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Die Vampirschwestern 1: Eine Freundin zum Anbeißen (Hörbuch)  Drucken E-Mail
Hörbücher: Unterhaltung Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Mittwoch, 25. März 2009

Die Vampirschwestern 1: Eine Freundin zum Anbeißen

Gelesen von: Claudia Kühn
Art der Lesung: gekürzt
Medienanzahl: 2 CDs

1. Teil der Reihe

Label: JUMBO
Untergenre: Fantasy
Erschienen: Februar 2009
ISBN: 978-3-8337-2339-1
Preis: 14,95 EUR
Inhalt
8.0
Sprecher
9.0
Bearbeitung
8.0
Preis/Leistung
6.0
Gesamtwertung
8.0

Wertung:
8.0
von 10
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Zum Inhalt:

Ach, wären die halbvampirischen Zwillinge Daka und Silvania doch wieder in Transsilvanien. Dort könnten sie ungestört kopfüber von der Decke "abhängen", durch die Gegend fliegen und nachts in die Schule gehen! Ganz anders als in ihrer neuen Heimat Deutschland. Die Schwestern müssen hier den ganzen Tag "durchmachen", in eine normale Schule mit normalen Menschen gehen - und dazu lauern an jeder Ecke Gefahren wie Rolltreppen und Straßenbahnen. Doch mit ihrer Klassenkameradin Helene ist Rettung in Sicht, und vielleicht auch die erste beste Freundin.

Meinung:

Für die Zwillinge Daka und Silvania Tepes bedeutet der Umzug nach Deutschland nicht nur, dass sie in eine neue Schule gehen werden - was schon für normale Mädchen schlimm genug sein kann -, sondern auch, dass sie sich wie gewöhnliche Menschen benehmen müssen. Ihre Mutter hat ihnen nämlich "sieben radikale Regeln für das Leben von Halbvampiren unter Menschen" auferlegt, die dafür sorgen sollen, dass ihre Töchter in Bindburg nicht unangenehm auffallen.

Es ist gar nicht so einfach, sich auf einmal das Fliegen bei Tageslicht sowie die kleinen Snacks aus Fliegen und Käfern abzugewöhnen und immer darauf zu achten, dass man Spiegel meidet und sich stattdessen gründlich mit Sonnencreme schützen und wöchentlich mit einer Dentiküre die Eckzähne kürzen muss. Doch vor allem auf die kleinen übernatürlichen Fähigkeiten wie zum Bespiel das praktische "Flopsen" können die beiden Mädchen nur sehr schwer verzichten. In dieser Beziehung war ihr Leben zusammen mit anderen Vampiren in Transsilvanien doch deutlich einfacher.

So gibt es für die beiden Halbvampirmädchen viele Situationen, in denen sie sich daneben benehmen, weil sie einfach nicht wissen, wie ein richtiger Mensch sich verhalten würde. Nur gut, dass die Vampirschwestern zu zweit sind, denn so ist es nicht ganz so schlimm, wenn man von der ganzen Klasse verdächtigt wird, gepupst zu haben, seinen Lehrer mit einer Tomate bekleckert oder gar in der Sportstunde das Bewusstsein verliert, nachdem man lauthals ein vampirisches Volkslied zum Besten gegeben hat.

Franziska Gehm ist es hervorragend gelungen, die beiden unterschiedlichen Schwestern und ihre Eingewöhnungsprobleme in der kleinen deutschen Stadt Bindburg darzustellen. Und während sich der Anfang, bei dem man die chaotische, aber liebenswerte Familie Tepes erst einmal kennenlernt, im Roman ein klein wenig hinzieht, nimmt das Hörbuch einen dank der gelungenen Lesung von Claudia Kühn sofort gefangen.

Liebevoll beschreibt die Autorin die verschiedenen Charaktere, erzählt von der Liebesgeschichte zwischen der menschlichen Elvira und ihrem vampirischen Ehemann, von Dakas sehnlichstem Wunsch, ein echter Vampir zu sein, und Silvanias Sehnsucht, wie ein normaler Mensch zu leben. Gerade die Gegensätze zwischen den Zwillingen machen die beiden Mädchen so sympathisch und bieten den jugendlichen Hörerinnen die Möglichkeit, sich mit ihnen zu identifizieren.

Neben den gelungenen Charakteren überzeugt "Eine Freundin zum Anbeißen" auch durch eine witzige und spannende Handlung. Die Familie Tepes ist zu ihrem großen Pech gerade in die Siedlung gezogen, in der ein Mann wohnt, der fest an die Existenz von Vampiren glaubt und es sich zur Aufgabe gemacht hat, diese Blutsauger zu vernichten. Aber auch Mihai Tepes' eigenmächtige Aktionen, als er glaubt, dass sich der Vermieter von Elviras neuem Laden mehr für seine Frau interessiert, als es sich gehört, oder das seltsame Benehmen einiger Mitschüler der Zwillinge sorgen für amüsante Situationen und einige heikle Momente.

Claudia Kühn gelingt es - ohne dabei zu übertreiben - jeder Figur einen ganz eigenen Ausdruck zu verleihen. So macht Mihai Tepes' starker Akzent ihn nur noch liebenswerter, während Dakas raue Stimme die burschikose Seite der Halbvampirin betont. Durch ihre gelungene Arbeit holt die Sprecherin wirklich das Beste aus der Romanvorlage heraus und macht das Hörbuch zu einem wahren Vergnügen. Auch die technische Bearbeitung gibt keinen Grund zur Klage und die Kürzungen der Romanvorlage sind so geschickt vorgenommen worden, dass es dem Hörer kaum auffällt. Allerdings verwundert es schon ein wenig, dass der Verlag auf die Nennung des Titels, der Autorin und der Kapitelüberschriften - die der Geschichte ja deutlich Struktur verleihen und neugierig auf die kommenden Ereignisse machen - verzichtet hat.

Mit fast 15 Euro ist dieses Hörbuch ein wenig teurer, als man es normalerweise bei einem Umfang von zwei CDs erwarten sollte. Doch dafür beträgt die Laufzeit pro CD fast 80 Minuten, was wiederum mehr Spielzeit ist, als man in der Regel bei Hörbüchern für Kinder und Jugendliche geboten bekommt. Den Ein- und Ausklang der Geschichte bildet eine angenehme, jazzig angehauchte Musik, die den Hörer von der ersten Minute an in die richtige Stimmung bringt.

Fazit:

Die amüsante und spannende Handlung von "Eine Freundin zum Anbeißen" wird von der Sprecherin Claudia Kühn wirklich gelungen wiedergegeben. Ihr gelingt es, den verschiedenen Figuren ein ganz eigenes Profil zu verleihen und ihre Eigenarten mit ihrem Vortrag zu unterstreichen. Die vielfältigen Charaktere und der wunderbare Humor der Autorin Franziska Gehm sorgen für ein amüsantes Hörvergnügen, während die offenen Fragen am Ende der Geschichte einen gespannt auf die Fortsetzung "Ein bissfestes Abenteuer" warten lassen.
Weiterführende Infos

Hörprobe:

 
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