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Das geheime Tagebuch der Miss Miranda  Drucken E-Mail
Bcher: Belletristik Liebe & Romantik
Geschrieben von Konstanze Tants   
Freitag, 14. Oktober 2011

Das geheime Tagebuch der Miss Miranda

Originaltitel: The Secret Diaries of Miss Miranda Cheever
bersetzt von: Petra Lingsminat

Untergenre: Historischer Roman
Erschienen: Oktober 2011
ISBN: 978-3-89941-987-0
Preis: 7,99 EUR

368 Seiten
Inhalt
6.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.2

Wertung:
6.2
von 10
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Zum Inhalt:

"2. Mrz 1810: Heute habe ich mich verliebt!" Dreizehn Tagebcher und neun Jahre spter sind Mirandas Gefhle fr Viscount Turner genauso unsterblich wie damals - mit wenig Aussicht auf Erfolg: Eine kurze, verhngnisvolle Ehe hat ihn bitter gemacht. Aber immerhin ist er wieder frei. Auch wenn schne Worte ihm kaum den Glauben an die Liebe wiedergeben werden, vermutet Miranda. Eher se Taten! Und da ihre erste Saison unmittelbar bevorsteht, scheint es ein Leichtes, sich wenigstens einen Teil ihres Jungmdchentraums zu erfllen: mit dem Viscount zu tanzen - und ihm dabei zu gestehen, dass sie ihn liebt und immer lieben wird ...

Meinung:

"Das geheime Tagebuch der Miss Miranda" von Julia Quinn wurde schon im August 2009 vom Cora Verlag unter dem Titel "Fr immer und ewig, Viscount" verffentlicht. Fr diesen Roman hat die Autorin nach Beendigung ihrer beliebten "Bridgerton"-Reihe ein Manuskript aus dem Jahr 1994 neu berarbeitet - und trotz der amsanten Schreibweise zeigt die Geschichte an einigen Stellen deutlich, dass sie zu den Frhwerken von Julia Quinn gehrt und nicht mit der Qualitt ihrer jngeren Titel mithalten kann.

Dabei beginnt die Handlung rund um Miss Miranda Cheever so leicht und lustig, wie man es von Julia Quinn gewohnt ist. Mit gerade mal zehn Jahren trifft die junge Adlige auf den Viscount Turner, den groen Bruder ihrer besten Freundin Olivia Bevelstoke, und verliebt sich noch am gleichen Nachmittag in ihn. Vor allem sein freundliches Wesen hat es dem Mdchen angetan, aber natrlich spielt es auch eine Rolle, dass der neunzehnjhrige Viscount gut aussieht. Neun Jahre spter ist die - sonst so vernnftige - Miranda immer noch in Turner verliebt und so glaubt sie nicht daran, dass sie in ihrer ersten Londoner Saison einen Mann finden wird, den sie heiraten mag.

Der Viscount hingegen hat gerade erst seine untreue Ehefrau Leticia begraben. Nachdem diese ihn in ihrer Ehe rundum ausgenutzt und betrogen hat, ist der junge Mann nicht bereit, sich jemals wieder ernsthaft auf eine Frau einzulassen. Allerdings geniet er wenige Monate spter die Wortwechsel mit der - sonst so zurckhaltenden - Miranda, die gemeinsam mit Olivia in die Gesellschaft eingefhrt wird. Obwohl Turner sich der Tatsache bewusst ist, dass er kein angemessener Umgang fr eine Debtantin ist, schweifen seine Gedanken immer wieder zu der schlagfertigen Freundin seiner kleinen Schwester.

Auch in diesem Roman beweist Julia Quinn, dass sie ein wunderbares Hndchen fr berraschende und witzige Dialoge und sympathische Charaktere hat. Miranda ist eine intelligente junge Frau, der von Anfang an bewusst ist, dass ihre Gefhle fr den Viscount als kindliche Schwrmerei begonnen haben und dass das keine Basis fr eine ernsthafte Beziehung ist. Turner hingegen hat sich innerhalb weniger Jahre von einem offenherzigen und freundlichen jungen Mann zu einem verbitterten und egoistischen Wesen gewandelt - und doch kann man ihm sein unmgliches Verhalten anfangs nicht belnehmen.

Als Miranda und Turner sich dann doch nher kommen und sogar der Gedanke an eine Ehe ausgesprochen wird, schlgt die Stimmung aber langsam um. Hatte die Leserin anfangs noch Verstndnis fr das recht lieblose Verhalten des Mannes, versucht er ab der Mitte des Romans, zu sehr ber Miranda zu dominieren. So passend dieses Benehmen fr einen adeligen Mann der Regency-Zeit sein mag, so wenig scheint es mit dem Wesen des Viscount bereinzustimmen. Vor allem, wenn man sich seinen liebevollen und herzlichen Familienhintergrund vor Augen fhrt, ist diese Entwicklung nicht glaubwrdig und trbt etwas das Lesevergngen.

Auch gelingt es Julia Quinn nicht so recht, Spannung in ihre Geschichte einzubauen. Die Probleme zwischen Miranda und Turner entstehen gegen Ende der Handlung vor allem daraus, dass er sich seine Gefhle fr Miranda nicht eingestehen kann - und das reicht eigentlich nicht aus, um die Geschichte befriedigend bis zum Ende zu tragen. Auerdem weckt der Aufbau der Handlung Erinnerungen an "Die Vernunftehe" von Georgette Heyer, nur dass diese Autorin einen realistischeren und befriedigenderen Verlauf fr ihre Liebesgeschichte gefunden hat und in ihrem Roman zeigt, dass aus kleinen Elementen eine berzeugende und mitreiende Liebesgeschichte entstehen kann.

Doch trotz dieser Kritikpunkte ist "Das geheime Tagebuch der Miss Miranda" immer noch ein unterhaltsamer und witziger Regency-Liebesroman von Julia Quinn, der zwar nicht mit den beliebten "Bridgerton"-Titeln der Autorin mithalten, der Leserin aber trotzdem ein paar schne Stunden bereiten kann. Vor allem die witzigen und berraschenden Szenen, die durch Mirandas - viel zu oft verborgenes - Temperament entstehen, die schnen Dialoge zwischen den verschiedenen Charakteren und die niedlichen Tagebucheintrge schaffen einen Ausgleich zu den nicht ganz so gelungenen Elementen in dieser Geschichte.

Fazit:

Mit "Das geheime Tagebuch der Miss Miranda" kann Julia Quinn leider nicht an die Qualitt ihre beliebten "Bridgerton"-Romane heranreichen. Zu deutlich zeigt sich, dass das ursprngliche Manuskript ein Frhwerk der Autorin ist und einige Schwachpunkte aufweist. Doch wer ber das teilweise unstimmige Verhalten des mnnlichen Protagonisten Viscount Turner und die - gerade zum Ende - fehlende Spannung hinwegsehen kann, den erwarten einige sympathische Charaktere, schlagfertige Dialoge und, vor allem zu Beginn, geradezu rhrende Tagebucheintrge. So bietet dieser Roman immer noch eine unterhaltsame Liebesgeschichte.
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