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Kiiri 1  Drucken E-Mail
Comics: Manga Horror & Mystery
Geschrieben von Konstanze Tants   
Freitag, 4. November 2011

Kiiri 1

Autor: Yukako Kabei
Zeichner: Shiori Teshirogi

Originaltitel: Kieli Shishatachiha Koyani Nemuru Vol. 1
bersetzt von: Costa Caspary

Reihe: Kiiri
1. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Juni 2011
ISBN: 978-3-7704-7496-7
Preis: 6,50 EUR

192 Seiten
Inhalt
8.0
Zeichnungen
7.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.6

Wertung:
7.6
von 10
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Zum Inhalt:

Kiiri ist ein 14-jhriges Mdchen, das die Seelen verstorbener Menschen sehen kann. Eines Tages begegnet sie Harvey, der ebenfalls Geister sehen kann. Er gehrt zu den "Unsterblichen" und luft mit einem Radio herum, das von einem Soldaten "besessen" ist. Mit ihnen begibt sich Kiiri auf eine schicksalhafte Reise ...

Meinung:

Mit dem Manga "Kiiri" setzt die Zeichnerin Shiori Teshirogi eine Romanvorlage von Yukako Kabei um. Die Geschichte spielt auf einem Planeten, auf dem bis vor achtzig Jahren ein Krieg um die vorhandenen Bodenschtze gefhrt wurde. Siegreich war am Ende die Partei, die die sogenannten "Unsterblichen" einsetzte. Diese Unsterblichen sind verstorbene Soldaten, die mit einer unendlichen Energiequelle anstelle ihres Herzens versehen und wiederbelebt wurden. Gegen solch bermchtige Gegner hatten normale Soldaten keine Chance und so fanden die Kmpfe ein schnelles Ende.

Doch nachdem der Krieg vorbei war, gab es keine Verwendung mehr fr die Unsterblichen - und bald machten spezielle Einheiten der Kirche Jagd auf diese Krieger, bis sie als ausgerottet galten. Allerdings hat die inzwischen vierzehnjhrige Kiiri vor einigen Jahren beobachten knnen, wie Kirchenkrieger einen Unsterblichen zur Strecke gebracht haben. Seitdem lsst sie die Frage nicht in Ruhe, ob es vielleicht noch weitere dieser ehemaligen Soldaten gibt. Aber auf diese Frage bekommt sie - wie auf viele weitere - keine Antwort.

Allein die Tatsache, dass Kiiri in der Lage ist, Geister zu sehen, lsst das Mdchen viele Dinge anzweifeln, die die Kirche als wahr verbreiten lsst. So stellt Kiiri zum Bespiel die Existenz Gottes in Frage, da sie sich nicht vorstellen kann, dass ein Gott es zulassen wrde, dass all die Verstorbenen whrend des Gottesdienstes in seiner Kirche herumspuken. Als das Mdchen dann Harvey kennenlernt, einen mysterisen jungen Mann, der anscheinend ebenso wie Kiiri Geister sehen kann, erhofft sie sich ein paar Antworten von ihm. Aber Harvey ist nicht bereit, sich mit der Schlerin abzugeben, vor allem, da er eigene Probleme hat, um die er sich kmmern muss.

Nach einem eher blutigen Anfang, in dem dem Leser die Ausgangssituation erklrt wird, luft die Geschichte von "Kiiri" erst einmal gemchlich an. Man erfhrt, wie es Kiiri nach dem Tod ihrer Gromutter ergangen ist und welche Schwierigkeiten sie in ihrem kirchlichem Internat hatte. Der Geist einer ehemaligen Mitschlerin ist ihr nher als die noch lebenden Mdchen im Internat. Diese Einsamkeit gibt Kiiri den ntigen Mut, um sich Harvey aufzudrngen und ihn so lange zu verfolgen, bis er ihre Gegenwart duldet. So erschliet sich dem Leser dann auch ein Teil von Harveys Geschichte, die die von der Kirche verbreitete Version der Vergangenheit noch unglaubwrdiger wirken lsst.

Zeichnerisch spielt Shiori Teshirogi mit den Gegenstzen zwischen Kiiris relativ harmlosem und mdchengerechtem Schulalltag und den Erinnerungen an Tod, Verstmmelung und Krieg, die Harvey und diverse Geister mit sich tragen. Dabei verstrken nicht nur die berwiegend schwarzen Flchen und dunklen Unterlegungen dieser Panels den dsteren Eindruck, sondern auch die detaillierten (aber nicht bertriebenen) Darstellungen von Verletzungen und eine berzeugende Mimik und Gestik bei den gequlten Seelen.

So entsteht optisch wie inhaltlich ein reizvoller Kontrast zwischen den verschiedenen Elementen dieser Geschichte. Und die langsame ffnung Harveys gegenber Kiiri lsst einen mit Spannung auf weitere Enthllungen ber diesen geheimnisvollen Charakter warten. Einzig die Tatsache, dass diese Umsetzung auf einer neunteiligen Romanserie basiert, whrend die Mangaversion gerade mal zwei Bnde umfasst, schrt die Befrchtung, dass die Handlung im zweiten Teil von "Kiiri" etwas berhastet weitererzhlt wird.

Fazit:

Mit dem ersten Band des zweiteiligen Manga "Kiiri" bekommt der Leser eine ansprechende Umsetzung der ungewhnlichen Geschichte von Yukako Kabei. In einer Welt ohne nennenswerte Rohstoffvorkommen, die von der Kirche regiert wird, sucht die vierzehnjhrige Kiiri nach Antworten auf viele kritische Fragen. Angefacht wird ihre Neugier dabei nicht nur durch die Tatsache, dass sie Geister sehen kann, sondern auch durch den rtselhaften Harvey. Umgesetzt wird die Handlung von Shiori Teshirogi auf der einen Seite in hellen, einfachen und freundlichen Darstellungen (wenn es zum Beispiel um Kiiris Schulalltag geht), auf der anderen Seite in eindrucksvollen, dsteren und detaillierten Gewaltdarstellungen (wenn es beispielsweise um die Erinnerungen an den groen Krieg geht). Aus diesem groen optischen und inhaltlichen Kontrast entsteht eine Faszination, der sich der Leser so schnell nicht entziehen kann.
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