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Geisterjäger John Sinclair 45: Die Teufelsuhr (Hörspiel)  Drucken E-Mail
Hörbücher: Unterhaltung Horror
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 16. November 2008

Geisterjäger John Sinclair: Die Teufelsuhr

Art der Lesung: Hörspiel
Medienanzahl: 1 CD

45. Teil der Reihe

Label: Lübbe Audio
Erschienen: Juli 2008
ISBN: 978-3-7857-3370-7
Preis: 7,95 EUR
Inhalt
5.0
Sprecher
8.0
Bearbeitung
6.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
6.2

Wertung:
6.2
von 10
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Zum Inhalt:

Die Männer verrichteten schweigend ihre schreckliche Arbeit. Es kam, wie sie es vorgesehen hatten: Die Leute im Dorf akzeptierten das frühe Ableben ihres Pfarrers. Die Zeit deckte den Mantel des Vergessens über alles. Bald wusste niemand mehr von der Existenz der Gräber. Doch sie existierten. Und mit ihnen ein grauenvoller Fluch, der sich über 100 Jahre später erfüllen sollte.

Meinung:

Im 45. Teil der Hörspielreihe um den Geisterjäger John Sinclair wird der Handlungsstrang um die Mordliga angenehmerweise einmal unterbrochen. "Die Teufelsuhr" führt den Hörer stattdessen zu einer Verlobungsfeier in einem alten Haus an der walisischen Küste, auf der unheimliche Vorgänge schnell für eine Trübung der ausgelassenen Stimmung sorgen.

Besonders atmosphärisch ist in dieser Folge der Anfang gelungen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verschwinden in dem kleinen Ort Miltonbury in Wales drei kleine Kinder auf rätselhafte Weise. Die einflussreichen Männer des Dorfes kommen zu dem Schluss, dass nur das leibhaftige Böse (bzw. ein Mensch, der glaubt, damit dem Leibhaftigen zu dienen) für solche Taten verantwortlich sein kann. Ihre Überlegungen bringen sie dazu, in das Herrenhaus eines Antiquitätenhändlers aus London einzudringen, wo sie eine grauenhafte Entdeckung machen.

Über hundert Jahre später wird John Sinclair von einer alten Freundin, der Schauspielerin Nadine Berger, zu ihrer Verlobungsfeier im Haus ihres Zukünftigen eingeladen. Nachdem das Anwesen schon seit langer Zeit im Familienbesitz ist, hatte Don Mitchell es anlässlich seiner geplanten Hochzeit renoviert und neu eingerichtet, in der Hoffnung, in dem prächtigen Herrenhaus an den Klippen in Zukunft mit seiner Nadine zu leben. Doch die junge Frau fühlt sich in dem Anwesen nicht wohl. Unheimliche Kinderstimmen und das Getrappel von Füßen sind in der Nacht zu hören und machen Nadine Angst, während Don weiterhin darauf besteht, dort die Feier abzuhalten.

Auf dem Weg zur Verlobungsfeier trifft John noch auf Marion Mitchell, die lebenslustige Schwester von Nadines Verlobtem Don. Kaum in dem Anwesen an den Klippen angekommen, passiert ein schrecklicher Mord. Marion, die die einzige Augenzeugin dabei ist, schwört, dass der junge Mann von einer schreckenerregenden Kindergestalt mit einer Teufelsfratze getötet wurde. John eilt zu seinem Wagen, um seinen Koffer mit seinen Waffen zu holen, und wird hinterrücks niedergeschlagen.

Während der Anfang in dem kleinen walisischen Dorf Miltonbury wirklich sehr schön gruselig in Szene gesetzt wird, geht die schauerliche Stimmung auf der Verlobungsfeier etwas verloren. Auch wenn die Sprecher bei diesem Hörspiel wieder eine sehr gute Arbeit abliefern und besonders die Leistung von Elisabeth Günther als Nadine Berger und Manja Doering als Marion Mitchell herausgestellt werden muss, gibt es auch einige nicht so ansprechende Aspekte in dieser Folge.

Neben der Figur des Don Mitchell, bei dem sich der Hörer von der ersten Minute an fragt, warum sich Nadine Berger mit so einem rücksichtslosen, eifersüchtigen und nervenden Menschen überhaupt verlobt hat, stört der unangenehme Effekt, der bei den dämonischen Kindererscheinungen eingesetzt wird. So gelungen der Umgang von WordArt mit Hintergrundgeräuschen und Toneffekten normalerweise ist, so wenige gruselig sind die Kinderstimmen in dieser Folge geraten. Auch ist die Auflösung der Folge von Oliver Döring etwas sehr abrupt beendet worden, und so verschenkt er einiges an Spannungspotenzial, welches man aus dieser Geschichte noch hätte herausholen können.

Doch trotz dieser Kritikpunkte ist es sehr angenehm, mal wieder eine einzelne Folge zu hören, die sich nicht um die große Geschichte rund um die Mordliga dreht, und mitzuverfolgen, wie viel Spaß die Beteiligten wohl alle an der Produktion der John-Sinclair-Hörspiele haben. Joachim Kerzel (Erzähler) und Frank Glaubrecht (John Sinclair) liefern die gewohnt gute Leistung, während sich auch die neuen Sprecher wie Elisabeth Günther (Nadine Berger), Dietmar Wunder (Don Mitchell), Manja Doering (Marion Mitchell) und Ernst August Schepmann (Patrick Kiboran) mit ihrer Arbeit nicht verstecken müssen.

Fazit:

Zur Abwechslung bietet die 45. Folge der John-Sinclair-Hörspiele, "Die Teufelsuhr", keine Geschichte rund um die Mordliga, sondern führt den Hörer zu einer Verlobungsfeier in einem kleinen Ort an der walisischen Küste. Die schrecklichen Vorgänge, die vor über hundert Jahren Miltonbury erschütterten, führen dazu, dass der Geisterjäger John Sinclair auch bei einer solchen Festlichkeit den Kampf gegen das Übernatürliche aufnehmen muss. Obwohl der eine oder andere kleine Kritikpunkt den Genuss dieser Folge ein wenig trübt, kann man die Leistung der Sprecher wieder einmal uneingeschränkt loben. Allein schon ihre durchgehend hohe Qualität wird den Hörer gewiss auch zur nächsten Folge, "Myxins Entführung", greifen lassen.
Weiterführende Infos

Hörprobe:

 
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