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Schwarze Nächte - 32 Krimi-Geschichten zum Wachbleiben (Hörbuch)  Drucken E-Mail
Hörbücher: Unterhaltung Krimi & Thriller
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 25. Oktober 2009

Schwarze Nächte - 32 Krimi-Geschichten zum Wachbleiben

Art der Lesung: ungekürzt
Medienanzahl: 8 CDs

Erschienen: Februar 2009
ISBN: 978-3-86717-397-1
Preis: 19,99 EUR
Inhalt
7.0
Sprecher
6.0
Bearbeitung
8.0
Preis/Leistung
10.0
Gesamtwertung
7.4

Wertung:
7.4
von 10
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Zum Inhalt:

Mit "Schwarze Nächte - 32 Krimi-Geschichten zum Wachbleiben" bringt der Hörverlag vier Hörbücher gesammelt auf den Markt, die schon früher einzeln oder als Doppelpack erhältlich waren. Genau genommen beinhaltet dieser Schuber "Böse-Nacht-Geschichten: Mords-Frauen" (CD 1), "Böse-Nacht-Geschichten: Mords-Kerle" (CD 2), "Mörderisch gute Nachtgeschichten von bösen Frauen" (CD 3) und "Mörderisch gute Nachtgeschichten von bösen Kerlen" (CD 4) sowie "Die 7 Todsünden" (CD 5+6) und "Tödliche Elemente" (CD 7+8).

Meinung:

Hinter jedem einzelnen Hörbuch in dieser Sammlung steckt die gleiche Idee: Kurzgeschichten bekannter Krimiautoren werden von bekannten deutschen Schauspielern gelesen. Der Begriff "Krimi-Geschichten" wurde für diese Hörbuchzusammenstellung sehr weit gefasst, denn vom eher gemütlichen (englischen) Krimi über Thriller bis zur Vampir- oder Geistererzählung oder gar Science-Fiction ist hier jedes spannende Genre vertreten. So findet der Hörer in "Schwarze Nächte" eine Geschichte für jede Stimmung und jeden Geschmack, vom humorvollen oder skurrilen Beitrag über die klassische Kriminalgeschichte und den nervenraubenden Thriller bis hin zur fantastischen Erzählung mit Horrorelementen.

So unterschiedlich die verschiedenen Geschichten sind, so sehr schwanken auch die Leistungen der Sprecher. Gleich zu Beginn bekommt der Hörer mit "Ein süßer Tod" von Veronica Ferres nicht gerade eine Glanzleistung präsentiert. Die Geschichte von Andreas Franz (der vom Ansager auch noch als "Andreas Frank" angekündigt wird) erzählt eine klassische Kriminalgeschichte von einem verheirateten Mann und den tödlichen Folgen, die seine Liebschaft mit einer Lehrerin mit sich bringen. Doch leider gelingt es der Sprecherin in keiner Weise, die sanften, ironischen oder gar grausamen Untertöne in den Dialogen zum Ausdruck zu bringen. Emotionslos liest sie den Text ab, ohne den Charakteren eine eigene Färbung zu verpassen oder durch Pausen Akzente zu setzen. Abgesehen davon, dass dieser Vortrag für den Hörer nicht gerade einen Genuss darstellt, verdirbt sie so auch die Pointe der Geschichte.

Zum Glück kann Maria Furtwängler mit Tanja Kinkels Geschichte über "Mrs. Shakespeare" diesen ersten negativen Eindruck wieder ausgleichen. Ihr gelingt es, die eher deftige Geschichte so passend zu präsentieren, dass der Hörer zwischen Belustigung und Unglauben hin- und hergerissen wird. Auch bei den männlichen Sprechern gibt es einige, die positiv aus der Masse herausstechen, wie zum Beispiel Axel Milberg ("Der Teppich" von Frank Schätzing) oder Sky du Mont, der "Donau so grau" von Ingrid Noll sehr routiniert vorträgt.

Spätestens bei Heikko Deutschmann, der die Geschichte "Hamlet 2007" von Wolfgang Hohlbein mit seiner angenehmen Stimme sehr einfühlsam liest, wird deutlich, dass die Schauspieler, die schon Erfahrungen als Hörbuch-Leser oder Synchronsprecher haben, in der Regel eine wesentlich bessere Leistung abliefern als ihre noch unerfahrenen Kollegen. Gerade bei den nicht so routinierten Sprecherinnen hört man deutlich, dass sie ein Problem damit haben, Männer überzeugend zu lesen. Vor allem Marie Bäumer ("Auftrag ausgeführt" von Val McDermid) lässt die männlichen Figuren alle ein wenig betrunken klingen, was doch etwas irritierend ist.

Doch manchmal kann auch eine nicht ganz so professionelle Leistung erstaunlich gut zur dargebotenen Geschichte passen. Barnaby Metschurat liest "Die Mausefalle" eigentlich zu schnell, als dass man der Handlung anfänglich gut folgen kann. Und doch passt seine Darbietung erstaunlich gut zu der Hauptfigur, die Michael Crichton für seinen Kurzkrimi erschaffen hat. Der junge Informatiker gerät in Versuchung, Firmengeheimnisse zu verkaufen, und während er zu Beginn der Geschichte noch sehr selbstbewusst und überheblich ist, wird er im Laufe der Handlung immer ängstlicher und unsicherer, was sich sehr schön in der jung wirkenden Stimme des Sprechers spiegelt.

Die Länge der einzelnen Geschichten schwankt zwischen knapp sieben Minuten ("Schau hin" von Kai Meyer) und einer guten Stunde ("Unten in der Dunkelheit" von Dean Koontz), sodass man für jede Gelegenheit - von der kurzen Entspannung bis zum gemütlichen Hörbuchabend - etwas findet. Zum Teil (auf der CD, die als "Böse-Nacht-Geschichten: Mords-Frauen" auf den Markt kam) werden die verschiedenen Titel durch unheimliche Musik voneinander abgegrenzt.

Fazit:

Trotz der schwankenden Qualität - vor allem bei den Leistungen der Sprecherinnen und Sprecher - ist "Schwarze Nächte - 32 Krimi-Geschichten zum Wachbleiben" ein reizvolles Angebot vom Hörverlag. Selbst wer schon die eine oder andere CD aus dieser Zusammenstellung in seinem Besitz hat, wird bei dem überaus günstigen Preis für diese Sammlung den Kauf gewiss nicht bereuen, sondern sich stattdessen an den spannenden und überraschenden Geschichten und der Vielfalt der berühmten - und häufig auch talentierten - Sprecher erfreuen.
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