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Northanger Abbey (Hörbuch)  Drucken E-Mail
Hörbücher: Unterhaltung Liebe & Romantik
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 22. März 2009

Northanger Abbey

Gelesen von: Fritzi Haberlandt
Originaltitel: Northanger Abbey
Art der Lesung: gekürzt
Medienanzahl: 6 CDs

Erschienen: September 2008
ISBN: 978-3-86604-801-0
Preis: 29,95 EUR
Inhalt
8.0
Sprecher
9.0
Bearbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.3

Wertung:
8.3
von 10
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Zum Inhalt:

Catherine Morland ist jung, aber weder hübsch noch vermögend. Doch die junge Frau ist von so gefälligem Wesen, dass Freunde ihrer Eltern sie mit auf eine Reise nach Bath nehmen, wo sie ihre ersten Schritte in der Gesellschaft unternimmt. Voller Naivität erlebt Catherine ihre ersten Bälle, findet eine beste Freundin und Gefallen an einem jungen Mann. Allerdings muss sie auch feststellen, dass nicht jeder Mensch so herzensgut ist wie sie selbst.

Meinung:

"Northanger Abbey" ist eines der erste Werke von Jane Austen, auch wenn das Buch erst nach ihrem Tod veröffentlicht wurde. Die Geschichte der naiven Catherine Morland wurde von der Autorin als Satire auf Schauerromane wie die von Ann Radcliffe geschrieben, deren Werk "Die Geheimnisse von Udolpho" die Heldin dieses Buches mit großem Vergnügen verschlingt.

Catherine Morland ist ein nettes, durchschnittliches Mädchen, das aus einer angesehenen Familie kommt und zusammen mit seinen neun Geschwistern friedlich in der kleinen, ländlichen Gemeinde Fullerton aufwuchs. Ihr gefälliges Wesen sorgt dafür, dass sie von dem Ehepaar Allen, Freunden ihrer Eltern, eingeladen wird, sie auf ihrer Reise nach Bath zu begleiten. Für Catherine ist diese Fahrt in den mondänen Kurort ein aufregendes Abenteuer voller Glück verheißender Möglichkeiten.

Der jungen Frau eröffnet sich eine ganz neue Welt mit gleichaltrigen Freundinnen, Bällen, bei denen man fremde Herren kennenlernen kann, und Spaziergängen, bei denen es darum geht, den schönsten Tand für die Kleidung zu besorgen. Ihre Freundlichkeit führt schnell zu einer engen Beziehung zur schönen Isabella Thorpes, aber auch zu einer Bekanntschaft mit Henry Tillney und seiner reizenden Schwester Eleanor. Doch schnell muss die naive Catherine feststellen, dass es nicht so leicht ist, zwischen echten Freundschaften und anderen Bekanntschaften zu unterscheiden.

Als sie dann noch zu einem Besuch in Northanger Abbey bei der Familie Tillney eingeladen wird, schwankt die junge Frau zwischen den Flausen, die ihr ihre Lieblingsromane wie "Die Geheimnisse des Udolpho" in den Kopf gesetzt haben, und der nicht ganz unbegründeten Hoffnung auf die Verbindung mit einem reizenden jungen Mann, der ihre Zuneigung erwidert. Einfach wird dieser Aufenthalt in der ehemaligen Abtei für Catherine nicht. Das Mädchen bringt sich nicht nur selbst in so manche peinliche Situation, sondern muss auch erleben, dass es und seine Familie bei ihrem Gastgeber in Misskredit gebracht werden.

Im Gegensatz zu den bekannteren Figuren von Jane Austen, wie Elinor Dashwood aus "Verstand und Gefühl" oder Elizabeth Bennet aus "Stolz und Vorurteil", ist Catherine Morland keine geistreiche und selbstbewusste junge Frau, die weiß, was sie will, und deren gewitzte Bemerkungen von einer erschreckend genauen Beobachtungsgabe zeugen. Stattdessen bekommt der Hörer mit der Tochter eines Geistlichen ein naives Mädchen präsentiert, das oft genug wie ein dummes Gänschen wirkt und in seiner Gutgläubigkeit schnell auf eine erfahrenere Freundin hereinfällt. Und doch ist Catherine so liebevoll von Jane Austen beschrieben worden, dass man mit ihr und ihrer Naivität nicht die Geduld verliert, sondern amüsiert miterlebt, wie die junge Frau mit jeder schlechten Erfahrung und Dummheit, zu der sie sich verleiten lässt, ein Stückchen erwachsener wird.

Fritzi Haberlandt liest "Northanger Abbey" so gelungen, dass es für den Hörer ein Genuss ist, den Erlebnissen der unerfahrenen Catherine zu lauschen. Es gelingt der Sprecherin, die Unschuld der jungen Dame ebenso treffend zum Ausdruck zu bringen wie die pointierte Sicht der Erzählerin, die mit beinah liebevollen Bemerkungen dem Leser die verschiedenen Missstände vor Augen führt - und immer wieder bekräftigt, dass Catherine doch alles andere als eine Romanheldin sei. Doch vor allem betont Fritzi Haberlandts Arbeit die wundervolle Sprache von Jane Austen, in der sich der Hörer regelrecht verlieren kann.

Fazit:

In Jane Austens "Northanger Abbey" begegnet dem Hörer keine gewitzte junge Dame, die mit scharfer Zunge ihre Beobachtungsgabe beweist. Stattdessen ist Catherine Morland ein so naives Mädchen, dass sie selbst in einem beschaulichen Kurort wie Bath mit so manchem gesellschaftlichen Problem überfordert ist. Doch das junge Fräulein wird von der Autorin so liebevoll beschrieben, dass der Hörer nicht an ihrer Gutgläubigkeit verzweifelt, sondern amüsiert miterlebt, wie sie mit jedem kleinen Erlebnis ein wenig erwachsener wird. Betont wird diese Wandlung von der gekonnten Lesung Fritzi Haberlandts. Die Sprecherin gibt nicht nur Catherines Unschuld, sondern auch die treffenden Beschreibungen der Erzählerin in dieser Geschichte überaus passend wieder.
Weiterführende Infos

Hörprobe:

 
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