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Dr. Siri sieht Gespenster  Drucken E-Mail
Bcher: Belletristik Krimi & Thriller
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 18. April 2011

Dr. Siri sieht Gespenster

Originaltitel: Thirty-Three Teeth
bersetzt von: Thomas Mohr

2. Band der Reihe

Verlag: Goldmann
Erschienen: August 2010
ISBN: 978-3-442-46693-1
Preis: 8,95 EUR

336 Seiten
Inhalt
9.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.9

Wertung:
8.9
von 10
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Zum Inhalt:

Etwas Wildes und Bses macht die Hauptstadt von Laos unsicher. Es scheint, als wrde ein entlaufener Br hilflose Frauen angreifen und tten. Dr. Siri, der einzige Leichenbeschauer von Laos, hat es aber noch mit einem weiteren Fall zu tun: Auch zwei Tote auf einem Fahrrad geben ihm Rtsel auf. Mit Untersttzung seiner Helfer, der Krankenschwester Dtui und ihres Kollegen Herrn Geung, geht Siri den Todesfllen auf gewohnt unorthodoxe Weise nach. Dabei bekommt er es mit einer seltsamen Holztruhe, einem toten Elefanten und einem geheimnisvollen Grtner zu tun ...

Meinung:

"Dr. Siri sieht Gespenster" ist nach "Dr. Siri und seine Toten" der zweite Teil rund um den ungewhnlichen laotischen Leichenbeschauer. Dabei konzentriert sich Colin Cotterill in diesem Roman noch mehr darauf, laotische Besonderheiten und das Leben mit dem noch jungen Kommunismus in den siebziger Jahren darzustellen, whrend der Kriminalfall eher zu einer Nebensache wird. Doch auch ohne spannende Ermittlungen wird dem Leser die Geschichte rund um Dr. Siri nie langweilig, gibt es doch zu viele amsante Szenen mit dem Pathologen und seinen Freunden und Kollegen zu erleben.

Auch in diesem Buch muss sich Dr. Siri gleich mit mehreren ungewhnlichen Todesfllen auseinandersetzen. Kurz nachdem ein Kragenbr aus einem Kfig des Lane Xang Hotels verschwunden ist, kommt es zu mehreren Todesfllen, bei denen die Opfer anscheinend von einem Raubtier gerissen wurden. Auch zwei Mnner, die tot in der Nhe des Nam-Phou-Brunnens gefunden wurden, stellen den Pathologen und seine beiden Assistenten vor ein Rtsel - vor allem, da es anscheinend keine Verbindung zwischen dem einfachen Arbeiter und dem gepflegten Beamten gibt, obwohl ihre Leichen nebeneinander aufgefunden wurden.

Whrend Dr. Siris engagierte Assistentin, die mollige Krankenschwester Dtui, Recherchen ber Bren und ihre Lebensweise anstellen darf, beschftigt sich Dr. Siri nicht nur mit den Leichen in seiner Pathologie, sondern auch mit den Geistern, die ihm in letzter Zeit vermehrt erscheinen. Nach den Ereignissen in "Dr. Siri und seine Toten" ist der Geist des Schamanen Yeh Ming in dem Mediziner erwacht - und obwohl der Glaube an Geister fr Dr. Siri ebenso selbstverstndlich ist wie fr die meisten anderen Laoten, ist es fr ihn immer noch schwierig, mit den bernatrlichen Vernderungen in seinem Leben umzugehen.

Dank Dr. Siris Verbindung in die Geisterwelt erwarten den Leser einige skurrile, amsante und auch unheimliche Szenen, in denen der Aberglaube der Laoten, ihre Traditionen und ihr Umgang mit den Ahnen im Mittelpunkt stehen. Auch der frisch eingefhrte Kommunismus, der mit aller Hrte von der neuen Regierung umgesetzt wird, hat keinen Einfluss auf diese Lebensweise, obwohl von staatlicher Seite immer wieder versucht wird, die Ausbung der Religion und den Glauben an das bernatrliche einzuschrnken.

So beschreibt Colin Cotterill mit seiner Geschichte eine faszinierende und hufig widersinnige Welt, in der die kommunistischen Ideale schon 1977, gerade mal zwei Jahre nach der Machtergreifung der Kommunisten, verloren zu gehen drohen und in der die Bevlkerung versucht, trotz aller Schwierigkeiten ein gutes Leben zu fhren. Dabei entsteht die Komik in diesem Roman hufig in den kleinen Momenten, die das Scheitern des Systems verdeutlichen. Doch vor allem sind es die liebenswerten Charaktere, mit denen der Autor den Leser fesselt.

Der eigensinnige Dr. Siri, der zwar jederzeit bereit ist, den Leuten in seiner Umgebung zu helfen, aber keinerlei Geduld mit der Dummheit der Menschen hat, und die Krankenschwester Dtui, die trotz aller Widrigkeiten hofft, dass sie eines Tages studieren kann, wachsen dem Leser ebenso schnell ans Herz wie die vielen kleinen Nebenfiguren. Jede von ihnen wird von dem Autor so glaubwrdig zum Leben erweckt, dass man - bei aller Fremdheit mit dem laotischen Leben und Denken - Anteil nimmt und sich Gedanken ber die Zukunft dieser Menschen macht.

Fazit:

Auch mit "Dr. Siri sieht Gespenster", dem zweiten Roman rund um den ungewhnlichen laotischen Pathologen, ist es Colin Cotterill gelungen, den Leser zu fesseln. Der Reiz dieser Geschichte entsteht weniger aus einem spannenden Kriminalfall als aus der unterhaltsamen Erzhlweise, die einem Laos und seine Einwohner in den 70er-Jahren nher bringt. Dabei konzentriert sich der Autor in diesem Band nicht nur strker auf den Aberglauben der Laoten, sondern auch auf den Kontrast zwischen den kommunistischen Idealen und der Realitt fr die Bevlkerung. Skurrile, komische und faszinierende Szenen sorgen dafr, dass der Leser dieses Buch erst aus der Hand legen kann, wenn er bei der letzten Seite angelangt ist.
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