmerin. So bekommt sie von ihrer Großmutter den Auftrag, das (inzwischen verwaiste) Camp Kioga vollständig zu renovieren, damit ihre Großeltern dort ihren fünfzigsten Hochzeitstag feiern können. Gemeinsam mit ihrem besten Freund Freddy, ihrer Cousine Dare, ihrem Onkel Greg und dessen zwei Kindern Daisy und Max macht sich Olivia an diese Aufgabe. Für die größeren Bauvorhaben engagiert sie Connor, der als einziger Bauunternehmer in erreichbarer Nähe vom Lake Willow tätig ist. Eigentlich will sich die junge Frau mit der Camprenovierung nur davon ablenken, dass ihre - inzwischen dritte - Verlobung mit einer Enttäuschung endete, doch die Nähe zu Connor bietet ihr auch die Möglichkeit, einige Altlasten aus ihrer Vergangenheit aufzuarbeiten.

Susan Wiggs beweist mit "Versprechen eines Sommers" ein großes Geschick dafür, Stimmung aufzubauen. Vor allem ihre Beschreibungen des Camp Kioga sind sehr atmosphärisch geraten und wecken im Leser schnell das Bedürfnis, in einer so wunderschönen Umgebung Zeit verbringen zu können. Auch die verschiedenen Charaktere zeigen realistische Züge und wachsen einem mit all ihren Eigenheiten schnell ans Herz. Durch die verschiedenen Perspektivwechsel gelingt es der Autorin, einen komplexen Familienhintergrund für die Protagonisten aufzubauen und viele kommende Entwicklungen anzudeuten, die Lust auf die weiteren Romane dieser Reihe machen.

Doch können all diese positiven Punkte sowie der flüssig zu lesende Schreibstil nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Handlung nicht nur sehr vorhersehbar, sondern auch etwas mager geraten ist. Ohne die diversen Nebenfiguren würde die Liebesgeschichte von Olivia und Connor gerade mal für ein dünnes Heft ausreichen. Dabei bleibt beim Leser am Ende das Gefühl zurück, dass es noch einigen Klärungsbedarf zwischen den beiden Figuren gibt, der weiterer Szenen bedurft hätte. Denn obwohl Olivia sich schon vor vielen Jahren in Connor verliebt hat und nun beeindruckt davon ist, was aus dem Jungen von damals geworden ist, stolpert sie immer wieder über ihre "Oberklassen-Vorurteile".

Connor hingegen begreift zwar, dass sie trotz ihrer Herkunft keine einfache Kindheit hatte, ist aber trotzdem nicht in der Lage, offen mit Olivia zu reden und alle Missverständnisse zu beseitigen. So kann bis zum Schluss eigentlich nur ein einziges Liebespaar in diesem Buch wirklich überzeugen, nämlich Olivias Großeltern, die sich nach fünfzig Jahren Ehe und diversen Schwierigkeiten immer noch sehr nahe sind. Trotz der zu seicht dargestellten Beziehung zwischen Olivia und Connor bietet "Versprechen eines Sommers" - vor allem aufgrund der Nebenhandlungen - eine schöne und unterhaltsame Geschichte, die neugierig auf das Schicksal der anderen Mitglieder der Bellamy-Familie macht.

Fazit:

Mit "Versprechen eines Sommers" erzählt Susan Wiggs nicht nur die Liebesgeschichte von Olivia Bellamy und Connor Davis, sondern auch verschiedene weitere Schicksale aus Olivias Familie. Diese Nebenhandlungen sind es dann auch, die den Roman zu einer unterhaltsamen und entspannenden Lektüre machen, während das Verhalten von Olivia und Connor nicht immer überzeugen kann. So sorgen vor allem die ineinander verwobenen Handlungsstränge, die atmosphärische Schilderung des Camp Kioga und die sympathischen Charaktere für nette Lesestunden.
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