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Die Alchimistin 2: Das Erbe des Gilgamesch (Hörspiel)  Drucken E-Mail
Hörbücher: Unterhaltung Fantasy
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 28. Dezember 2008

Die Alchimistin 2: Das Erbe des Gilgamesch

Art der Lesung: Hörspiel
Medienanzahl: 1 CD

2. Teil der Reihe

Label: Lübbe Audio
Untergenre: Historisches
Erschienen: Mai 2008
ISBN: 978-3-7857-3547-3
Preis: 8,95 EUR
Inhalt
5.0
Sprecher
9.0
Bearbeitung
5.0
Preis/Leistung
6.0
Gesamtwertung
6.2

Wertung:
6.2
von 10
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Zum Inhalt:

Aura Institoris, Tochter eines Alchimisten, enthüllt das schreckliche Geheimnis ihrer Familie. Ausgerechnet der Mörder ihres Vaters, der geheimnisvolle Hermaphrodit Gillian, befreit sie aus dem Mädcheninternat in der Schweiz - und aus den Klauen grausamer Mörder. Auf der Spur von Auras entführter Schwester Sylvette reisen die beiden nach Wien. In den Katakomben unter der Stadt geraten sie in einen Konflikt, dessen Wurzeln weit zurück ins Mittelalter reichen.

Meinung:

"Das Erbe des Gilgamesch" ist der zweite Teil der Hörspielreihe "Die Alchimistin" nach dem gleichnamigen Roman von Kai Meyer. Lübbe Audio bringt das Buch in vier Teilen heraus, was nicht nur zu deutlichen Kürzungen führte, sondern auch für den Käufer nicht gerade die preisgünstigste Art ist, ein zusammenhängendes Hörspiel zu erhalten. Der Folgeroman "Die Unsterbliche" wurde gleichfalls als Hörversion umgesetzt und erschien im August 2008 auf vier separat erhältlichen CDs beim gleichen Verlag.

Nachdem der Hörer in "Der Stein der Weisen" die Familie Institoris zusammen mit dem frisch adoptierten Christopher kennenlernen durfte, sind zwischen der Handlung der ersten CD und "Das Erbe des Gilgamesch" ein paar Wochen vergangen. Aura hat sich notgedrungen im Mädcheninternat in der Schweiz eingewöhnt, Gillian versucht sich ein neues Leben in Paris aufzubauen und im Schloss an der Küste hat Christopher den Turm von Nestor Institoris in Besitz genommen.

Noch gelingt es dem Jungen, den Tod des Hausherrn geheim zu halten und verstohlen seine alchimistischen Forschungen in Nestors Bibliothek fortzusetzen. Bei seinen seltenen Ausflügen in den Rest des Schlosses kommt Christopher hinter das Verhältnis zwischen Charlotte Institoris und Friedrich von Vehse - und versucht, die beiden mit diesem Wissen zu erpressen. Er droht, Charlottes jüngster Tochter Sylvette zu verraten, dass nicht Nestor ihr Vater ist. Doch der Gedanke, dass ihre kleine Tochter sie wegen ihrer Herkunft hassen könnte, spornt die Schlossherrin erst recht zu Widerstand an.

Auch Aura hat sich noch nicht vollkommen der beengenden Situation im Internat ergeben. Eines Nachts bekommt das Mädchen die Gelegenheit, aus den Mauern dieser erschreckenden Institution zu fliehen und macht eine überaus grausame Entdeckung: Die verschwundenen Schülerinnen, die angeblich versuchten, über die Berge zu entkommen, wurden von einem unheimlichen Mann ermordet. Doch auf der Polizeiwache im nächstgelegenen Ort glaubt niemand Auras Bericht und so wird sie zurück in die Schule gebracht.

Die Ereignisse zwischen Gillian, Lysander und dem inzwischen ermordeten Nestor führen - ebenso wie Christophers Versuche, die Macht im Schloss an sich zu reißen - dazu, dass die kleine Sylvette entführt wird. Die Verfolgung des Mädchens führt die verschiedenen Parteien auf der Suche nach Lysanders Unterschlupf in die österreichische Hauptstadt Wien, wo es zu einem Kampf auf Leben und Tod kommt.

Auch wenn die Grundgeschichte einige spannende und überraschende Wendungen für den Hörer parat hält, leidet die Hörspielversion von "Die Alchimistin" deutlich an den vorgenommenen Kürzungen. Vor allem in der Charakterentwicklung kommt es zu nicht ganz nachvollziehbaren Sprüngen. Gerade bei Aura sind einige Handlungen für den Hörer kaum erklärbar und verdeutlichen somit sehr gut die Probleme, die sich durch die Bearbeitung ergeben. War die junge Frau vor wenigen Wochen noch unsterblich in ihren Adoptivbruder Daniel verliebt und die Trennung von ihm für sie unerträglich, so wirft sie ihm bei einem Wiedersehen keinen zweiten Blick zu, sondern geht lieber mit einem Mann ins Bett, der sie vor Kurzem noch umbringen wollte.

Vielleicht haben die gemeinsam erlebten Abenteuer oder die zusammen verbrachte Reisezeit die Grundlage für diese plötzlich aufkeimende Nähe gelegt, aber dies alles wird für den Hörer nicht deutlich. So verärgert der Mangel an nachvollziehbarer Entwicklung weit mehr, als der Rest der Erzählung zu unterhalten weiß. Überhaupt kommt beim Hören der CD ein wenig der Verdacht auf, dass hier erst einmal alle überflüssigen Charaktere möglichst brutal auf ihr Ableben zustreben. Der Lübbe-Audio-Verlag sollte wirklich noch einmal darüber nachdenken, ob es sinnvoll war, einen relativ komplexen Roman mit fast 500 Seiten Umfang auf vier CDs zu quetschen.

Der große Lichtblick dieser Hörspielversion findet sich bei den wirklich professionellen Sprechern. Sowohl die Stimmen als auch die Betonungen passen wirklich sehr gut zu den jeweiligen Rollen. Besonders Yara Blümel-Meyers als Aura zeigt die verschiedenen Facetten vom hysterischen Teenager bis zur überlegten jungen Frau sehr überzeugend. Und auch Claudio Maniscalco, der mit dem Hermaphroditen Gillian keinen einfachen Charakter darzustellen hat, leistet auf ganzer Linie hervorragende Arbeit. Die Musik- und Geräuschuntermalung ist ebenfalls gelungen und trägt deutlich zur Atmosphäre bei.

Fazit:

Während in "Das Erbe des Gilgamesch" die Handlung an den verschiedenen Schauplätzen auf einen Kampf auf Leben und Tod hinausläuft, krankt dieser zweite Teil der Hörspiel-Umsetzung des Romans "Die Alchimistin" von Kai Meyer leider an den vorgenommen Kürzungen. Die Bearbeitung für die Audiofassung führt dazu, dass der Hörer die Entwicklungen der Charaktere nicht miterleben und somit viele ihrer Handlungen auch nicht nachvollziehen kann. Dieses Manko lässt sich auch nicht durch die sehr guten Sprecher ausbügeln, die durchgehend überzeugende Arbeit leisten. Vor allem die Sprecherin der Aura, Yara Blümel-Meyers, und Claudio Maniscalco als Hermaphrodit Gillian füllen ihre schwierig darzustellenden Rollen sehr gut aus.
Weiterführende Infos

Hörprobe:

 
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