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Geisterjäger John Sinclair 43: Ich flog in die Todeswolke (Hörspiel)  Drucken E-Mail
Hörbücher: Unterhaltung Horror
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 22. September 2008

Geisterjäger John Sinclair: Ich flog in die Todeswolke

Art der Lesung: Hörspiel
Medienanzahl: 1

43. Teil der Reihe

Label: Lübbe Audio
Erschienen: April 2008
ISBN: 978-3-7857-3368-4
Preis: 7,95 EUR
Inhalt
6.0
Sprecher
8.0
Bearbeitung
6.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
6.7

Wertung:
6.7
von 10
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Zum Inhalt:

Brutale Gangster überfallen John und rauben seinen Einsatzkoffer. Er verfolgt die Diebe bis an Bord einer startklaren Boeing. Doch in der Luft nähert sich dem Flugzeug plötzlich ein unerklärlicher Nebel. Bald wird unserem Helden klar, dass dies nur der Auftakt für ein grausames Spiel der Mordliga ist. Solo Morasso hat sich mit der teuflischen Asmodina verbündet und sie wollen nur eins: Sinclair ausschalten!

Meinung:

Hartmut Rellergerd alias Jason Dark hat vor 35 Jahren seine erste Geschichte um John Sinclair veröffentlicht. Anfangs waren die Abenteuer des Geisterjägers Bestandteil der Heftroman-Reihe "Gespenster-Krimi", doch nach 50 veröffentlichten Fällen des Scotland-Yard-Mitarbeiters wurden die John-Sinclair-Erzählungen in eine eigene Reihe verlegt. Seit dem Jahr 2000 werden die Romane unter der Regie von Oliver Döring bei Lübbe Audio als Hörspiele veröffentlicht.

Abgesehen davon, dass Oliver Döring in der Regel ein gutes Händchen beweist, wenn es darum geht, die Heftchen-Romane als Hörspiel-Manuskript umzusetzen, punkten die "Geisterjäger John Sinclair"-CDs mit ihrem ungewöhnlich qualitativen Sprecherteam. So gut wie jede Hauptrolle ist mit Leuten besetzt, die man auch als Synchronsprecher berühmter Hollywood-Schauspieler wiedererkennt oder die selbst als Schauspieler in Deutschland einen guten Ruf haben.

Joachim Kerzel als Erzähler der Reihe, Frank Glaubrecht als John Sinclair, Martin May als Sinclairs Kollege Suko und Karl Heinz Tafel als Sir James Powell liefern seit der ersten Folge eine so überzeugende Leistung, dass man als Hörer das hohe Niveau inzwischen schon fast als selbstverständlich empfindet. Ebenfalls können die sporadisch auftretenden Sprecher wie zum Beispiel Martina Treger (Asmodina), Tilo Schmitz (Solo Morasso), Till Hagen (Mr. Mondo) und Katrin Fröhlich (Pamela Scott alias Lady X) mit der Stammbesetzung in Bezug auf die Qualität locker mithalten. Auch die Musik und die Hintergrundgeräusche sind geschickt eingesetzt und unterstützen die jeweilige Stimmung hervorragend.

Doch trotz aller Qualitäten basiert die Serie auf einer Heftromanreihe mit alle ihren Stärken und Schwächen. Für den objektiven Hörer finden sich einige logische Lücken und der Mangel an Charaktertiefe ist auch nicht zu übersehen. Aber gerade dieser Trash-Faktor macht subjektiv gesehen den Reiz der Reihe aus. Die Abenteuer des Geisterjägers John Sinclair sind unglaubwürdig und in einer zum Teil überarbeitungswürdigen Sprache niedergeschrieben - und wohl gerade deshalb so überaus unterhaltsam.

Die Folge 43, "Ich flog in die Todeswolke", ist der erste von zwei Teilen und kann für sich allein kaum bestehen. Mit dieser CD wird der schon früher aufgenommene Handlungsstrang um die Mordliga weitergeführt. Asmodina, Solo Morasso, Mr. Mondo und Lady X beauftragen zwei Kleinkriminelle, um bei John Sinclair einzubrechen und seinen Einsatzkoffer zu stehlen. Die Mordliga hofft so, den Scotland-Yard-Mitarbeiter genügend zu schwächen, um ihn überwältigen zu können.

Der Geisterjäger und sein Freund Suko verfolgen die Diebe bis zum Flughafen, wo sich ihre Wege trennen. Suko folgt Mr. Mondo und Lady X in einer Aufsehen erregenden Verfolgungsjagd bis zu einem kleinen Privatflughafen in der Nähe von London, wobei ein ungewöhnlicher Taxifahrer keine geringe Rolle spielt. John Sinclair hingegen hebt zusammen mit den beiden Einbrechern und ihrer Beute in einer Boeing in Richtung Amerika ab. Doch während der Reise gerät das Flugzeug in eine tödliche Nebelwand, wie sie dem Geisterjäger schon in dem Abenteuer "Dr. Tods Horrorinsel" begegnete.

Auch wenn es den Hörer nur wenig stört, dass am Ende der CD ein unausweichlicher Cliffhanger auf ihn wartet, der erst in "Das Elixier des Teufels" aufgelöst wird, kann er doch kaum darüber hinwegsehen, dass diese John-Sinclair-Folge mit 46 Minuten unangenehm kurz geraten ist. Vor allem bei dem direkten Vergleich mit der Romanvorlage fällt auf, dass eine sehr spannende Szene im Flugzeug weggefallen ist, die deutlich zur Qualität dieses Abenteuers beigetragen hätte.

Fazit:

Bei einem John-Sinclair-Hörspiel erwartet den Käufer überaus qualitativ erzählter und sehr unterhaltsamer Trash. Gerade Oliver Dörings in der Regel gelungene Umsetzung der Romanvorlage und die überaus qualitative Arbeit der Sprecher heben diese Hörspiele von der Masse ab und tragen deutlich zum Hörvergnügen bei. Doch "Ich flog in die Todeswolke" leidet bedauerlicherweise darunter, dass im Vergleich zur Romanvorlage spannende Szenen gekürzt wurden und somit die Handlung alleine nicht mehr befriedigend ist. Dabei hätte ein wenig mehr Länge dieser CD gut getan.
Weiterführende Infos

Hörprobe:

 
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