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Ancient Blades 1: Die Metropole der Diebe  Drucken E-Mail
Bcher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Konstanze Tants   
Dienstag, 8. November 2011

Ancient Blades 1: Die Metropole der Diebe

Originaltitel: Den of Thieves
bersetzt von: Andreas Decker

1. Band der Reihe

Verlag: Piper
Erschienen: Juli 2011
ISBN: 978-3-492-26754-0
Preis: 12,95 EUR

496 Seiten
Inhalt
6.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.2

Wertung:
6.2
von 10
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Zum Inhalt:

Seit Jahrhunderten ist sie uneinnehmbar: die Freie Stadt Ness, die Metropole der Diebe. Um ihren grten Schatz zu stehlen, lsst sich der junge Schurke Malden auf den gefhrlichsten Coup seines Lebens ein. Er muss tun, was keinem vor ihm gelang: in die Burg der Stadt Ness eindringen. Als wre diese Aufgabe nicht schon schwierig genug, bekommt er auch noch unerwnschte Untersttzung. Ritter Croy, eben noch aus der Stadt verbannt und seines Schwerts Ghostcutter beraubt, versucht sowohl seine Ehre als auch die Zuneigung der Zauberin Cynthera zurckzugewinnen. Gemeinsam geraten die beiden Gefhrten wider Willen in ein Abenteuer, das seinesgleichen sucht.

Meinung:

Mit "Die Metropole der Diebe" bringt der Piper-Verlag den Debtroman von David Chandler auf den deutschen Markt. Im Stil klassischer High Fantasy findet sich der Leser in der Freien Stadt Ness wieder, der einzigen unabhngigen Enklave im Knigreich Skrae. Regiert wird diese Stadt, die aufgrund einer hohen Konzentration einzigartiger Handwerker berleben kann, durch den Burggraf, der in seinem Herrschaftssitz ber der mittelalterlichen Stadt thront. Obwohl die Brger in Ness frei sind und nicht wie die restlichen Bewohner des Knigreichs als Leibeigene ihr Leben fristen mssen, gibt es groe Unterschiede zwischen den verschiedenen Stnden.

So muss sich zum Beispiel Malden als Dieb auf den Straen von Ness durchschlagen, da ihm als Sohn einer Hure kaum andere Mglichkeiten offenstehen. Zum Glck ist der junge Mann in seinem Metier recht geschickt und erregt aufgrund eines gelungenen Einbruchs bei einem Kaufmann sogar die Aufmerksamkeit des Meisters der Diebe, unter dessen Schutz der Hndler stand. So entpuppt sich Maldens Chance fr die Zukunft als groer Fehler - und nun sieht sich der Dieb gezwungen, mglichst schnell ein Vermgen in die Hnde zu bekommen, um seine Schulden beim Meisterdieb abtragen zu knnen.

Da scheint es ein Glcksfall zu sein, dass die Zauberin Cynthera und der Kmpfer Bikker jemanden suchen, der fr sie einen kostbaren Gegenstand stiehlt. Doch bedauerlicherweise befindet sich das Objekt ihrer Begierde in einem beraus gut bewachten Raum im Schloss des Burggrafen - und Maldens Auftraggeber sind nicht die Einzigen, die hinter dem kostbaren Gegenstand her sind. So findet sich der junge Dieb schnell inmitten gefhrlicher Intrigen und Auseinandersetzungen wieder und muss bald um seine Freiheit und sein Leben bangen.

In einem Vorwort erwhnt David Chandler, dass er diesen Roman nur fr sich geschrieben hat, ohne dabei eine Verffentlichung in Erwgung gezogen zu haben. Das erklrt vielleicht auch, warum die Geschichte zwar atmosphrisch geraten und flssig zu lesen ist, aber an allen Ecken und Enden vor Logikfehlern strotzt, die einem erfahrenen Fantasyleser schnell ins Auge springen. So gibt es ein ganzes Viertel in der Stadt, das nach einem Brand nicht wieder aufgebaut wurde, obwohl Platz und Baugrund in Ness kostbare Sachen sind und sich selbst die rmsten Menschen aus Trmmern wieder so etwas wie einen Unterschlupf bauen wrden, um etwas mehr Sicherheit in ihrem Leben zu haben.

Auch die Tatsache, dass sich Malden - whrend seiner Kindheit im Hurenhaus - das Lesen und Schreiben selbst beigebracht hat (auch wenn er dieses nicht flssig beherrscht), ist ebenso unwahrscheinlich wie ein selbstgewebtes Kleid bei einem Bettlermdchen, bei dessen Erwhnung man sich sofort fragt, wo das Kind die Materialien und Werkzeuge dafr herbekommen haben soll. Ein weiterer Punkt, der einem schnell ins Auge springt, ist die Sprache: David Chandler lsst seinen Dieb die gleiche Ausdrucksweise pflegen wie die gebildete und behtet aufgewachsene Zauberin oder den edelmtigen Ritter. Nur hier und da gibt es sehr feine Unterschiede bei den verschiedenen Charakteren, die aber weniger auf ihren gesellschaftlichen Hintergrund und ihre Bildung als auf ihr besonderes Naturell zurckzufhren sind.

Trotz all dieser unbersehbaren Schwchen ist "Die Metropole der Diebe" zwar keine innovative, aber dafr eine leichte und interessante Fantasygeschichte. David Chandler kann den Leser durch rasante Szenen, amsante Wortwechsel und sympathische Charaktere unterhalten, sodass die Handlung niemals langweilig wird. Auch wenn man einige der verschiedenen Wendungen schon vorhersagen kann, gibt es doch immer wieder berraschende Momente und wirklich witzige Elemente in diesem Roman, die die Neugier des Lesers aufrechterhalten. Wer also keine allzu hohen Ansprche stellt oder das Fantasygenre neu fr sich entdecken will, wird mit dem ersten Teil der "Ancient Blades" ein paar amsante Lesestunden verbringen knnen.

Fazit:

David Chandlers Debtroman "Die Metropole der Diebe" erfindet das Fantasygenre zwar nicht neu, bietet aber leichte und unterhaltsame Kost. Gerade Leser, die diesen Literaturbereich neu fr sich entdecken, werden an den sympathischen Figuren, atmosphrischen Beschreibungen und spannenden Actionszenen ihren Spa haben. So kann man dann auch ber die Hufung von Logikfehlern ebenso hinwegsehen wie ber die Tatsache, dass der Autor keine in sich stimmige Fantasywelt geschaffen hat.
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