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Geisterjäger John Sinclair Classics 04: Das Leichenhaus der Lady L. (Hörspiel)  Drucken E-Mail
Hörbücher: Unterhaltung Horror
Geschrieben von Konstanze Tants   
Samstag, 2. April 2011

Geisterjäger John Sinclair Classics 04: Das Leichenhaus der Lady L.

Art der Lesung: Hörspiel
Medienanzahl: 1 CD

4. Teil der Reihe

Label: Lübbe Audio
Erschienen: November 2010
ISBN: 978-3-7857-4242-6
Preis: 7,99 EUR
Inhalt
5.0
Sprecher
8.0
Bearbeitung
7.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
6.4

Wertung:
6.4
von 10
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Zum Inhalt:

Das Schloss war alt. Sehr alt. Seine Geschichte barg ein dunkles Geheimnis, das beinahe in Vergessenheit geraten wäre. Erst als nach der Jahrtausendwende das Schloss zu einem Internat für Mädchen aus wohlhabenden Familien umgebaut wurde, sollte sich der alte Fluch wieder erfüllen. Es kam, wie es kommen musste. Bereits fünf Monate nach der feierlichen Einweihungsfeier geschah der erste Mord!

Meinung:

"Das Leichenhaus der Lady L." ist die vierte Folge der Classics-Reihe und basiert - wie auch die anderen Classics-Veröffentlichungen - auf den Gespenster-Krimis von Jason Dark. Und auch dieser Geschichte merkt man, trotz der Bearbeitung durch Oliver Döhring, ihr Alter und die damals noch fehlende Routine des Autors an. Dabei beginnt die Handlung wieder mit einer Szene, die den Hörer an die - inzwischen Kult gewordenen - Schwarzweiß-Horrorfilme mit Bela Lugosi erinnert. Hier wird Lady Laduga von ihrem Ehemann Istvan auf frischer Tat bei einem Seitensprung mit einem Jüngling erwischt - und zur Strafe bei lebendigem Leib eingemauert.

Viele Jahrzehnte später soll das Schloss in der Nähe von Hillside als Mädcheninternat fungieren. Doch wenige Monate nach der Eröffnung der Schule wird die junge Linda, nachdem sie nach einer Verabredung mit ihrem Freund Frank eine Abkürzung durch den Wald in der Nähe des Internats nehmen wollte, angegriffen. Der örtliche Polizist Sandford muss bei dem Vorfall bald an die Geschehnisse vor knapp dreißig Jahren denken, als eine Mordserie die Gegend erschütterte. So beschließt Peter Sandford, dass dieser Fall in die Zuständigkeit der neu eingerichteten Scotland-Yard-Abteilung gehört, die sich mit ungewöhnlichen Fällen beschäftigt.

John Sinclair wird von seinem Chef Sir Powell mit der Untersuchung der Ereignisse beauftragt und tritt als neuer "Psychologielehrer" eine Stelle im Internat an. Dabei findet er schon in seiner ersten Nacht auf dem Schloss in der Bibliothek Informationen über die bewegte Vergangenheit des Gebäudes. Parallel dazu hält sein Freund, der Reporter Bill Conolly, im Ort die Ohren nach ungewöhnlichen Ereignissen auf und stolpert so über die Legende rund um das Totenhaus der Lady L., welches im Wald nahe dem Schloss liegt.

Wie schon in den ersten drei Folgen der Classics ist auch hier John Sinclair - trotz der vorhergehenden Ereignisse - noch immer sehr ungläubig, wenn es um den übernatürlichen Aspekt seiner neuen Fälle geht. Dazu kommen in "Das Leichenhaus der Lady L." noch Szenen, bei denen der Inspektor sich gegenüber seiner neuen Sekretärin und seinem Vorgesetzten Sir Powell eher respektlos benimmt. Das alles soll vermutlich zeigen, wie jung und unerfahren John Sinclair im Vergleich zu den späteren Folgen ist, wirkt hier aber deplaziert und überzogen.

Dafür ist es sehr schön mitzuerleben, dass John Sinclair in seinen Anfangszeiten als "Geisterjäger" noch keine übermächtigen Hilfsmittel und Verbündeten an seiner Seite hat und sich mit seinen übernatürlichen Gegner auf gewöhnliche Weise auseinandersetzen muss. Allerdings sorgt das auch dafür, dass der Inspektor nicht immer die beste Figur bei seinen Ermittlungen macht, und so ist er auch bei dem Fall rund um die unheimliche Lady L. am Ende darauf angewiesen, dass ihm sein Freund Bill Conolly aus der Patsche hilft.

Insgesamt ist "Das Leichenhaus der Lady L." - trotz eines ansprechenden Anfangs - eher eine durchschnittliche Folge ohne große Höhen und Tiefen. Das führt wieder einmal dazu, dass es vor allem die guten Sprecher und die ansprechende Geräuschuntermalung sind, die die nicht so überzeugende Geschichte doch noch zu einem unterhaltsamen Hörerlebnis machen. Während Frank Glaubrechts Stimme sich für einen aufmüpfigen und jungen John Sinclair doch etwas zu gestanden anhört, kann Marion von Stengel als Lady Laduga in den Anfangsszenen wirklich überzeugen und Detlef Bierstedt liefert die gewohnt gute Leistung als Bill Conolly. Auch bei den Nebenrollen wie dem Polizisten Peter Sandford (Jörg Hengstler), Linda Carrigan (Berenice Weichert) und ihrem Freund Frank Gibson (Dennis Schmid-Foß) wurde auf die passende Besetzung geachtet.

Fazit:

Obwohl "Das Leichenhaus der Lady L." so atmosphärisch anfängt wie ein klassischer Horrorfilm mit Bela Lugosi, kann auch die moderne Umsetzung nicht darüber hinwegtäuschen, dass dies eine der ersten - und noch nicht so routiniert geschriebenen - Geschichten rund um den Geisterjäger John Sinclair war. So kann man zwar verfolgen, dass der Inspektor von Scotland Yard sich im Kampf gegen das Übernatürliche vor allem auf seinen Verstand verlassen muss, muss aber auch damit leben können, dass John Sinclair sich unpassend respektlos gegenüber seinem Vorgesetzten und seiner Sekretärin benimmt. Über die Besetzung dieses Hörspiels kann man sich hingegen erneut nicht beschweren, denn die Sprecher leisten zum Großteil wieder überzeugende Arbeit, die den Hörer über die Schwächen der Handlung hinwegsehen lässt.
Weiterführende Infos

Hörprobe:

 
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