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Eine wie Alaska (Hörbuch)  Drucken E-Mail
Hörbücher: Unterhaltung Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 18. Oktober 2009

Eine wie Alaska

Gelesen von: Andreas Fröhlich
Originaltitel: Looking for Alaska
Art der Lesung: ungekürzt
Medienanzahl: 4 CDs

Label: Silberfisch
Erschienen: August 2008
ISBN: 978-3-86742-642-8
Preis: 19,95 EUR
Inhalt
8.0
Sprecher
9.0
Bearbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.3

Wertung:
8.3
von 10
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Zum Inhalt:

Sie ist schön, er durchschnittlich. Sie ist verletzlich, er hat ein dickes Fell. Sie ist euphorisch, voller verrückter Ideen, er neu an der Schule und natürlich verliebt in sie: Alaska. Wo führt das hin? Sie die Sonne des Internats, Miles einer der Planeten, die um Alaska kreisen. Alaska mag Lyrik, nächtliche Diskussionen über philosophische Absurditäten, heimliche Glimmstängel im Wald und die echte wahre Liebe. Miles ist fasziniert - und mächtig überfordert. Wie kann er einem solchen Wesen begegnen, ohne sich in ihm zu verlieren? Und überhaupt: Wer ist Alaska? Sie gibt so wenig von sich preis.

Meinung:

John Green beschreibt in "Eine wie Alaska" mit Miles einen recht durchschnittlichen Jungen, dessen Hobby darin besteht, die letzten Worte verstorbener Berühmtheiten zu sammeln. Und da er sich an seiner Schule in Florida nicht wohlfühlt, keine Freunde hat und immer noch darauf hofft, dass er an einen anderen Ort besser passt, bittet er seine Eltern, ihn auf das Internat zu schicken, das schon sein Vater besucht hat.

Kaum in Zimmer 43 in Culver Creek angekommen, bekommt Miles von seinem neuen Mitbewohner Chip, genannt der Colonel, auch schon einen Spitznamen verpasst. Er ist es auch, der Miles in die Schulgepflogenheiten einführt und ihn mit einigen seiner Mitschüler bekannt macht. Schnell gehört Miles (oder auch Pummel) zu der kleinen Clique rund um das Mädchen Alaska. Von ihr ist der Junge auf den ersten Blick fasziniert. Sie ist so ganz anders als die Mädchen, die er bis jetzt kennengelernt hatte.

Alaska ist nicht hübsch, sondern schön, sie ist von sich und ihren Ansichten überzeugt, diskutiert mit Hingabe und bringt die Jungen immer wieder mit ihren impulsiven Handlungen in Schwierigkeiten. So langweilig Miles' Leben früher war, so sehr genießt er diese Wochen mit Alaska und dem Colonel und ihrem gemeinsamen Freund Takumi. Aber seine neue Clique überrollt ihn auch oft mit ihren Ideen und philosophischen Erkenntnissen. Während Miles noch versucht, mit seinem Gefühlschaos fertig zu werden, kommt es in einer Nacht zu einer rasanten und schrecklichen Entwicklung.

Sprachlich hebt sich John Green deutlich von den meisten Geschichten für Jugendliche ab. Zum Teil sehr gewählt und zum Teil überraschend abstrakt drücken sich seine Hauptfiguren aus, doch dies unterstreicht nur die Suche der Charaktere nach den Antworten auf all ihre Fragen. Sie sind jung und sie versuchen das Leben zu verstehen, indem sie sich über Bücher, Religionen und Philosophie unterhalten. Und doch sind sie auch ganz normale Jugendliche, die ihre Grenzen austesten wollen, sich gegenseitig Streiche spielen und erste Erfahrungen in der Liebe sammeln.

Schon von Anfang an kann man als Hörer einen Countdown verfolgen, der darauf hinweist, dass eines Tages etwas Einschneidendes passieren wird - und als dieser Moment dann kommt, muss man ebenso mit den Geschehnissen fertig werden wie Miles und der Colonel. John Greens wunderbare und - auf angenehme Weise - gehobene Erzählweise und Andreas Fröhlichs hervorragende Arbeit als Leser dieses Hörbuchs sorgen dafür, dass man mit den Figuren zusammen die Ereignisse erleben kann.

Dem Sprecher gelingt es, jedem Charakter einen ganz eigenen Unterton zu verpassen und so die verschiedenen Eigenschaften dezent zu betonen. Die Forschheit des Colonels und die Unsicherheit, die er damit überspielt, kommen dabei ebenso zum Ausdruck wie Miles' Freude darüber, endlich einen Freundeskreis zu haben. Doch besonders die Betroffenheit in Andreas Fröhlichs Stimme am Ende des Hörbuchs nimmt den Leser mit nach Culver Creek und lässt ihn mit den Jugendlichen mitfühlen.

Obwohl Alaskas Geheimnis eigentlich recht schnell durchschaubar ist, geht es weniger darum, dass die Jungen herausfinden, was genau in dieser einen Nacht passiert ist, sondern darum, dass sie mit den Folgen von Alaskas Tat fertig werden und einen Weg finden müssen, auch in Zukunft damit zu leben. Für den Hörer bietet "Eine wie Alaska" so eine lustige, spannende und letztendlich sehr emotionale Geschichte, die sich deutlich von einem durchschnittlichen Jugendroman abhebt und noch lange in einem nachklingt.

Fazit:

John Greens Erzählweise hebt sich deutlich von durchschnittlichen Jugendromanen ab. Seine gehobene Sprache und Andreas Fröhlichs wirklich gelungene Lesung machen das Hörbuch "Eine wie Alaska" zu einem anfangs amüsanten und später mitreißenden Erlebnis. Mit Miles zusammen lernt man das Internat Culver Creek und seine neuen Freunde kennen und mögen, und mit ihm zusammen muss man am Ende mit dem fertig werden, was sich das Mädchen Alaska eines Nachts angetan hat.
Weiterführende Infos

Hörprobe:

 
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